im Blickfeld: Segel-Blog Atlantikküste 2017


Logbuch Etappe 43 Atlantikküste 2017: Belgien, Niederlanden und zurück nach Zürich

von Dunkerque nach Zürich 

(21.09.2017 - 03.10.2017), Anzahl Tageseinträge: 13


Die Skyline von Belgien hinter dem durchgehenden Strand zwischen Frankreich und Holland, so gesehen in Oostende

21.09.2017 Dunkerque - Oostende, 27 sm.
Wetter: SSW3-4, Böen 5, schön und etwas wärmer.

Von Frankreich nach Belgien

Wir konnten heute erst am späten Vormittag ablegen. Der Tidenstrom verschiebt sich ja jeden Tag um fast eine Stunde. Es wurde ein schöner Segeltag mit Sonne und schneller Fahrt und gutem Wind. Landschaftlich war es zwar langweilig, die belgische Küste besteht eigentlich nur aus einem grossen Sandstrand und einer durchgehenden Stadt-Skyline dahinter. Allerdings musste unsere Route wegen Schiessübungen vor der belgischen Küste kurzfristig geändert werden. Auch der Strom schob uns schnell vorwärts, so ging es zwischendurch mit über 9 Knoten, bis der Skipper schnell das Grosssegel reffte, weil der Wind auf 20 Knoten auffrischte.
Wir waren am Nachmittag im Hafen von Oostende. Leider war der Versuch, uns im Hafenbüro anzumelden vergeblich. Das Tor zum Steg war aber nur mit einem Zahlencode zu öffnen. So kletterte Toni kurz entschlossen über den Zaun und zum Steg hinunter (es war zum Glück gerade Hochwasser!).
Nachdem wir den Code vom Nachbarschiff bekommen hatten, konnten wir eine Wanderung durch die Stadt unternehmen. Es waren viele Leute unterwegs. Auch scheinen hier viele pensionierte Touristen (Ü 70) ihren Kuraufenthalt zu verbringen.
Am Abend füllte sich der Gästesteg und sogar im Dunkeln legte das letzte Segelboot an.


Einfahrt in den Hafen Breskens mit der eigenartigen Silhouette einer Wohnsiedlung

22.09.2017 Oostende - Breskens, 29 sm.
Wetter: NW2 (Böen 3), schön, leicht bewölkt.

Belgien schon wieder vorbei

Der Strom nach NE startete erst nach 13 Uhr, so hatten wir den ganzen Morgen viel Zeit und nahmen es uns gemütlich. Wir gingen aber nicht mehr in die Stadt.
Auf der ganzen Reise war der Wind schwach, meist etwas raum, manchmal Halbwind, die Wellen aber moderat, so kamen wir trotzdem vorwärts, vor allem als uns dann der Strom Richtung Antwerpen schob. Wir genossen die Sonne, mit dem wenigen Wind war es auch nicht kalt. Und die Küste wie gestern langweilig, ein ewiger Sandstrand mit den Badestädten entlang der Küste, zwischendurch Dünenlandschaft.
Unterwegs mussten wir einem Frachter ausweichen, der auf Kurs in den Hafen von Zeebrugge war, aber nachdem wir das Beidrehen und das Beiliegen gemacht hatten drehte der Frachter ab, drehte direkt auf uns zu und stoppte dann. So fuhren wir halt weiter. Offensichtlich musste er warten, denn kurz darauf kam ein anderer Frachter aus dem Hafen heraus, anschliessend fuhr er hinein. Das konnten wir dann gut auf dem AIS verfolgen.
Etwas später mussten wir der schnellen Fähre Breskens-Vlissingen ausweichen. Aber um halb Sieben erreichten wir dann den Gästesteg der Marina Breskens, leider etwa eine halbe Stunde zu spät, denn am Schluss mussten wir gegen den Strom motoren.
Der Hafenmeister war bereits im Feierabend, aber es hatte sehr viel Platz am Gästesteg. Und den Internet-Code erhielten wir von einem Kanadier, der ebenfalls am Steg festgemacht war.


Vlissingen, der Platz Bellamypark beim Ruijterhaven

23.09.2017 Breskens - Breskens, 0 sm.
Wetter: schön, am Morgen sehr frisch, später wärmer, praktisch kein Wind.

Hafentag in Seeland, Besuch Vlissingen

Vom Wetterbericht her wussten wir, dass es heute keinen Wind hatte, deshalb auch wieder einen Hafentag bzw. ein Sightseeing von der Stadt Vlissingen auf der anderen Seite der Westerschelde. Zuerst mussten wir allerdings unser Schiff verlegen, da eine Regatta hier Halt machen würde und den Gästesteg dazu benötigen.
Mit dem Velo fuhren wir zur Fähre, packten die Velos wieder ein, fuhren mit der Fähre über die Westerschelde nach Vlissingen mit den Velos als Handgepäck, und dort konnten wir auch gleich mit dem Velo weiterfahren. Zuerst etwas dem Strand entlang, dann in die Innenstadt. Hier schlossen wir die Bromptons ab und erkundeten das Städtchen zu Fuss, assen etwas zu Mittag und machten noch einen Einkauf für die nächsten beiden Tage.
Der Hafen (mit Marina, Fischer, Handel) war recht klein und mit Schleusen «gesichert», ein anderer Hafen mit Marina mitten in der Stadt war wegen eines Sülls nur beschränkt befahrbar. Das war auch der Grund, lieber in Breskens zu bleiben und nicht mit dem Schiff hinüberzufahren.
Vlissingen ist ein typisches niederländisches Städtchen mit einigen wenigen alten Häusern und einer grossen Fussgängerzone, die recht belebt war und viele Strassenkaffees hatte. Das Städtchen ist recht hübsch, es hatte eine Unmenge von einheimischen und ausländischen Touristen, die alle mit dem Velo unterwegs waren (auch die Fähre war schon voll mit Velofahrenden), allerdings sahen wir noch nie so viele E-Bikes wie hier, praktisch alle Leute in unserem Alter oder älter fahren elektrisch. Aber sonst etwas Spezielles oder besonderes ist uns an Vlissingen nicht aufgefallen, wahrscheinlich ist die Skyline vom Meer her am Einprägsamsten.
Morgen werden wir wahrscheinlich etwas mehr Wind haben, wir fahren weiter nach Norden, brauchen aber zwei Tage bis zum nächsten Hafen, unterwegs werden wir an der Küste ankern und den nordgehenden Strom am nächsten Tag abwarten und nutzen.


Elisabeth musste schon wieder etwas aus der Schraube entfernen. Diesen grossen Plastiksack «fischten» wir irgendwo vor Vlissingen.

24.09.2017 Breskens - Slijkgat / Goeree, 43 sm.
Wetter: schön, sehr dunstig oder neblig, meist ESE2-3.

Nicht schon wieder!!

Wir konnten um 9.30 Uhr los. Es war noch etwas neblig. Die Strömung schob uns. Doch die ersten Meilen mussten wir unter Motor fahren, weil der Wind genau von hinten kam, und diesen Kurs segelt Regina nur extrem langsam. Und wir mussten die Seestrasse nach /von Antwerpen überqueren.
Und dann war es wie verhext!! Es macht plötzlich «Rupp» und dann spürten wir wieder dieses Vibrieren am Boot. Wir wussten beide sofort, was das bedeutete! Schon wieder hatten wir etwas im Propeller. Schon zum 4. Mal auf dieser Reise. Vorher war das in all den Jahren und nach den vielen Meilen nur 2x passiert. Erst setzten wir mal die Segel und stellten den Motor ab. Der Wind blies mit 3 bf, der Strom war zwar inzwischen gegen uns, aber wir segelten, wenn auch sehr langsam.
Am frühen Nachmittag, als die Sonne hoch am Himmel stand, der Wind sanfter war und die Wellen auch, und wir nicht gerade in einer Seestrasse steckten, wurden die Segel eingerollt und der Neoprenanzug (Dank an Dani und Mathis), die Flossen und die Taucherbrille hervorgeholt.
Doch leider war die Sicht extrem schlecht. Das Wasser war aufgewühlt und viele grüne Partikel schwammen darin, vielleicht Algen? Von der Badeleiter aus konnte das Ruder kaum gesehen werden, geschweige denn der Propeller. Dazu schaukelte es doch mehr als in einer Ankerbucht. Erst beim Schwimmen unter dem Boot, konnte ich am Propeller etwas flattern sehen. Flatterten da die Propellerflügel? Wohl kaum. Nachdem sich die Augen an das dunkle, trübe Wasser gewöhnt hatten, tauchte ich nach dem Flatterzeugs und konnte einen grossen, grauen Abfallsack hervorziehen. Anschliessend wurde der Motor getestet, der Antrieb tönte wieder normal.
Die warme Dusche nach dem Tauchgang in der Duschkabine war angenehm.
Wir segelten weiter bis kurz vor Sonnenuntergang. Mit dem Motor ging es dann zur Landnähe und aus dem Gezeitenstrom hinaus. Der Anker hielt erst beim zweiten Versuch, was eher selten vorkommt. Es schaukelte sanft.
Die Nacht wird aber kurz werden, denn morgen geht es früh weiter, wieder mit dem Nordstrom, einfach 10 Stunden später.


Vor dem Sonnenaufgang bei der Hoek von Holland, dem grossen Hafen von Rotterdam und mit dem Schwerindustriegebiet

25.09.2017 Slijkgat / Goeree - Ijmuiden, 47 sm.
Wetter: wenig Sonne, sehr viel Dunst oder Nebel, E3-4.

Ein sehr langer Segeltag ohne Probleme

Heute hiess es wieder sehr früh aufstehen. Vor 6 Uhr im Dunkeln wurde schon der Anker gehoben. Das ist das Schöne am Ankern: Anker hoch und fertig! Kein Aufräumen von Fendern und Leinen und kein Hafenmanöver.
Wir segelten noch im Dunklen zwischen den Fischerbooten durch und freuten uns, als die Sonne bei Hoek aufging.
Der Tag war ausgefüllt mit Segel ein- und ausreffen, trimmen und jeden Winddreher nutzen. Dazu musste auf den Verkehr aufgepasst werden, vor allem bei der Seestrasse nach Rotterdam (Hoek, Europort), wo ein Tanker oder Containerfrachter nach dem anderen fuhr und wir diese überqueren mussten.
Bereits am späteren Nachmittag waren wir in Ijmuiden. Das Hafenmanöver mit den Pfosten war etwas gewöhnungsbedürftig. Aber der Hafen war leer und gab es keine Hilfe beim Anlegen. Nach dem Anmelden im Hafenbüro liefen wir noch zum Strand. Auch hier ist die Saison vorbei. Die Strandkörbe wurden gerade abgeräumt, nur noch wenige Restaurants waren offen. Auch waren nur noch wenig Leute da.
Zurück auf dem Boot machten wir es uns gemütlich und planten den Abschluss unserer Reise.


Der Wassermacher im Vorschiff ist gerade im Konservierungsmodus und wird nächstens abgeschaltet.

26.09.2017 Ijmuiden - Ijmuiden, 0 sm.
Wetter: fast den ganzen Tag bedeckt, wenig Wind aus NE.

Wassermacher einmotten

Am Morgen erstellten wir als erstes verschiedene Listen zum Abschluss: Werftarbeiten, unsere Arbeiten, Wintertätigkeiten.
Und dann gings dem Wassermacher an den Kragen. Zuerst das ausführliche Handbuch lesen, dann die Pumpe ohne Wasserproduktion zur Vorreinigung laufen lassen, anschliessend die Salzwasserseite mit chemischen Konservierungsstoffen reinigen und abfüllen, abschliessend die Filter entfernen / reinigen und alles abschalten. Wir machten das heute zum ersten Mal, so dauerte es etwas länger als geplant. Voraussichtlich brauchen wir den Wassermacher das nächste Jahr nicht, wir planen keine grösseren Passagen. Auf dieser Reise hatten wir den Wassermacher etwas mehr als 200 Stunden in Betrieb, d.h. wir produzierten rund 12000 Liter Wasser. Wir haben seit Lagos in Portugal im letzten September (ausser einmal auf Kapverden) nie mehr Wasser getankt.
Wir konnten noch einige weitere Punkte auf der Liste abhaken, aber es wird in den nächsten Tagen noch viel zu tun geben.


In der Schleuse bei Ijmuiden, wo die lange Kanalfahrt durch den «Nordzeekanaal» beginnt

27.09.2017 Ijmuiden - Lelystad (Deko Marine), 38 sm.
Wetter: am Morgen Nebel, später etwas Sonne, sehr diesig, E2.

Kanalfahrt durch Amsterdam

Weil wir eh keinen Segelwind hatten, entschlossen wir uns auf dem «Nordzeekanaal» zu fahren bzw. zu motoren. Schon die Einfahrt zum Kanal war nicht so einfach. Viele Frachter kamen von allen Seiten. Dazu war es neblig und die Sicht war sehr schlecht. Vom Funkturm wurden wir gefragt, ob wir einen Radar hätten. Haben wir ja, wir stellten ihn schnell an. Aber auf dem AIS waren die Schiffe eigentlich besser zu sehen.
Nach der ersten Schleuse waren wir auf der IJ, der Wasserstrasse nach Amsterdam und weiter zum Ijsselmeer. Der Verkehr auf der Wasserstrasse war unheimlich. Wir mussten sehr aufpassen. Von Ijmuiden bis Amsterdam bewegten wir uns durch riesige Industriezonen und viele Häfen, wo auch grosse Meerschiffe standen, die ebenfalls auf diesem Kanal hierher gekommen waren. Die Aussicht vom Bahnhof Amsterdam Centraal auf die Wasserstrasse kennen wir von unseren früheren Besuchen, die umgekehrte Sicht vom Wasser zu den vielen Büro- und Wohnhäusern entlang des Wassers war neu.
Nach der Schleuse hinter Amsterdam waren deutlich weniger Schiffe unterwegs, aber immer noch erstaunlich viele Frachter, die im Ijsselmeer unterwegs waren. Im Markermeer (der südliche Teil des Ijsselmeers) versuchten wir zu segeln, aber der Wind war, kaum waren die Segel ausgerollt, gleich wieder weg. So fuhren wir praktisch den ganzen Tag unter Motor.
Als wir in Lelystad - nach der dritten Schleuse - ankamen, war das Hafenmeister-Büro schon geschlossen. Wir reinigten noch das Deck und schrubbten und spülten, bis es dunkel war.


Kurz vor Medemblik und Andijk, eines der typischen «kommerziellen» Schiffe kreuzt unser Kielwasser

28.09.2017 Lelystad - Medemblik (Middenhaven), 25 sm.
Wetter: Zu Beginn bedeckt und Regen ohne Wind, später bewölkt mit SE2-3, am Abend wieder Regen.

Regenfahrt, auf dem Ijsselmeer nach Medemblik

Nachts hatte es etwas geregnet. Es regnete auch als wir losfuhren. Doch gegen Mittag zeigte sich die Sonne und es waren plötzlich viele Segelboote unterwegs. Wir konnten erst 5 sm vor Medemblik die Segel setzen, weil der Wind vorher zu sehr achterlich und schwach kam. Den Blister wollten wir nicht mehr nass machen, also blieb er im Sack. Immerhin, es waren die letzten Segelmeilen unserer langen Reise.
In Medemblik fanden wir einen Platz im mittleren Hafen an der Kai-mauer gleich neben der Tankstelle. Nach uns kamen noch viele Segelboote an. Wir staunten, wer so spät im Herbst hier noch unterwegs ist.
Die Klappbrücke zum hinteren Hafen und zur Werft war defekt. Mal sehen, ob sie bis morgen repariert werden kann.
Weil es noch trocken war, beschlossen wir, die Segel gleich noch herunter zu nehmen. Die Genua war problemlos, beim Grosssegel war eine Latte gebrochen und es dauerte, bis das abgebrochene Teil aus dem Stoff gezogen war. Aber wir konnten die Segel trocken einpacken, worüber wir sehr froh waren. Am Abend regnete es nämlich ziemlich heftig.


Der Anker mit seiner 100m-Kette wird auf dem Kai in Medemblik entsalzt und kontrolliert

29.09.2017 Medemblik Middelhaven - Medemblik Werft KYS, 1 sm.
Wetter: Am Morgen Regen und Nebel, später stark bewölkt, am Abend Gewitter.

Medemblik, die letzte Meile zum Winterstandort

Am Morgen hörten wir es, wie es regnete, wir waren aber nicht in Eile mit Aufstehen, auch wenn die to-do-Liste recht lang ist. Unter anderem reinigten wir die Ankerkette, d.h. sie wurde gut in Frischwasser eingelegt / durchgezogen, damit alles Salzwasser und deren Ablagerung entfernt wurde, gleichzeitig konnte der Ankerkasten gereinigt werden. Nach dem Mittag war dann noch das Tanken dran, und anschliessend fuhren wir – die Brücke geht wieder – zum hinteren Hafen und über die Schleuse 2 m zum Kanal hinunter. So kamen wir – an der Contest-Schiffswerft vorbei – zur Werft de Klerk, wo Regina den Winter über in der Halle auf den nächsten Einsatz warten wird.
Bis zum Gewitter am frühen Abend konnten wir noch einige Punkte der langen Liste erledigen. So mussten einige der Leinen und Festmacher auch gereinigt und entsalzt werden, d.h. sie wurden tüchtig mit Frischwasser gespült.


Das Rathaus von Medemblik ist erst gerade 80 Jahre alt, wurde aber fast gleich am gleichen Ort aufgebaut wie das alte Haus von 1548

30.09.2017 Medemblik Werft KYS - Medemblik Werft KYS, sm.
Wetter: Regen, mit kleiner Pause, am Abend trocken.

Wegen Regen Arbeiten im Schiffsinneren

Der Regen trommelte fast den ganzen Tag aufs Deck. Wir richteten uns demnach ein und machten schiffsinterne Arbeiten, das Deck wird ja automatisch gewaschen. Die Liste für die Werftarbeiten wurde überarbeitet und im Computer eingegeben. Und ein Teil der Schapps ist bereits «eingewintert», d.h. geleert und gereinigt.
In einer Regenpause konnten wir in den nahegelegenen Supermarkt gehen, und am Abend, als der Regen definitiv aufhörte, reichte es gar für einen Spaziergang ins Zentrum von Medemblik. Dort konnten wir auch kurz aufs Internet (hier bei der Werft gibt es kein Wifi).


Putzen an der Regina, bald bereit für den Winterschlaf

01.10.2017 Medemblik Werft KYS - Medemblik Werft KYS, 0 sm.
Wetter: häufig bedeckt, manchmal Sonne, SW3-4.

Putztag

Am Morgen war es recht frisch, aber die Sonne schien.
Heute war grosser Putztag. Gleich nach dem Zmorge ging es los: Regina wurde geschrubbt, gespült, entrostet, und poliert, wie sie es mit uns noch nie erlebt hat. Sämtliche Leinen und Festmacher wurden an der Reling zum Trocknen aufgehängt. Auch alle Kisten und Kästen wurden ausgeräumt, geputzt und wieder frisch und ordentlich eingeräumt.
Erst am Abend, schon ziemlich müde, gingen wir ins Städtchen. Wir brauchten noch etwas Bewegung für die Beine und vor allem eine warme Dusche in der Marina.


Am Folgetag für die Heimreise um 5 Uhr aufgestanden, nachdem alles erledigt war: Putzen, Räumen, Packen (und Hausschlüsselsuchen)

02.10.2017 Medemblik Werft KYS - Medemblik Werft KYS, 0 sm.
Wetter: regnerisch und stürmisch, wenig Sonne.

Aufräum- und Einpacktag

Vor lauter Putz-, Aufräum-, Einpack- und Suchtätigkeiten (erst suchten wir die Pässe, dann die Hausschlüssel) hatten wir gar keine Zeit, heute ein Foto zu machen. Nebenan deshalb ein Bild von morgen früh bei der Abreise.
Gegen elf Uhr kam Douwe vorbei, und wir besprachen die Tätigkeiten der Werft an der Regina für den folgenden Winter. Die Liste ist ziemlich lang, als grössere Arbeiten kommen wohl die Pflege bzw. Abschleifen des Teakdecks und die Reparatur des Antriebs (wahrscheinlich muss das Lager gewechselt werden, mit unseren diversen «Anhängen» in der Schraube dürfte diese ziemlich gelitten haben). Und in diesem Winter müssen auch die Rettungsinsel und die Rettungswesten gewartet werden. Und nach zweimal Atlantik sollten auch die Segel gründlich kontrolliert werden.
Am Abend war das Boot auch innen sauber, das WC und die Küche «gesperrt». Wir spazierten zum Hafen und assen unser Znacht in der Pizzeria.


Die Herbstsonne glitzert in der Fassade von unserem Daheim in Zürich

03.10.2017 Medemblik - Zürich, 0 sm.
Wetter: am Morgen kurz Regen, später auf der Reise immer schöner, schönes Herbstwetter in Zürich.

Rückreisetag

Kurz vor dem Weckerläuten erwachten wir beide, es war 5 Uhr. Es gab kein Morgenessen, aber eine Tasse Kaffee. Die schweren Taschen wurden ans Land gehievt, die Sachen für die Werft schön bereitgelegt, und ein letzter Rundgang durchs Schiff, ob auch ja nichts vergessen ging. Der Niedergang wurde abgeschlossen.
Wir rollten die schweren Taschen durch die Dunkelheit zur Busstation, es war noch niemand unterwegs. Es begann etwas zu regnen, hörte später aber wieder auf. Wir waren rechtzeitig beim Bus, d.h. sehr viel zu früh, wir hatten die Reservezeit nicht benötigt. Im Bus waren wir dann nicht mehr allein, gegen Hoorn zu füllte er sich immer mehr. Trotz den stehenden Autoschlangen auf der Autobahn erreichte der Bus mit nur geringer Verspätung Hoorn. Hier mussten wir noch das Billet nach Amsterdam lösen, und dann fuhr der Zug auch schon ein. In Amsterdam hatten wir über eine halbe Stunde Zeit, das reichte für einen Kaffee und ein Croissant.
Die weitere Reise bis Zürich war auch ohne Probleme. Draussen war es meist sonnig, und die Bäume waren bereits herbstlich verfärbt. Um 17 Uhr erreichten wir Zürich, und mit der S-Bahn gelangten wir fast zu unserer Haustüre.
Ein eigenartiges Gefühl, wieder «zu Hause» zu sein: grosse hohe Zimmer, Aussicht vom 6. Stock, aber alles leer, auch der Kühlschrank und die Vorratskammer. Nach dem Abladen des Gepäcks mussten wir als Erstes einen Spaziergang zum Coop um die Ecke machen, damit es wenigstens etwas zum Znacht und zum Frühstück hatte. Und dabei haben wir auch Veränderungen in der Umgebung gesehen: Nebenan wird nun ein Schulhaus gebaut, die Tonhalle hat hierher zur Maaghalle gezügelt, die Vegetation ist etwas üppiger als vor 1 ½ Jahren, ein neuer Laden ist eingezogen, und die vielen Leute, die gestresst zur S-Bahnstation hetzen.
Irgendwie kamen wir dann auch noch ins Internet, und hier war die Umgebung (Mails, etc.) immer noch gleich vertraut wie vorher. Zum Schnellkochznacht (das Öl für die Salatsauce konnten wir bei den Nachbarn «ausleihen») gab es zur Feier des Tages einen Wein, und nachher mussten wir das Schlafzimmer wieder «ausmotten» und grob entstauben, bevor wir die lange Dusche geniessen konnten.

 

Das ist der Text in der Fusszeile.