im Blickfeld: Segel-Blog Atlantikküste 2016


Logbuch Etappe 6 Nordbretagne, Flussfahrten und Kanalinseln

von St-Malo nach Brest 

(08.07.2016 - 22.07.2016), Anzahl Tageseinträge: 15


Die Stege zum Ponton werden mit dem Niedrigwasser sehr steil, bei Hochwasser stehen sie fast horizontal.

08.07.2016 St-Malo - St-Malo, 0 sm.
Wetter: schön und warm.

Pausetag

Heute war «Pausetag»: gut Ausschlafen, Putzen, Waschen und Einkaufen. Wir gingen dummerweise um die Mittagszeit in die Stadt. Der Lebensmittelladen hatte zwar offen, aber die Bäckereien machten eine nach der anderen zu und auch alle anderen Geschäfte. Schliesslich fanden wir noch eine offene Bäckerei. Es war recht warm und es wurde uns noch wärmer, als wir die Waren zum Hafen schleppten.
So fast den ganzen Tag im Hafen erlebten wir die 12 m Tide: der Steg wurde von flach auf ganz steil gestellt. Die Fähre, die recht nahe von unserem Steg ihren Anlegerplatz hat, war heute tagsüber kaum hier. Nur der Schnellkatamaran kam und ging aber bald wieder. Leider kam die grosse Maschine am Abend wieder zurück, und sie tönt ziemlich laut und das die ganze Nacht. Am Abend kam unser Gast Stefan. Es gab noch die übliche Bootseinführung.
Rund um uns sind Pfadigruppen auf Booten, entsprechend ist heute ungewohnt viel Betrieb am Steg.

 
Links für weitere Informationen:
de.wikipedia.org/wiki/Saint-Malode.saint-malo-tourisme.com/


Bei Niedrigwasser in den Ile Chausey, die Seezeichen stecken auf hohen Pfählen, damit sie bei Hochwasser sichtbar bleiben

09.07.2016 St-Malo - Grande-Ile, Chausey, 15 sm.
Wetter: zuerst bedeckt, S1, später S2-3 und dann wieder S1, am Nachmittag sonnig.

Landgang mit Beiboot

Wir legten relativ früh ab, hatten aber wenig Wind und brauchten Motorunterstützung. Später wurde für 1 ½ Stunden der Gennaker gesetzt, bis es nicht mehr ging und der Wind definitiv abstellte. Auf der Grande-Île im Chausey-Inselarchipel waren schon viele Boote im Bojenfeld, es hatte viel Betrieb und wir kamen uns vor wie auf einem Campingplatz.
Wir nahmen Dinghi und Aussenborder in Betrieb. Der Aussenborder, der noch kaum benutzt und letztes Jahr gar nicht im Einsatz war, wollte anfangs nicht, nach rund 100 Startversuchen lief er aber tip top und schön rund. Wir machten einen Ausflug zur Insel und einen Spaziergang zum Leuchtturm. Es war ziemlich heiss.
Zurück an Bord wurde das Ruder des Windpiloten rausgenommen und gereinigt. Es war in kurzer Zeit ganz bewachsen. Danach gab es eine Erfrischung im Meer. Unter dem Bimini konnten wir im Schatten Znacht essen. Einen wunderbaren Sonnenuntergang in allen Farben gabs zum Tagesabschluss.

 
Links für weitere Informationen:
fr.wikipedia.org/wiki/Chauseywww.ileschausey.com/


In der Fussgängerzone von St. Helier hat es auch am Sonntag noch Leute

10.07.2016 Grande-Ile, Chausey - St. Helier, Jersey, 24 sm.
Wetter: bedeckt, zwischendurch Regenschauer, SSW4.

Nochmals Jersey

Heute war Sonntag mit langem Ausschlafen und spätem Frühstück.
Wegen des Stroms hatten wir Zeit. Wir konnten am Bojenplatz erst um 10.30 Uhr ablegen, weil vorher zu wenig Wasser über den trockengefallenen Stellen war, vor allem aber weil der Gezeitenstrom noch in die falsche Richtung strömte. Wir hatten guten Wind und konnten mit gerefften Segeln gut vorwärtskommen. Der Wind kam anfangs von achtern und da fährt Regina nicht so schnell. Aber der Strom schob und später gings mit Halbwind, bzw. dann am Wind. Schon am frühen Nachmittag waren wir im Hafen St. Helier. Es reichte noch, um über das Süll zu kommen. Und die Zeit reichte auch noch, um zu spazieren, bzw. wir konnten noch einkaufen, die Lebensmittelläden waren heute Sonntag sogar offen.
Am Abend gabs wieder Hafenkino, besser gesagt Hafenspektakel. Ein Boot nach dem anderen kam an, der Wind hatte aufgefrischt und blies von der Seite, was die Hafenmanöver nicht einfacher machte. Ein Hafenboy half und alle anderen vom Steg halfen auch mit.
Danach musste noch gerechnet werden (Hoch-/ Niedrigwasser, Stromberechnungen, Süllhöhe, Wind) für die Törnplanung vom Montag, wir wollen in die Gegend der Ile de Bréhat wieder in der Nordbretagne. So kamen wir erst spät in die Koje.

 
Links für weitere Informationen:
www.jersey.com/de


Der Leuchtturm La Corbiere an der SW-Ecke von Jersey bei unserer schaukligen Fahrt Richtung Bréhat

11.07.2016 St. Helier, Jersey - Lézardrieux, 61 sm.
Wetter: zuerst SW4, später W5 und W6, zuerst bedeckt, dann viel Sonne.

Hart am Wind und ein harter Tag

Wir fuhren ab, sobald wir konnten, das war aber erst um 9.50 Uhr möglich, das Gate war vorher noch geschlossen bzw. hatte noch kein Wasser über dem Süll. Leider fuhr der grosse Fährkatamaran im Vorhafen auch gerade ab und wir bekamen Rot und mussten nochmals warten.
Heute war Starkwind angesagt, deshalb war das Kutterstagfock schon im Hafen angeschlagen worden. Sobald wir segeln konnten, wurde das Fock hochgezogen. Allerdings war dann doch zu wenig Wind, sodass das Fock geborgen und das Genua ausgerollt wurde. Die Wellen waren aber hoch und ruppig. Zum ersten Mal wurden auch auf der Regina die Fische gefüttert, und einer der Gäste verzichtete freiwillig auf das Mittagessen.
Es wurde ein langer Tag! Gegen 19 Uhr frischte der Wind wieder auf, so dass wieder das Kutterfock zum Einsatz kam. Es gab bis zu 22 Knoten Wind, die Wellen wurden in Landnähe aber kleiner, die Sonne schien.
Um 21 Uhr erreichten wir den Ponton von Lézardrieux. Gegen 21.30 Uhr assen wir Znacht, es wurde kühl draussen. Müde fielen wir in die Kojen. Oder wollten wir: schnell merkten wir, dass in der Bugkabine nicht mehr alles so trocken war, wie es sein sollte. Die Lüftung war nicht ganz verschlossen gewesen und so konnte Wasser eindringen, weil häufig die Wellen übergekommen waren. Die Bettwäsche und die beiden vorderen Schapps waren feucht geworden. Schnell war die Bettwäsche gewechselt und alles aufgehängt. In der Nacht regnete es und Regina wurde schön gespült und das Salz abgewaschen. Aber von dem hörten wir nichts.


Auf der Blumeninsel Île de Bréhat

12.07.2016 Lézardrieux - Tréguier, 34 sm.
Wetter: schön, am Abend und in der Nacht Regenschhauer, WNW5.

Dinghi-Ausflug Blumeninsel Ile de Bréhat

Wir waren an einem Ponton vor dem Hafen, unabhängig von der Tide und einem Süll, konnten jederzeit ankommen und abfahren. So konnten wir nicht ans Land, das machte aber nichts. Wir legten ab, als der Strom günstig für uns war. Es gab einen schönen, sonnigen Segeltag.
Aber erst mal segelten wir zur Ile de Bréhat. Dort ankerten wir, einen Hafen gibt’s nicht für unsere Grösse. Dann wurde das Dinghi gewassert und wir fuhren zur Insel. Das Dinghi musste die Rampe hochgeschleppt werden, weil das Wasser noch am Steigen war. Wir spazierten auf der wunderschönen Insel, bewunderten die Blumen und Pflanzen, die nie einen Frost erleben müssen. Ein Haus war total mit Geranien bewachsen, die sicher mehrere Jahre alt waren.
Es kamen viele Ausflugsboote an und der Touristenstrom bevölkerte die Strässchen. Autos gibt’s hier keine. Nachdem wir die Bäckerei besuchten mussten wir zurück zum Boot, der Strom war jetzt günstig für die Weiterfahrt. Doch der Dinghimotor streikte anfangs, bis ihn Stefan dann doch zum Laufen brachte. Schnell waren wir wieder auf der Regina, Dinghi auf dem Vorschiff festgebunden, der Anker gehoben und weiter gings mit viel Wind und schneller Fahrt. Die Sonne schien, und die Fahrt machte Spass.
Wir segelten den Fluss hinauf, bis der Wind weg war und motorten noch die letzten 2 Meilen zum Hafen Tréguier, dort fanden wir einen Platz. Regina bekam eine Spülung, was sich später als unnötig erwies, denn am Abend, kurz nachdem die Kuchenbude aufgestellt war, regnete es kurz und heftig mehrere Male.

 
Links für weitere Informationen:
de.wikipedia.org/wiki/%C3%8Ele_de_Br%C3%A9hat


In Tréguier hat es neben den typischen bretonischen Steinhäusern auch einige Fachwerkhäuser. Im Hintergrund die Kathedrale aus dem 10. Jh.

13.07.2016 Tréguier - Tréguier, 0 sm.
Wetter: schön (mit kleinem Regenguss), starker Wind aus W.

Pause in Tréguier

Heute war Pausetag. Wir frühstückten spät. Da heute hier Markttag war, besuchten wir im Städtchen den Markt. Dort war alles zu haben, von frischem Fisch über Gemüse, Früchte, bis zu Kleidern, Schuhen und Fensterrahmen. Wir deckten uns mit frischem Käse, Brot, 4 verschiedenen Salamis und Aprikosen und Salat ein.
Es war etwas Zeit zum Lesen, die normalen Arbeiten wie putzen und waschen konnten gemacht werden und natürlich auch ein ausgiebiger Spaziergang durch das hübsche Städtchen Tréguier. Die Geschichte der Stadt geht bis aufs Jahr 535 zurück (Bischof, Kloster), und in der Stadt findet man einige Häuser, die mit 1400 angeschrieben sind. Es hat auch schöne Fachwerkbauten, nicht alle Häuser sind aus grauem Granit gebaut. Auch die Kathedrale wurde bereits im 10. Jh. erstellt.
Am Abend konnte Toni noch die Frischwasserspülung des Wassermachers nach einiger Bastelei provisorisch zum Laufen bringen, damit wenigstens die Membranen und Leitungen gespült und gepflegt werden können.
Ausgiebig gerechnet haben wir auch für den morgigen Tag. Das Süll des Zielhafens, die Gezeitenströme, der voraussichtliche Wind, der Strom im Fluss von Tréguier zum Meer hinunter waren die verschiedenen Faktoren. Leider gab es keine optimale Lösung. Wir müssen gegen den Strom runterfahren und auch noch etwas gegen den Strom nach Westen (Wind kommt von NW) segeln, damit es für das Süll des nächsten Hafens reicht.

 
Links für weitere Informationen:
www.ville-treguier.fr/www.infobretagne.com/treguier.htmfr.wikipedia.org/wiki/Tr%C3%A9guierde.wikipedia.org/wiki/Tr%C3%A9guier


Hinter trockenfallenden Steinen und Inseln finden wir einen geeigneten Ankerplatz

14.07.2016 Tréguier - Trébeurden, Anker, 32 sm.
Wetter: schön, NW3, später weniger.

Flussfahrt, Am-Wind-Segeln und Ankernacht

Hier in Tréguier liegt die Werft von starken Aluminium-Segelschiffen namens Boréal, einige davon waren auch im Hafen festgebunden und konnten bewundert werden. Unser Nachbar hatte gerade am Montag sein Schiff übernommen und machte heute morgen seine erste Ausfahrt den Fluss hinunter und wieder hinauf.
Erst mit dem Mittag fuhren wir, noch mit leichtem Gegenstrom, den Fluss wieder hinunter. Nach der letzten Boje der Ausfahrt konnten wir die Segel setzen und am Wind gegen Westen segeln. Wir hatten schönstes Wetter, wolkenlos, leichter Wind, aber wir waren halt langsam und so auch angewiesen auf den richtigen Strom, bei diesen tiefen Geschwindigkeiten liegt es nicht drin, gegen den Strom zu segeln.
Beim Rausfahren begegneten uns Schiffe, die nach Tréguier hinauf fuhren und den letzten Strom nutzten. Unter anderem auch ein Hallberg-Rassy 40 namens Moon Boom. Nach einer Stunde am Segeln hörten wir am Funk ein Pan-Pan von dieser Moon Boom, sie sei manövrierunfähig und hange mit ihrem Anker in einer Fischerausrüstung auf Grund. Die Küstenwache stellte eigenartige Fragen und konnte/wollte nicht helfen (das Schiff oder die Crew war ja nicht lebensgefährlich bedroht), aber ein Boot in der Nähe mit Taucher meldete sich bei Moon Boom, die konnten dann wahrscheinlich einfach helfen.
Der Termin für das Abfahren gegen den Strom war bestimmt von der Süllhöhe beim Hafen Trébeurden, unserem nächsten Ziel. Um18:30 Uhr hätte es uns gerade noch gereicht. Aber kurz vor dem Hafen – wir wären rechtzeitig gewesen – entschieden wir uns für eine Ankernacht hinter den Inseln vor dem Hafen. Ein guter Entscheid: wir schaukelten und schwojten gemütlich hin und her über gutem Sandgrund vor einer spannenden Kulisse mit weissem Sandstrand, und hatten gute Sicht auf die Promenade des Städtchens. Es könnte ja sein, dass es zum Französischen Nationalfeiertag ein schönes Feuerwerk gibt. Wir hatten unsere Ruhe, hätten jederzeit wieder wegfahren können. Ein Feuerwerk gab es aber nicht, um 23 Uhr verkrochen wir uns definitiv in die Kojen.

 
Links für weitere Informationen:
www.boreal-yachts.com/


Ein riesiger Nordquadrant vor dem Hafen von Roscoff

15.07.2016 Trébeurden Anker - Roscoff, 17 sm.
Wetter: schön, S2 und SW1.

Roscoff mit TourVoile

Wieder wegen des Ebbstroms holten wir den Anker früh wieder hoch, wir standen gerade mit Sonnenaufgang auf, unser Frühstück nahmen wir unterwegs unter Segel ein. Überraschend hatten wir Südwind, die Prognosen versprachen N, der schwache Wind drehte später sogar nach SW (unsere Richtung). Am Schluss hatten wir gar keinen Wind mehr, wir nutzen die letzten Seufzer und segelten noch mit 1.2 kn, die Hälfte davon wegen des Stroms; die letzten 5 Meilen musste uns der Motor helfen.
Gerade am Mittag kamen wir in der Marina von Roscoff an, ein schöner Hafen mit viel Platz für Manöver und breiten Stegen und hilfsbereitem Personal. Aber es hatte ziemlich viel Betrieb vor dem und im Hafen, es wurde gerade ein Regatten-Event durchgeführt. Die Tour-de-France-à-la-Voile machte gerade Station hier und führte mit 8m langen Trimaranen ihre Rennen durch. Es hatte auch viele Stände an Land, aber viele Zuschauer hatte es nicht, auch die Live-Übertragung war nicht interessant. So machten wir uns auf, das Städtchen zu besuchen.
Roscoff ist wie die anderen bretonischen Städtchen aus vielen Steinhäusern gebaut, und weil es auch ein Fährhafen für England und Irland ist, hat es auch einige Touristen. Die Geschichte geht zurück auf den frühen Handel mit England, später auch Schmuggel, und insbesondere aber der Handel mit Gemüse und Zwiebeln. Der Hafen ist aber durchgehend trockenfallend, so konnte sich hier keine Meeres-Industrie aufbauen, erst spät wurde der Fährhafen und die Marina im Tiefwasser (immer zugänglich) gebaut.
Am Nachmittag gings auch ums Berechnen der nächste Etappe nach Aber Wrac’h: Der Gezeitenstrom nach West beginnt um 5 Uhr, also sehr früh aufstehen und losfahren. Vor dem Schlafengehen konsultierten wir nochmals das Wetter: Schön, aber praktisch windstill; also ausschlafen, wir haben keine Lust für eine lange Motorbootstrecke. So planen wir um: Mit dem Nachmittagshochwasser fahren wir durch die Passage der Île de Batz und suchen uns dann einen Ankerplatz hinter einer Insel, es hat ja keinen Wind und auch fast keinen Schwell. Dafür hoffen wir für den folgenden Tag auf etwas mehr Wind, damit nicht alles unter Motor zurückgelegt werden muss, wäre ja auch schade bei diesem wolkenlosen blauen Himmel.

 
Links für weitere Informationen:
www.tourvoile.frwww.tourvoile.fr/fr/la-course/le-bateaude.wikipedia.org/wiki/Roscoffwww.roscoff-tourisme.com/de/www.bretagne-reisen.de/reiseziele-entdecken/rosa-granitkueste-bucht-von-morlaix/nich


Sonnenuntergang unter Anker nach 22 Uhr.

16.07.2016 Roscoff - Moguériec Anker, 9 sm.
Wetter: schön, sehr wenig Wind.

Gemütliches Segeln

Heute war ein gemütlicher Vormittag mit Ausschlafen, Einkaufen, Wassermacher spülen, Wassertank auffüllen und Spaziergang zum Aussichtsplatz. Zum Einkaufen muss man mit dem Bus. Der Versuch von gestern Freitagabend scheiterte, weil es keinen Bus zurück mehr gab, also konnte mit diesem letzten Bus gar nicht ausgestiegen werden, immerhin gab es so nochmals ein Sightseeing durch Roscoff.
Wir legten erst am Nachmittag ab. Viele Boote waren unterwegs, samstags gehen auch die Einheimischen aufs Wasser. Durch die enge Durchfahrt zwischen Roscoff und der Île de Batz fuhren wir unter Motor, danach konnten wir langsam segeln. Bereits um 18 Uhr war dann der Anker hinter einer Insel vor dem trockenfallenden Hafen von Moguériec fest.
Nach dem Ankertrunk mit Apéro assen wir eher spät, der Sonnenuntergang um 22 Uhr war phantastisch. Der Wind war zwar schwach, aber der Schwell und die Strömung brachten Regina zum Schaukeln.
Und dann begann die unruhige Nacht. Besonders in der Bugkabine war das Schaukeln nicht mehr angenehm, Toni flüchtete in den Salon und ich bekam diese Nacht nicht so viel Schlaf.


Der Leuchtturm Île Vierge sei der höchste der Welt (77m).

17.07.2016 Moguériec Anker - L'Aber Wrac'h, 26 sm.
Wetter: wolkenlos schön und ohne Wind.

Anker auf vor Sonnenaufgang

Gegen Morgen, als das Geschaukel etwas abnahm, läutete der Wecker. Es war noch dunkel, leider schlief der Wind noch, die Windprognose stimmte mal wieder nicht so ganz. Wir konnten nicht segeln, wir fuhren unter Motor. Dafür schob der Strom. Und als Entschädigung für die Nacht einen schönen Sonnenaufgang und phantastisches blau-rosa-Licht. Und auch den höchsten Leuchtturm der Welt sahen wir beim Vorbeifahren: île Vierge.
Sogar das Fischen war heute erfolgreich! Wenn es auch nur einen Fisch gab, aber das genügt.
Schon vor dem Mittag waren wir im Hafen von L’Aber Wrac’h. Die Sonne brannte erbarmungslos und wir flüchteten ins noch kühle Boot in den Schatten oder zum Spaziergang durch den Ort. Die Luft war angenehm, jetzt gab’s etwas Wind, an der Sonne war es heiss. Den freien Nachmittag verbrachten wir lesend, den nächsten Tag planend, Eis essend und mit Ausruhen.
Morgen soll es wieder früh weitergehen (zur Insel Ouessant) mit hoffentlich mehr Wind.

 
Links für weitere Informationen:
de.wikipedia.org/wiki/Aber_Wrac%E2%80%99hwww.tourismus-abers.de/


Unser Parasail in voller Aktion

18.07.2016 L'Aber Wrac'h - Île d'Ouessant, 24 sm.
Wetter: sonnig, ENE3, später E1-1.

Parasailing

Wir standen wieder vor Sonnenaufgang auf und fuhren auch vor Sonnenaufgang ab. Dies war nötig wegen der Strömungen. Wir waren nicht die einzigen, es fuhren mehrere Boote nach Westen. Der Wind kam heute von Osten, also genau von achtern. So durfte endlich unser Parasail wieder mal raus. Für 2 ½ Stunden brachte er uns schön vorwärts, dann nahm der Wind ab und das Segel wollte nicht mehr (unter 6kn Wind steht das Segel nicht mehr), wurde also wieder eingepackt, wir waren ohne Segel aber immer noch mit 4 kn unterwegs, so stark ist der Gezeitenstrom hier.
Am Mittag waren wir am Ziel: in der Bojenbucht bei Lampaul der Île d’Ouessant, die Insel, die den westlichsten Punkt von Frankreich bedeutet.
Es wurde fast unerträglich heiss. Nach dem «spannenden» Salat (Reste der Vortage), den wir wegen der Hitze im Salon assen, verkrochen wir uns zur Siesta in die noch kühle Koje. Das Dinghi mit dem Motor stand schon parat und wir fuhren ans Land. Bei einer Einwasserungsrampe konnten wir anlegen und die Männer schleppten das Schlauchboot die Rampe hinauf, weil der Wasserspiegel noch stieg. Ein anderes Schlauchboot war weit unten festgemacht und schwamm bereits.
Wir spazierten durch den Ort. Es kommt auch eine Fähre zu dieser Insel (aber am Hafen an der Nordspitze), deshalb gab es recht viele Touristen, Verkaufsläden und Restaurants. Nach dem Spaziergang zum Aussichtspunkt hatten wir genug von der Hitze und fuhren wieder zurück zu unserer Regina.
Ein kurzes Bad im Meer zum Abkühlen und zur Erfrischung, für längeres Schwimmen war das Wasser heute zu kalt (immer noch nur 15°C).
Abends wurde gerechnet und der morgige Tag geplant. Es war noch lange hell genug, um draussen zu lesen und später leuchtet der Vollmond.

 
Links für weitere Informationen:
de.wikipedia.org/wiki/Ouessantwww.ot-ouessant.fr/


Die Speed-Anzeige (kn durchs Wasser zeigt 2.51 kn, auf dem GPS-Plotter sieht man die Geschwindigkeit über Grund: 9.3 kn, eigentlich etwas unheimlich schnell

19.07.2016 Île d'Ouessant - Île de Molène, 15 sm.
Wetter: schön, SE 3-4, später SE2.

Mit und gegen Strom

Wir machten uns einen gemütlichen Vormittag mit nicht so frühem gemütlichen Frühstück, Lesen und mit Sonstigem. Wir legten erst am Mittag ab.
Nach der ersten Wende bemerkten wir, dass wir wieder genau dorthin fuhren, wo wir herkamen, da nützte alles vorhalten und ganz hart am Wind segeln nichts!! Wegen der starken Strömung musste der Motor wieder mithelfen. Aber schon nach einer halben Stunde konnte wieder gesegelt werden, teilweise wurden wir später, als der Strom passte, mit über 6 Knoten geschoben!! So waren wir pünktlich zur ausgerechneten Zeit am richtigen Ort, als der Strom wieder wechselte.
Schon nach gut drei Stunden erreichten wir die Insel Molène und machten an einer Boje fest. Wir fuhren mit dem Dinghi ans Land und wanderten rund um die Insel, die sehr klein ist (40 Minuten reichten). Leider hatten wir die Badesachen nicht dabei, es gab mehrere kleine Buchten. Das Dörfchen ist nicht speziell hübsch, aber sehr warm war es an Land. Die Insel bildet aber den Mittelpunkt des Meeresschutzgebietes Iroise (siehe auch den Link unten).
Am Abend wurde wie immer der nächste Tag geplant und gerechnet.

 
Links für weitere Informationen:
www.molene.fr/www.parc-marin-iroise.fr/de.wikipedia.org/wiki/%C3%8Ele-Mol%C3%A8ne


Die zurückfahrenden traditionellen Segelschiffe, die uns begegneten, hier die Regina Maris

20.07.2016 Île de Molène - Fluss L'Aulne, Anker, 31 sm.
Wetter: bedeckt und diesig, NW1-2, später NW2-3.

Ankern im Fluss

Wir fuhren nicht sehr früh in Molène ab wegen der Strömung. Der Wind war schwach und wir machten alles, damit gesegelt werden konnte, zwischendurch musste der Motor mithelfen. Es war bedeckt und wolkig und etwas diesig, aber ohne Regen. Unterwegs kamen uns viele alte Segelschiffe entgegen, die wieder nach Hause fuhren (die meisten hatten eine holländische Flagge); in Brest hatte es ein langes Wochenende mit dem Segelfest gegeben, das nur alle vier Jahre stattfindet (Fêtes Maritimes Internationales de Brest 2016).
Wir fuhren an Brest vorbei durch die Rade de Brest, eine riesige Bucht wie ein See. Ganz am Ende der Rade, die wir langsam mit wenig Wind durchquerten, erreichten wir den Fluss L’Aulne, strömten mit dem letzten Flutstrom hinauf und ankerten nach der zweiten Biegung. Das Ankermanöver ging etwas länger, da auch der Heckanker mit der Leine gesetzt werden musste, denn der Strom wird in der Nacht und am Morgen wechseln.
Nach dem Znacht, es dämmerte schon, konnte ich noch fischen, mit Erfolg: eine Sardine, eine kleine Makrele und ein Hering. Es waren auch viele Seevögel am Ufer, wo Seevögel sind, sind auch Fische. Der Ankerplatz war idyllisch, man hörte die Vögel vom Wald am Ufer zwitschern und hatte gar nicht das Gefühl, auf See zu sein.

 
Links für weitere Informationen:
brest2016.fr


Der Tour Tanguy, eingeklemmt zwischen Château und der Militärbasis und den neuen Wohnquartieren

21.07.2016 Fluss L'Aulne, Anker - Brest, 14 sm.
Wetter: bedeckt, NW1.

Brest anschauen

Früh nahmen wir den Heckanker auf, bevor der Wirbel uns wieder auf die Seite drückte und grossen Zug auf die Leine bewirkt hätte. Danach schwojten wir friedlich umher, und es gab ein gemütliches Frühstück. Der Buganker und die Kette waren ziemlich dreckig vom Schlamm und mussten noch während des Hochnehmens mit unserer Salzwasserpumpe gespült werden; die Leine erhielt in Brest eine Süsswasserdusche.
Flussabwärts fuhren wir mit der Strömung und - mangels Wind - unter Motor. Schon am Mittag kamen wir in den hinteren Yachthafen von Brest. Es war hier sonnig und ziemlich warm.
Wir fuhren mit dem Bus ins Zentrum und besichtigten die Stadt. Als Erstes besuchten wir die Touristeninformation, dort erhielten wir einen Stadtplan und eine Empfehlung für einen etwa 2stündigen Rundgang.
Die Stadt Brest war im Krieg grösstenteils zerstört und danach sehr schnell, eher zweckmässig als schön, wieder aufgebaut worden, es hat aber ein lebendiges Zentrum, und man spürt, dass sich die Stadt weiter entwickelt. Einige wenige alte Gemäuer und das Château (wird aber noch vom Militär verwendet) sind noch erhalten.
Zum Znacht blieben wir in der Stadt und probierten die hier so bekannten Moules (Toni natürlich nicht).

 
Links für weitere Informationen:
brest-metropole-tourisme.fr


Die Pinguine waren echt, sogar Eis hatte es in ihrem Aquarium. Dieser Eisbär hat sich aber nicht bewegt...

22.07.2016 Brest - Brest, 0 sm.
Wetter: schön und warm.

Pinguine und Eisbären

Heute war Pausetag in Brest. Wir wollten Grosseinkauf machen, Wäsche waschen und das Ozeanum besuchen. Es gab einen Flyer im Hafen, dass der Supermarkt einen Transport zum Hafen macht, wenn genügend viel eingekauft wird. Also liefen wir zum Supermarkt, füllten den Einkaufswagen bis zum Rand, auch mit schweren Getränken und kamen zur Kasse. Leider konnte der Transport heute nicht gemacht werden!!! So füllten wir unsere Rucksäcke und Taschen und rollten mit dem Einkaufswagen zum Hafen hinunter, was nicht immer ganz einfach war. Man läuft doch 20 Minuten.
Stefan wurde auf den Mast hinauf gezogen, damit er die Polsterungen an den Backstagen auf der Höhe der oberen Saling wieder festkleben konnte.
Danach besuchten wir das Océanopolis, das gleich neben dem Hafen liegt. Dort gibt es unter anderem Pinguine und Eisbären zu sehen, alle Arten von Fischen und Haie in Aquarien, viele Informationen zum Meer und zur Seefahrt.

 
Links für weitere Informationen:
www.oceanopolis.com

 

Das ist der Text in der Fusszeile.