im Blickfeld: Segel-Blog Norwegen 2018


Logbuch Etappe 13 Troms und Senja

von Anker Loppa, Meværet nach Sortland 

(10.07.2018 - 21.07.2018), Anzahl Tageseinträge: 12


Blick in die Lyngen-Alpen gerade vis-a-vis unserem Hafen Nordeidet

10.07.2018 Anker Loppa, Meværet - Nordeidet (Reinøy), 50 sm.
Wetter: meist bedeckt, am Abend schön mit warmer Sonne, alle Winde zwischen 0 und 5 bf.

Laufende Wechsel zwischen Segel und Motor

Wir standen zwar früh auf, der Wecker läutet, aber den Anker hoben wir erst um 9.30 Uhr. Der Wind war so früh noch nicht da.
Den ganzen Tag wechselte der Wind zwischen 0 und 5 bf. und auch die Richtung wechselte von NE über N nach W und WSW. So wurde der Motor insgesamt 10x ein- und ausgeschaltet und die Segel ein- und ausgerollt. Aber immerhin, heute segelten wir mehr Meilen als wir mit Motor unterwegs waren.
Wir begegneten nicht vielen Schiffen und schon gar keinem Segelboot. Dafür vielen Wasservögeln und auch viele Puffins konnten mit dem Feldstecher beobachtet werden. Sie waren aber sehr scheu und tauchten meistens schnell weg oder flogen weg, wenn sie es schafften. Tauchen können sie besser als fliegen.
Am Abend schien die Sonne, nachdem es tagsüber oft auch sehr grau war. Wir machten an einer Holzpier im kleinen Hafen Nordeidet auf Reinøy fest. Die Schwimmstege hier waren nichts für die grosse Regina, sondern nur für kleine Motorboote. Lange wärmte die Sonne im Cockpit, aber die Mitternachtssonne verschwand hinter dem Berg.


Im Fischerhafen Nordeidet (Insel Reinøy) an der hölzernen Pier

11.07.2018 Nordeidet (Reinøy) - Tromsø, 28 sm.
Wetter: sonnig und wärmer, E2 bis N3.

Unerwartetes Segelvergnügen

Vom Wetterbericht her gab es nichts zu pressieren, wohl schön, aber kein Wind. So stellten wir uns auf 4 Stunden motoren ein.
Aber wider Erwarten hatten wir bereits nach einer knappen Stunde gerade genügend Wind, damit die Segel standen, und bald hatten wir auch immer zwischen 4 und 5 kn Fahrt mit Wind genau von achtern. Es war eine wunderschöne Sightseeingfahrt durch die Sunde und Berglandschaften nördlich von Tromsø.
Kurz vor der Brücke gab es eine Tankstelle. Wir füllten den Tank wieder auf (das erste Mal auf dieser Reise seit Helgoland). Vielleicht brauchen wir in den nächsten Tagen etwas mehr Diesel, denn der Wetterbericht prognostiziert weiterhin sehr wenig Wind und meistens schönes Wetter.
Am Yachthafen Skattøra fuhren wir vorbei, die Industrie-Umgebung und die weite Distanz zur Innenstadt fanden wir nicht sympathisch. Und Im Gästehafen mitten im Zentrum hatte es einen schönen Platz für uns. Die Matratzen wurden an die Sonne gelegt und das Boot richtig gelüftet, es war noch nie so warm. Als Erstes mussten wir wieder einmal einen grossen Einkauf machen, in den letzten Tagen waren wir weit weg vom einem Laden. In der Stadt war grosser Betrieb, beim Torget gerade neben dem Hafen spielten Bands auf und es hatte viele Leute hier. Die Musik werden wir heute Abend auf dem Schiff wohl auch hören.


Blick von der Fjellstua auf Tromsø hinunter

12.07.2018 Tromsø - Tromsø, 0 sm.
Wetter: ziemlich viel Sonne und angenehm warm, am Abend wieder bedeckt und markant kühler, sehr wenig Wind.

Bergwanderung zur Fløya (671m)

Unsere Beinmuskeln brauchten dringend wieder einmal Bewegung.
Die Bromis kamen aus der Kiste und wurden aufgepumpt. Danach fuhren wir über die grosse Brücke über den Tromsøysund. Es gab ein Trottoir für Velos und das andere war für die Fussgänger. An der Seilbahnstation zur Fjellstua stellten wir die Velos ab und gingen zu Fuss weiter.
Erst ging es durch ein Wäldchen und bald waren wir über der Baumgrenze. Heute kamen wir beim Aufstieg richtig ins Schwitzen. Die Norweger waren bei dieser «Hitze» in kurzen Hosen und die Frauen im Top unterwegs. Wir wanderten auch im T-Shirt. Auf dem Gipfel der Fløya (671müM) ging ein Lüftchen, angenehm zum Abkühlen und so gab es keine Mücken. Der Abstieg führte zuerst zum Kaffee in der Bergstation Fjellstua und dann über eine von Sherpas gebaute Natursteintreppe. Sehr bequem. Auf der Heimfahrt besuchten wir noch die berühmte Eismeerkathedrale.
Es gab dann noch am Boot zu tun: den Kohlefilter einbauen und wieder 400 Liter in den Wassertank füllen. Hier gibt es gratis so gutes Wasser, wir produzieren hier nicht selber (der Wassermacher blieb eingemottet). Und dann die Planung für die folgenden Tage ohne oder mit sehr wenig Wind.


Im Fischerhafen von Botnhamn, wo wir ankern, bei einem der letzten Sonnenstrahlen

13.07.2018 Tromsø - Botnhamn (Senja), 33 sm.
Wetter: am Morgen sonnig ohne Wind, unterwegs zuerst kein Wind, später sonnig mit SW - NW 2-3 und W5, am Schluss N2 und bedeckt.

Im Zickzack durch den Malangerfjord

Da der Strom im Straumen erst ab 14:30 in unsere Richtung floss, genossen wir den Morgen in Tromsö an der Sonne und besuchten noch die Tourist-Info im Fähren- und Buszentrum. So machten wir auch den letzten Spaziergang durch die Fussgängerzone in Tromsö.
Eigentlich hätten wir gemäss Wetterbericht NE2 und Sonne haben müssen, d.h. schwacher Halbwind für unsere Route. Aber zuerst hatten wir gar keinen Wind, erst nach dem Straumen, wo wir wenigstens 3 kn zusätzliche Fahrt erhielten, kam der Wind schwach auf, aber aus W statt aus NE. So mussten wir aus dem Sund rauskreuzen, bei drehenden Winden, die immer etwas stärker wurden. Beim Malangerfjord erhielten wir dann über längere Zeit gar 18 kn Wind aus NW. Die weissen Wellenkämme hatten den starken Wind angekündigt, so konnten wir noch rechtzeitig ein Reff einrollen.
Ursprünglich wollten wir zu der Schäreninsel Hekkingen segeln und dort ankern, aber mit dem Aufkreuzen beim schwachen Wind wurde es doch sehr spät und wir ankerten vor dem Fischer- und Fährhafen Botnhamn. Der Hafen sah allerdings eher trist aus, Fischerboote und eine Fischfabrik und deren hohe Holzpier mit Pneufender liegen zentral, wir sahen auch keine einzige Person, und auch vom weit verzettelte Dorf sahen wir ausser einem fahrenden Auto kein Lebewesen. Der Himmel war bedeckt und grau, selten guckte einmal die Sonne durch. Wir verzogen uns in den Salon und stellten die Heizung ein.


Unser Segelschiff im Fischerhafen von Husøy

14.07.2018 Botnhamn (Senja) - Husøy, 17 sm.
Wetter: ganzer Tag bedeckt, N1-2 (3).

An Hekkingen vorbei

Die Insel und das Leuchtfeuer Hekkingen ist für die grossen Schiffe, die vom Nordmeer nach Tromsø fahren, der Einfahrtspunkt. Und für die Wetterprognosen, die am Funk durchgegeben werden, wird diese Insel ebenfalls als markante Gebietsbegrenzung verwendet. Auf der küstennahen Seite der Insel hat es eine schmale und seichte Durchfahrt, die wir benützten, um vom Fahrwasser von Tromsø an die Nordküste der Insel Senja zu gelangen.
Zuerst hatte es etwas Wind, langsam kreuzten wir den Malangerfjord hinaus bis Hekkingen, hier hatte es dann keinen Wind mehr und bis nach Husøy waren wir mit Motor unterwegs. Diese Strecke wurde aber bewusst kurz gehalten, damit wir nicht zu lange motoren mussten.
An einem unterirdischen Berg wollte Elisabeth wieder einmal fischen. Wir waren noch nicht einmal richtig über dem Berg und Elisabeth hatte ihre Haken noch gar nicht voll ausgefahren, da waren schon zwei Seelachse gleichzeitig an den Angelhaken.
Husøy ist eine grosse Fischfabrik in einem gut geschützten Hafen, oben angrenzend hat es einige Häuser, immerhin offenbar genügend viel, um eine Schule zu führen (ganz zuoberst auf der Insel). Und es hat einen Laden mit Free Wifi, das einzige im ganzen Dorf. Die Fischfabrik ist geschlossen, und es ist kein einziger Fischer unterwegs. Die Fischindustrie hat offensichtlich am Wochenende frei.


Die etwas freundlichere Bucht von Senjahopen (nun, Sonnenschein macht alles etwas freundlicher)

15.07.2018 Husøy - Senjahopen, 15 sm.
Wetter: stark bewölkt mit etwas Regen und etwas Sonne, keine oder schwache Winde aus allen Richtungen.

Im Nieselregen zur nächsten Bucht auf Senja

Husøy schien uns nicht gerade sehr gastfreundlich, so fuhren wir schon früh los zum nächsten Hafen, den wir nach 2 Stunden Motorfahrt erreichten. Allerdings wurden wir gerade wieder vertrieben, denn das sei kein Gästehafen, die Schwimmstege waren reserviert für die kleinen Motorboote der Touristenfischer, und oben auf der Mole stand ein entsprechendes Hotel. Zum nächsten Hafen Senjahopen weiter innen im Fjord war es nicht weit, und hier fanden wir dann einen schönen neuen Betonschwimmsteg mit viel Platz, gerade richtig, um das schlechte Wetter von heute und heute Nacht durchlaufen zu lassen.
Morgen kommen wir hoffentlich wieder einmal zum Segeln, die Wetteraussichten sind nicht schlecht.
Senjahopen ist ebenfalls eine Fischfabrik mit einigen Wohnhäusern dahinter, aber die Bucht sieht nicht so düster aus.


Elisabeth nördlich von Senja mit ihrem heutigen Fang: 2 Dorsche

16.07.2018 Senjahopen - Hamn i Senja, 18 sm.
Wetter: zuerst bedeckt und auch Tropfen, später freundlicher und aufgelockert, am Abend blauer Himmel und Sonne; ganzer Tag ohne Wind, dafür recht warm.

Erfolgreiches Fischen

Die Nacht war etwas kurz: vor 4 Uhr kam ein Kiesfrachter, der gleich neben uns anfing, sein Kies über ein Förderband auszuladen, nicht gerade leise. Der weitere Schlaf kam eindeutig zu kurz. Um halb neun waren wir weg.
Leider verliess uns auch der Wind. So fuhren wir unter Motor bis zum nächsten Hafen, allerdings mit einem erfolgreichen Zwischenhalt: kaum waren die Haken unten, war schon ein kleiner Seelachs dran. Und weil ich noch einen zweiten wollte, kamen die Fischerhaken nochmals ins Wasser. Kaum waren sie unten, hingen zwei dicke, leckere Dorsche dran. Den kleinen Seelachs spendierte ich den Möwen, die plötzlich auch da waren, keine Ahnung woher die so schnell kamen.
Der Hafen Hamn ist eine Hotel- und Ferienwohnungsanlage mit Gästesteg und liegt in einer kleinen geschützten Bucht. Wir nahmen die Velos raus und radelten zum Senja-Troll in Finnsæter, eine Touristenattraktion vor allem für Kinder. Immerhin ist es der grösste Troll gemäss Guiness. Dort trafen wir eine E-Bikegruppe mit vielen Schweizern, die bequem von Hotel zu Hotel fahren, von Tromsö nach Å auf den Lofoten. Diese trafen wir dann wieder in Hamn an, ihrem Etappenort.


Meløyvær, eine etwas wilde (und vergandete) Insel

17.07.2018 Hamn i Senja - Meløyvær, 30 sm.
Wetter: wolkenlos schön und ohne Wind.

Erfolgloser Segelversuch

Wir hatten keine Chance: Der Gennaker stand einfach nicht bei 4kn Wind und fiel immer wieder zusammen. Eine halbe Meile konnten wir so «segeln», dann gings wieder weiter mit Motor. Immerhin hatten wir als Abschluss beim Anlegen längs ans andere Schiff für einen Moment 7kn Wind. Und weil das Meer so flach und unbewegt dalag, konnten wir mehrmals Wale sichten.
Heute waren wir mal mit dem T-Shirt unterwegs, so schön und warm war es. Erst am Abend wurde es etwas frischer. Der Inselrundgang auf der Hauptinsel von Meløyvær war nicht sehr lang, es hatte einige Häuser, die meisten offensichtlich als Ferienhaus oder eigenes Sommerhaus verwendet. Die Wiesen und ehemaligen Gärten waren tüchtig vergandet und ungepflegt, aber sehr farbenfroh mit den Blumen. Eine schmale Naturstrasse verband die Inselteile. Ein Café hat am Samstag von 10- 14 Uhr offen. Auf dem Kinderspielplatz war ein grosser Fender zum Spielen. Die Insel war mit einer befahrbaren Brücke mit der Nachbarinsel verbunden, aber auch dort gab es auf den ersten Blick von der Brücke hinunter nicht viel mehr Häuser. Aber dort fuhr eine Fähre regelmässig (ca. 5x pro Tag) nach Harstad.
Der Gästesteg ist klein, es lagen hier 3 Segelboote und ein Motorboot, und wir längs an einem der Segelboote. Und auf der Innenseite des Stegs lagen die Motorboote der Inselbewohner. Aber der Hafen war wunderschön gelegen, mitten in Schäreninseln. Man sah auf beiden Seiten zum Meer, aber die Inseln um uns herum waren genügend hoch, um Schutz zu geben. Die Leute vom Nachbarschiff (an dem wir längs lagen) fuhren noch mit dem Dinghi zu einigen der Nachbarinseln hinüber.


Die Vogelwand bei Helløy mit vielen nistenden Möwen

18.07.2018 Meløyvær - Harstad, 23 sm.
Wetter: schön, zu wenig Wind, heiss.

Der Vogelwand entlang

Als wir uns vom Nachbarboot lösten, war im ganzen Hafen noch niemand zu sehen. Offenbar hatten alle Leute die Mitternachtssonne bewundert und mussten nun lange ausschlafen. Es hatte schönen Wind, und wir freuten uns aufs Segeln. So könnten wir vielleicht doch nach Risøy fahren? Doch schon nach einer Meile entpuppte sich der Wind als eine lokale Thermik-Böe, und wir standen mit schlagenden Segeln mitten in den Schäreninseln.
Unter Motor fuhren wir deshalb nach Harstad und besuchten unterwegs die bekannten Vogelfelsen im Sund zwischen Helløy und Bjarkøy (im Sundsvollsundet). Dort nisteten vor allem die Möwen, die jungen noch grauen Möwen, die noch im Nest hockten, waren teilweise gut zu sehen. Aber es war ein unbeschreiblicher Krach, den diese Vögel produzierten. Ein bisschen entfernt sahen wir dann auch einen Seeadler kreisen …
In Harstad war es dann wirklich heiss (27°C), am Gästesteg fanden wir noch einen Platz. Als Erstes fuhren wir mit dem Velo zum Einkaufszentrum mit dem grossen Coop und füllten unsere Rucksäcke mit frischen Esswaren, seit Tromsø waren wir in keinem Laden gewesen. Die Fussgängerzone und überhaupt die Stadt waren markant freundlicher, als vor einem Monat, jetzt, wo die Sonne schein und es schön warm ist und man ein Glacé schlecken kann. Bei der nordgehenden Fahrt hatten wir hier Regen und alles war grau und kalt. Gerade konnten wir im Internet lesen, dass es heute in Nordnorwegen Hitzerekorde gegeben hat, Bodø z.B. hatte 29.8°C, ein neuer Rekord.


Auch hier gibt es alte (Museums-) und moderne Häuser gerade nebeneinander, hier an der Hafenpromenade von Harstad

19.07.2018 Harstad - Harstad, 0 sm.
Wetter: bedeckt und stark bewölkt, Regenschauer, praktisch kein Wind.

Regnerischer Pausetag, Warten auf Wind

Der heutige Pausetag war absehbar: kein Wind, etwas Regen. Und wir hatten keine Lust mehr, so viel zu motoren wie um Senja herum. Und morgen soll es etwas Wind geben, damit es vielleicht reicht für den Sprung nach Süden zu den Vesteralen und Lofoten.
Den Tag verbrachten wir ohne Probleme. Am Anfang war es noch warm, gegen den Abend wurde es immer kühler, und mit einem Spaziergang in einer Regenpause erledigten wir auch die restlichen Einkäufe. Alte Mails konnten endlich beantwortet werden, und die Bilder der Etappe Troms (nordgehend, genau vor einem Monat hier im nassen Harstad startend) wurden aufbereitet.
Gestern hatten wir den 100. Logeintrag dieser Reise, und heute feiern wir Hochzeitstag, also gibt es zum Znacht ein Glas Wein (gibt es sonst nur sonntags).


Velofahren an der Westküste von Andøya

20.07.2018 Harstad - Risøyhamn, 26 sm.
Wetter: am Morgen bedeckt und ohne Wind, später NE2 und auch Sonne, am Abend E4, sonnig.

Velotour auf Andøya

Punktlich um 14 Uhr erreichten wir den Hafen Risøyhamn, genau zum Zeitpunkt, wo der Strom kenterte, wir mussten noch nicht gegen den Strom fahren. Die ersten zwei Stunden mussten wir motoren, im Grøtøysund hatte es absolut keinen Wind. Dann aber konnten wir mit 5-7kn Wind segeln, am Schluss hatten wir im Hafen 12 kn.
Der Gästeplatz ist nicht optimal, der Wind und vor allem die Wellen kommen direkt auf das Boot zu. Aber für eine Nacht nehmen wir das in Kauf, der Wind sollte nachts abnehmen.
Nach dem Mittagessen und dem Besuch im Laden beschlossen wir, mit dem Velo eine Rundtour auf der Insel Andøy zu machen. Nun, bis wir nach 4 Stunden zurückkamen, waren wir gegen 60 km gefahren. Aber wir genossen es, uns wieder einmal intensiver zu bewegen, und vor allem in dieser phantastischen Natur war das ein schönes Erlebnis. Wir fuhren zuerst über flaches Gelände nach Bø i Andøy und dann der steilen Westküste entlang bis Nordmela. Unterwegs bewunderten wir an der Raststätte Børvågen die besondere Architektur des WCs. Innen sind Spiegelwände und mit Meersicht, vom Boden bis zur Decke, dabei kann nur hinaus- aber nicht von aussen hineingeschaut werden. Von Nordmela ging es dann auf einer praktisch verkehrsfreien Strasse quer durch die Insel über kleine Pässe und an mehreren Seen entlang nach Å (ja, diese Ortschaft heisst hier auch so). Von hier erreichten wir dann Risøyhamn wieder, allerdings auf der Hauptstrasse, dafür mit Rückenwind.


Wieder einmal überholt uns ein Schiff der Hurtigrute in Norwegen, kurz vor Sortland

21.07.2018 Risøyhamn - Sortland, 31 sm.
Wetter: am Morgen zuerst bedeckt und N2-3, später sonnig, am Nachmittag SW bis 7 und etwas Regen, am Abend wieder schön und N1-2.

Gewitterfront

So wie die obige Wetterbeschreibung war auch unser Reisetag. Zuerst langsames Segeln mit achterlichem Wind, dann wurde der N-Wind immer etwas stärker und wir freuten uns auf einen schönen Tag. Aber schon vor der Sortlandbrücke mussten wir auf Motor umstellen, um weiterzukommen, der Wind schlief ein. Ausserhalb Sortlands kam der Nordwind wieder in einer segelbaren Stärke, aber bald wurde der immer schwächer und dann plötzlich durch einen SW abgelöst. Dieser wurde schnell stärker, am Schluss zeigte der Windmesser 28 kn Wind an, wir kamen fast nicht nach mit Segelreffen. Dieser Starkwind war nicht prognostiziert, aber wie die Wetterentwicklung um uns herum aussah, erwarteten wir noch längere Zeit diesen Wind, vor allem weil es auch noch zu regnen anfing. So drehten wir ab, und fuhren nur mit gereffter Genua zurück nach Sortland.
Vor dem Bootshafen hatte es dann keinen Wind mehr, es regnete nur noch etwas, die grauen und schwarzen Wolken hatten sich aufgelöst und es sah nicht mehr nach Wetterumschwung aus; wir hatten einfach ein lokales Gewitter ohne Blitz und Donner erlebt. Trotzdem blieben wir nun in Sortland, vertäuten das Schiff, begrüssten die Besatzung der Carotina, die wir hier wieder einmal mehr trafen, und machten unseren Spaziergang zum Laden und in die Stadt. Dabei wurde es immer wärmer und die Sonne brannte herunter.
Die Stadt war wie ausgestorben, Samstagnachmittag nach 16 Uhr war definitiv nichts mehr los, alle Läden geschlossen, und morgen Sonntag wird es ebenso sein. Die Stadt ist nicht sehr gross (ca. 5000 Einwohner), hat aber eine wichtige Zentrumsfunktion hier in Vesterålen. So hat es hier mehrere Einkaufszentren und sehr viel Industrie- und Lagerbauten und eben den Hafen bzw. eine sehr lange Pier, wo auch die Hurtigrute hält. Auch die Küstenwache von Nordnorwegen hat hier ihren Stützpunkt.

 

Das ist der Text in der Fusszeile.