im Blickfeld: Segel-Blog Atlantikküste 2016


Logbuch Etappe 8 Südbretagne und Atlantik-Frankreich

von Lorient nach La Rochelle 

(29.07.2016 - 09.08.2016), Anzahl Tageseinträge: 12


Regina ganz allein, vom Land aus gesehen

29.07.2016 Lorient - Belle-Île Port Andro Anker, 33 sm.
Wetter: bewölkt, NW2-3.

Ankern Belle-Île

Wir hatten am Morgen noch einiges zu tun: u. a. den Wassermacher spülen und den Wassertank auffüllen, bevor wir ablegten. Der Wind blies mit 3 bf und so konnten wir den ganzen Tag segeln. Vor der Belle-Île setzten wir den Anker in der Bucht Port Andro an der Südküste.
Am Sandstrand waren viele Leute, die vom nahen Campingplatz kamen. Es war fast den ganzen Tag bewölkt, erst am späten Nachmittag kam die Sonne durch. Aber es war nicht kalt.
Wir trafen den ersten Segler, der auch über den Atlantik segeln möchte, einen Norweger mit einem Katamaran. Er erkannte unser Boot, als «Leons Boot», er war vor 2 Jahren mit Leon (mit dem neuen Boot, nicht mit der Regina) gesegelt.
Wir wasserten das Dinghi und fuhren ans Land. Diesmal wurde gerudert, es war nicht so weit und Toni brauchte Bewegung. Beim Aussteigen rutschte ich auf den glitschigen Algen aus und bekam ein nasses Füdli und der neue wasserdichte Rucksack bewährte sich bestens. Das war aber nicht weiter schlimm, auf der kleinen Wanderung trocknete alles wieder. Zurück auf der Regina schwamm ich noch ums Boot, jedes Mal geht es eine Runde mehr, weil das Wasser immer wärmer wird.
In der Nacht wachten wir auf, weil es auf dem Boot regelmässig polterte! Regina rollte in den Wellen und irgendetwas donnerte immer hin und her. Was war das nur? Vielleicht das schon lange vermisste schwere Chrom-Espressokrüglein? Toni suchte im Kühlschrank und unter dem Spülbecken. Schliesslich fanden wir den Glasdeckel der Bratpfanne, der im Kasten unter dem Backofen aufgestellt war und regelmässig hin und her rollte und das tönte ziemlich laut.


Am Abend in der geschützten Bucht, der Leuchtturm blinkt gleichmässig

30.07.2016 Belle-Île Port Andro Anker - Belle-Île Port Andro Anker, 0 sm.
Wetter: bewölkt, später Sonne, kein Wind.

richtige Pause ohne Internet

Es war windstill und ruhig. Der Wecker läutete zwar wie immer, aber wir liessen uns Zeit. Und weil das Wochenende kam, wo immer alle Franzosen auch mit ihren Booten unterwegs waren, beschlossen wir hier zu bleiben. Eine Ankerbucht ohne Internet und ruhig.
Am Vormittag war es grau und trüb und es regnete immer wieder etwas, aber nicht stark. Wir machten Pause, lasen, Toni schaute in den Katalogen nach, was wir noch alles brauchen könnten, beobachteten die Seevögeln und am Nachmittag fingen wir an mit der Bootspflege. Die Reeling brauchte Pflege: sie wurde an einigen Stellen entrostet, geputzt und geölt und wieder richtig nachgestellt. Auch WD40 wurde am Genuaholepunktroller, an den Blöcken am Gross und am Baum appliziert. Dazu wurde geputzt und sauber gemacht.
Am Abend kam die Sonne und nach und nach verschwanden alle Wolken. Der Abend wurde dann entsprechend kühl. Auch unsere Bucht füllte sich mit vielen Booten. Wir sassen noch draussen bis 22 Uhr, dann wurde es zu dunkel zum Lesen.
Ich wundere mich, wie schnell die Tage vorbeigehen.


Blick zum schönen Ankerplatz im glitzernden Meer auf der Insel Hoëdic

31.07.2016 Belle-Île Port Andro - Houat Anker, 17 sm.
Wetter: sonnig, warm, N3, später W4 und NW5.

Insel-Hopping

Von der Belle-Île hatten wir schönen Raumwind zur Île d’Hoëdic, «leider» waren wir nach 10 Meilen schon dort. Vor dem schönen Sandstrand in der Lee-Seite der Insel konnten wir in dritter Reihe ankern. Mit dem Dinghi ruderten wir zum Strand (Elisabeth schwamm dann zurück) und machten einen Spaziergang zum alten Fort, zum Dörfchen (voller Touristen), zum Hafen und zum Menhir auf dem höchsten Punkt. Die Geschichte der Insel wird im Museum im Fort beschrieben und ausgestellt, sie geht offensichtlich bis 5000 v.Chr. zurück.
Nach dem Zmittag kreuzten wir gegen NW zur nächsten Insel Houat, ebenfalls ein schönes Segeln ohne grosse Wellen, diesmal aber schon mit stärkerem Wind, d.h. mit einem Reff im Gross und im Genua. Hier fanden wir noch viel mehr Schiffe vor dem breiten Strand und mussten in der 5. Reihe ankern, später verschwanden die lokalen Wochenendtouristen und wir versetzten uns in die vierte Reihe etwas näher zum Strand. Es hatte starker Wind aus NW (bis 20kn), der unsere Regina (und auch die anderen Schiffe) stark zum Schwojen brachte und bereits Wellen produzierte, die an die Bordwand plätscherten. Mit dem Radar versuchten wir zu erkennen, wo es allenfalls ein «Loch» noch näher am Strand hatte; wir staunten über die vielen Radarechos, das müssen weit über 100 Schiffe sein, die in dieser Bucht ankerten. Angesichts des starken Windes verzichteten wir auf einen Dinghi-Ausflug ans Land.


Die Hafeneinfahrt von L'Herbaudière wird gesäumt von Untiefen, die wie hier bei Niedrigwasser besser sichtbar werden (hier eine abendliche Einfahrt einer Yacht in den Hafen)

01.08.2016 Houat Anker - L'Herbaudière, Île de Noirmoutier, 36 sm.
Wetter: schön, ohne Wind.

Motorboot-Betrieb

Die Nacht war klar und die Sterne waren sehr gut zu sehen, auch die Milchstrasse. Wir waren nachts geweckt worden vom Ankeralarm. Der Wind hatte von WNW auf NE gedreht und wurde markant schwächer, das Boot drehte sich entsprechend und lag auf der anderen Seite des Ankers, und deshalb ging der Alarm los.
Nach der klaren Nacht war es kühl am Morgen. Heute wollten wir zeitig aufstehen und auch zeitig abfahren. Leider schlief der Wind noch und das nicht nur am Morgen. Den ganzen Tag hatten wir keinen Wind, dafür war es wieder sonnig.
Der Fischversuch bei der Loire-Mündung war ohne Erfolg.
Wir fuhren unter Motor, die Segel blieben eingerollt. Zur geplanten Zeit erreichten wir die Ile de Noirmoutier, denn wir wollten nicht bei Niedrigwasser ankommen. So waren wir schon um 14.30 Uhr im Hafen. Wir bekamen einen schönen Platz an der Aussenseite des Schwimmstegs. Nach einem kurzen Spaziergang durch das Städtchen kam auch schon ein nächstes Boot, das bei uns ins Päckchen kam. Kurz danach nochmals eines mit 7 Personen, die alle nach und nach über alle Boote kletterten, um an den Steg zu gelangen. Da bin ich doch viel lieber in einer Ankerbucht, wenn auch dort nicht alleine!!
Am Abend liefen wir zur Mole, um die Hafeneinfahrt bei Ebbe zu sehen. Beidseitig waren Steine zu sehen, es ist ratsam, schön in der Mitte der Rinne zu fahren.


Die Salzgewinnung wurde wieder aktiviert, das war viel früher das Geschäft der Insel und seit etwa 30 Jahren wieder

02.08.2016 L'Herbaudière, Île de Noirmoutier - L'Herbaudière, Île de Noirmoutier, 0 sm.
Wetter: bedeckt, manchmal sonnig und warm.

Im 4er-Päckli

Auf der ganzen Insel verkehren Gratisbusse, damit die Gäste ihr Auto stehen lassen. Auch wir nutzten einen dieser Busse und fuhren vom Hafendorf L’Herbaudière ins Städtchen Noirmoutier-en-l’Île. Der Bus war sehr voll und wir hatten wie viele andere nur einen Stehplatz. Die Fahrt ging aber nur 15 Minuten. Im Städtchen war Markt und sehr viele Leute waren unterwegs. Wir liefen an der Mole entlang stadtauswärts. Im Moment war Ebbe und die Boote standen auf dem Trockenen. Viele Touristen hatten Velos gemietet und sie fuhren an uns vorbei. Bald liessen wir die Häuser hinter uns und das Naturschutzgebiet begann. Später kamen Salzgewinnfelder und wir konnten die Salzberge sehen.
Dann streikte der Fotoapparat und wollte keine Bilder mehr machen. Deshalb gerade das letzte Bild nebenan.
An der Nordostspitze der Insel war das Fort Larron, von dem man nicht mehr viel sah. Später kam ein riesiger Campingplatz, dann ein Wäldchen, das uns Schatten gab, denn inzwischen war es recht warm geworden. Der Strand war lang, das Meer weit draussen. Beim Anlegesteg und Ankerplatz Plage des Dames stoppten wir mit der Wanderung und fuhren mit dem Bus wir wieder ins Städtchen, kauften noch frisches Obst und Gemüse auf dem Markt und warteten dann auf den Bus zum Hafen. Für die Rückfahrt gab es sogar einen Sitzplatz.
Bei Regina angekommen trauten wir unseren Augen nicht: heute waren drei Segelyachten längs festgemacht. Mir waren die zwei von gestern schon zuviel!! Dabei war es erst Nachmittag, bis zum Abend würden der Hafen noch viel voller werden. Gegenüber gab es sogar schon ein 5er Päckchen. Also befestigten wir nochmals einen grossen Fender und noch den zweiten runden auf der Stegseite. Von den 6 kleinen blauen hatten wir seit Brest nur noch 5, einer war und blieb verschwunden. Vielleicht hatte dort einer gedacht, wir hätten zu viele Fender? Auch die Leinen wurden noch verstärkt, immerhin müssen wir 4 Boote (alles 40’-Boote) halten, aber wir hoffen, dass der Wind nicht zu stark wird.
Den Abend verbrachten wir im Boot, jetzt wird es schon gegen 22 Uhr dunkel.


Die vielen Touristen auf der Île d'Yeu mit Velo brauchen auch Unterstützung

03.08.2016 L'Herbaudière, Île de Noirmoutier - Port Joinville, Île d'Yeu, 25 sm.
Wetter: SW4, meist bedeckt, auf der Insel Sonne, später Regen.

Genuss-Segeln und Massentourismus

Als wir aufstanden, war noch kein Lebenszeichen von den Nachbarn auf den angebundenen Booten sichtbar. Erst bei unserem Frühstück tauchten Köpfe auf, und einer ging noch zur Boulangerie. Trotz allem konnten wir recht pünktlich um halb neun unsere Leinen lösen, einzig der Nebenlieger hatte etwas Probleme, der wollte nämlich hier bleiben und unseren Platz am Steg übernehmen. Er vergass aber eine Leine an unserem Bug zu lösen und stand dann so ziemlich krumm mitten im Hafen.
Die Weiterfahrt war genüsslich, wir hatten SW3-4, je ein Reff im Gross und Genua, leichter Schwell von Westen, mit immer über 6 kn rauschten wir nach Süden, unterstützt vom Gezeitenstrom, der uns nochmals 1-2 Meilen pro Stunde schenkte. Genüsslich war auch, dass wir alle Boote überholten, die in die gleiche Richtung segelten, sogar jene, die bei Herbaudière noch eine Stunde länger mit dem Motor fuhren statt segelnd aufzukreuzen.
Bis kurz vor Port Joinville auf der Île d’Yeu wollten wir eigentlich ankern. Aber der Wetterbericht sah für heute Nacht vor, dass der Wind von SW nach NW drehen und es gar stärkeren Wind aus N, später aus NE geben sollte. Für das gibt es keinen passenden Ankerplatz. Der auf der Karte markierte Ankerplatz war entsprechend auch leer. So beschlossen wir, trotz der nicht so schönen Erfahrung vom letzten Ort, in den Hafen zu fahren. Uns wurde gleich ein Platz zugeteilt: zweite Reihe.
Nach dem Besuch beim Hafenbüro gingen wir in die nahe Stadt. Auch diese rappelvoll mit Touristen, und hier vor allem auch viele Velotouristen, denen man ansah, dass sie noch nie auf einem Velo sassen. An jeder zweiten Ecke konnte man Velos mieten, was wohl auch sinnvoll ist, die Insel Yeu ist übersichtlich (3 auf 10 km) und flach, und es hat mehrere ausgeschilderte Velorouten. Die Stadt selber ist nichts Besonderes, uns scheint es schon sehr südlich wie Griechenland oder Sizilien.
Zurück im Hafen wurden wir überrascht: Der ganze Hafen voller Schiffe, man könnte fast trockenen Fusses quer über das Hafenbecken gehen. Die Schiffe sind im 5er-Päckli aneinander festgezurrt, entsprechend erwartet uns wohl wieder ein Getrampel über unser Deck. Und um überhaupt aus dem Hafen fahren zu können, müssen wir morgen warten, bis das «Fahrwasser» frei sein wird.

 
Links für weitere Informationen:
www.ile-yeu.fr


Ein Wald voller Masten, unangenehmer Blick aus dem Salon nach Draussen

04.08.2016 Port Joinville, Île d'Yeu - Ankerbucht des Vieilles, Île d'Yeu, 8 sm.
Wetter: bedeckt, ohne Wind, am Nachmittag sonnig mit Wind.

Von der Masse weg, um verschaukelt zu werden

Wir machten uns parat wie immer. Aber dann mussten wir sehr lange warten. Die Bootsnachbarn trampelten nochmals über unser Boot, um beim Bäcker Baguette und Croissants zu kaufen. Wir warteten dann, bis wir um 10.20 Uhr endlich ablegen konnten. Vorher mussten natürlich die neben uns weg und auch die Päckchen vor bzw. hinter uns mussten kleiner werden, sonst wären wir gar nicht rausgekommen. Wir waren dann sehr froh, als wir endlich draussen waren.
Da es noch kein Wind gab, fuhren wir unter Motor rund 7 Meilen um die Südspitze der Insel in eine Bucht, die sehr gut gegen den angesagten Wind aus NW schützt.
Regina schaukelte friedlich und sanft, der Skipper schlief dann irgend wann mal ein. Ich las den Krimi von Jean-Luc Bannalec «Bretonische Flut» bereits zum 2. Mal. Und so waren wir einfach mal faul.
Am späteren Nachmittag kam die Sonne durch, der Wind kam auch und schnell war der Strand voller Menschen. Es kamen auch andere Boote in «unsere» Bucht, die aber teilweise nach kurzem Landausflug den Anker wieder hoben. Als die Sonne langsam unterging, ankerten bereits 5 Boote.
Der Schwell, der von Südwesten her um die Ecke in die Bucht drängte (eigentlich kommt er von WNW), wurde stärker und brachte Regina unangenehm zum Rollen und Schaukeln. Wir versuchten im Salon in der Bootsmitte zu schlafen. Allerdings schliefen wir nicht so besonders gut, denn irgendwo klapperte, tönte etwas, das Geschaukel war nicht mehr angenehm und auch die Wellen plätscherten (klatschten) laut an die Schiffswand.


Auf Schritt und Tritt trifft man auf das Logo der «Vendée Globe»

05.08.2016 Ankerbucht des Vieilles, Île d'Yeu - Les Sable d'Ollone, 36 sm.
Wetter: immer sonnig, NW3.

Geschüttelt, Segelgenuss, Regatta

Als der Wecker läutete, waren wir schon (oder noch) wach. Schnell wurde der Anker gehoben, zwei Nachbarn waren schon weg, und auch wir verliessen die Bucht fluchtartig. Zmorge gabs dann unterwegs.
Bald kam auch der Wind und es wurde heute ein wunderbarer Segeltag. Wir mussten zwar vor dem Wind kreuzen, d.h. mehrmals halsen, aber das war kein Problem, wir hatten Zeit und den Platz dafür.
Am frühen Nachmittag erreichten wir den Hafen von Les Sable d’Olonne. Hier war viel Platz und wir bekamen einen Fingersteg zugewiesen. Dummerweise stand am Ende des Schwimmstegs eine Schraube raus, der Fender war natürlich nicht genau an dieser Stelle, so hat Regina einen Kratzer bekommen (-> der fehlende Fender?). Den werden wir morgen früh flicken müssen.
Wir spazierten noch 3 Stunden durch das Städtchen. Sehr viele Touristen sind hier, der Strand ist gesteckt voll und auch die Stadt hat entsprechend viele Souvenirläden. Aber ausländische Touristen hat es nur sehr wenige. Die Stadt scheint sehr lebendig und in Weiterentwicklung zu sein, aber alte photogene Häuser hat es nur wenige, Museen, 2 Klöster und sonstige kulturelle Anlässe könnte man aber beliebig viele besuchen, und natürlich auch die Ferien-Events für die vielen Strandleute.
Weil von hier aus im November die Vendée Globe (Solo-non-stop-Segelrennen rund um den Globus in weniger als 80 Tagen) startet, kann schon ein solches Riesenboot im Hafen bewundert werden. Auch in der Stadt gibt es überall Werbung dafür. Das scheint DER Anlass dieser Stadt zu sein und ist nicht zu übersehen.

 
Links für weitere Informationen:
www.lessablesdolonne-tourisme.comwww.vendeeglobe.org/en/


Sonnenuntergang an der Boje

06.08.2016 Les Sable d'Ollon - La Flotte, Île de Ré, 26 sm.
Wetter: prächtig, WNW4.

Gennaker-Segeln und Bojenfänger

Wir hatten beim Hafenbüro Croissants und Baguette bestellt. Das wurde hier zum Boot geliefert und war kurz vor 8 Uhr da. So hatten wir bequem frisches Brot zum Frühstück.
Danach machten wir uns ans Flicken des Kratzerchens von gestern. Vielleicht wäre es nicht nötig gewesen, aber besser, es ist gemacht. Alles wurde so gemacht, wie es Bas uns in Medemblik gezeigt hatte. Danach war noch Zeit, die Fender zu reinigen, das ist auch von Zeit zu Zeit nötig.
Gegen Mittag wollten wir noch zum Yachtausrüstungsgeschäft, aber zwei hatten schon Mittagspause, einer war noch offen, wo wir einen kleinen Block für unsere künftige Ankerboje kaufen konnten.
Wir legten erst nach dem Mittag ab, weil es am Vormittag noch windstill war, der Wind aber am Nachmittag kommen sollte. Und so war es auch, wir hatten 3-4 bf, am Abend sogar 5. Erst segelten wir unter Grosssegel und Genua, später wurde der Blister gesetzt, mit dem wir über 1 Knoten schneller vorwärtskamen, vor allem aber tiefer vor dem Wind segeln konnten. Der Parasail wäre noch besser für diesen Kurs, aber mit dem Blister ging es schnell genug, mit dem Strom teilweise über 8 Knoten über Grund. Das ist doch wirklich schnell genug.
Vor der Küste der Insel Île de Re gibt es Besucherbojen. Die erste Möglichkeit, an eine Boje zu gehen verpassten wir knapp: ein Franzose schnappte sie sich zuerst. Aber er hatte Mühe, die Boje zu fassen. Wir fuhren noch etwas weiter zu den nächsten Bojen vor dem Dörfchen La Flotte. Aber auch wir hatten Mühe, es brauchte mehrere Anläufe, bis wir die Boje hatten. Unser Bojenfänger war zu klein für den dicken Ring, d.h. wir mussten die Boje mit dem Festmacher einfädeln. Dazu kamen die Wellen von ½ - 1m Höhe und die 5 bf Wind, die uns schnell wieder abtrieben. Um 19.30 Uhr konnten wir endlich den Motor abstellen.
Znacht gab es wie immer draussen, diesmal bei einem wunderschönen Sonnenuntergang. Danach musste ich schwer überlegen, wo ich schlafen wollte: die Bugkabine war zu schaukelig, das Salonpolster steuerbord etwas schmal (backbord war schon Toni) also blieb noch die Achterkabine. Aber auch dort wären die Wellen zu hören.

 
Links für weitere Informationen:
de.wikipedia.org/wiki/%C3%8Ele_de_R%C3%A9www.iledere.com/


Die Brücke zwischen La Rochelle und Île de Ré ist 30m hoch, das reicht auch für unseren Mast

07.08.2016 La Flotte, Île de Ré - La Rochelle, 9 sm.
Wetter: wolkenlos schön und heiss, zuerst S1, später W1, am Abend NW4.

Heiss: wir brauchen Schatten

Die Nacht war nicht gar so schlimm wie befürchtet. Elisabeth wählte doch die Bugkabine, und am Morgen war es praktisch windstill mit einem Hauch von Süden. Regina stand ruhig vor der Boje, die Befestigungsleinen hingen ganz locker am Bug.
Auch mit langem Ausschlafen war der Wind noch nicht da, so fuhren wir unter Motor der Küste der Insel Île de Ré entlang und dann unter der Brücke durch, die die Insel mit La Rochelle verbindet. Es hatte sehr regen Betrieb auf dem Wasser, kein Wunder: Sonntag, schönstes Wetter, am Nachmittag etwas Wind angesagt, es hatte wahrscheinlich mehr Boote unterwegs als auf dem Zürichsee.
Wir gelangten zum Yachthafen Les Minimes. Auch hier wurden wir überwältigt von den Dimensionen: Hier hat es über 5000 Liegeplätze, der grösste Yachthafen Europas an der Atlantik-Küste. Am Ankunftssteg am Hafeneingang konnte man gleich bezahlen und wurde dann von einem Marinero im Gummiboot zum Platz geführt und erhielt auch Hilfe beim einparkieren. Wir haben den Platz 12 am Steg 03 (von 63 Stegen).
Nach dem Mittagessen spazierten wir durch die sehr ausgedehnte Hafenanlage und weiter zur Innenstadt von La Rochelle. Es hat unwahrscheinlich viele Leute hier, die auch spazieren, und die wenigsten sind Touristen, ähnlich wie bei uns am Zürisee. Die Stadt wollen wir aber erst morgen anschauen gehen, wir haben 3 Nächte gebucht und haben genügend Zeit.
Noch vor dem Znacht machte Elisabeth einen Schwumm im Meer, und später hatten wir noch Skype-Unterhaltung mit Zürich. Und das Bimini stellten wir auf, jetzt brauchen wir Schatten.

 
Links für weitere Informationen:
www.portlarochelle.com


Die Türme von La Rochelle beim alten Hafen

08.08.2016 La Rochelle - La Rochelle, 0 sm.
Wetter: zuerst bedeckt, später sonnig.

Sightseeing und Planung

Der Tagesanfang war eher grau und trüb, erst gegen Mittag schien dann die Sonne wieder mit voller Stärke. Wir besuchten heute die Stadt La Rochelle und nutzten dabei einen Routenvorschlag der Touristeninformation. Allerdings hatten wir merklich länger als die vorgeschlagenen 1.5 Std. Von der Marina benötigten wir rund eine halbe Stunde bis zum alten Hafen mit den 2 markanten Türmen. Der kleinere war der Wachtturm für den Hafen, der grössere diente als Schloss, war also eher ein Belfries als eine Festung. Der dritte Turm, etwas abseits, war der höchste und diente schon sehr früh als Leuchtturm für die Schifffahrt. Die vorgeschlagene Route führte uns an verschiedenen alten Häusern und Denkmälern vorbei (und wie halt so üblich «hier hat … gewohnt» und «dieses Haus heisst …»), führte aber auch durch den Park, der mitten durch die Stadt führt, und durch verschiedene Gassen. Die Häuser und die Strassen waren aus einem hellen Kalk, fast wie Marmor, gebaut, und viele der engen Strassen waren eigentlich gar nicht eng, weil es auf beiden Seiten Arkaden hatte, und die meisten waren auch von Läden und Gewerbe belebt. Einige der Häuser wurden bereits im 14. Jh. errichtet (das Stadttor stammt auch aus dieser Zeit), vieles stammt aber aus dem 18. Jh. Wir waren wiederum nicht allein, es hatte eine Unmenge von Touristen, die sich in den Fussgängerzonen tummelten.
Am späteren Nachmittag gingen wir wiederum zu Fuss zurück zum Schiff und besuchten noch drei verschiedene Yachtshops: Wir brauchen Karten und Führer für die nächsten Etappen, in einem der Läden fanden wir die englische Version des Imray-Führers für Spanien und die Biskaya.
Gegen Abend wehte wieder ein starker Wind direkt ins Cockpit. So hatten wir unseren Znacht ausnahmsweise im Schiff und nicht draussen. Anschliessend versuchten wir eine Planung für den Weg nach Bilbao zu machen, der längerfristige Wetterbericht meint, es gäbe meist Nord- oder Ostwind um 3bf mit Sonne. Ein recht starkes und konstantes Azorenhoch und ein Tief über Spanien führt zu dieser Wetterlage, die Tiefs über Schottland und Norwegen sind sehr weit weg.

 
Links für weitere Informationen:
www.larochelle-tourisme.comwww.tourismus-larochelle.com


Pausetag mit Wäschewaschen

09.08.2016 La Rochelle - La Rochelle, 0 sm.
Wetter: schön.

Ein Velo wäre praktisch

Heute standen wir auf, gemütlich ohne Wecker, aber fast zur gleichen Zeit wie immer. Beim Bäcker musste man anstehen für frisches Pain und Croissants. Nach dem Zmorge gings gleich in den Yachtshop. Wir brauchen immer etwas: diesmal bestellten wir Räder und eine Abdeckung fürs Dinghi. Um das Dinghi den Strand hoch zu schleppen, mit Motor wiegt es etwa 50 kg, fehlen uns zwei starke Männerarme. Deshalb müssen jetzt 2 Räder her. Das haben hier übrigens fast alle Dinghis. Anschliessend liefen wir zum Carrefour, das dauerte etwa 30 Minuten. Wir deckten uns mit frischen Lebensmitteln ein und in der Mittagshitze gings wieder gleichweit zurück zum Hafen. Dort warteten die Croissants auf uns und dazu gabs natürlich Kaffee.
Wäsche waschen stand auch noch auf dem Programm heute. Sonne und Wind trockneten dann alles schnell.
Am Nachmittag gings nochmals in einen anderen Yachtshop, wir brauchten noch Seekarten und Hafenführer für Spanien und Portugal. Wahrscheinlich werden wir morgen oder übermorgen zu einem Nachttörn direkt nach Bilbao starten.
Wir probierten ein zusammenklappbares Bromptonvelo aus, von dem träumen wir, vielmehr zwei hätten wir gern. Aber wohin damit?? Langsam wird der Platz hier im Schiff knapp. Aber gebraucht hätten wir es schon mehrmals, nicht nur heute.
Das Meer hat inzwischen 21 Grad und der nahe Strand ist wunderbar zum Schwimmen.
Zum Znacht holten wir uns eine Pizza. Man muss nur über den Parkplatz (sehr voll mit Wohnmobilen) laufen und schon kommt die Pizzeria. Aber selber kochen geht schneller. Die Sonne ging schon unter, als wir dann essen konnten.

 
Links für weitere Informationen:
www.brompton.com/

 

Das ist der Text in der Fusszeile.