im Blickfeld: Segel-Blog Atlantikküste 2016


Logbuch Etappe 5 Kanalinseln, Jersey-Besuch

von Cherbourg nach St-Malo 

(28.06.2016 - 07.07.2016), Anzahl Tageseinträge: 10


Normannische Küste bei Niedrigwasser, Blick gegen La Hague

28.06.2016 Cherbourg - Diélette, 33 sm.
Wetter: zuerst sonnig, SSW2, später SW3-4 bedeckt, am Abend SW5 und 6 mit Regen (im Hafen).

Schönes langes Segeln

Heute standen wir wieder einmal etwas früher auf, allerdings nicht zu unchristlicher Zeit. Wir wollten um 11 Uhr am Cap Hague sein, wenn der Strom vor dem Kentern ist. Der wesentliche Zeitpunkt war allerdings das Süll in Diélette, unserem nächsten Ziel, das für uns bei der aktuellen Nippzeit ein Zeitfenster von plus/minus 1.5h um Hochwasser ermöglicht.
Zuerst mit gemütlichem 2 aus Südsüdwest segelten wir der Küste entlang, das Segel konnten wir noch im Vorhafen von Cherbourg setzen. Und wir konnten vom Strom profitieren, mit zusätzlichen 3.5 kn sausten wir gegen Westen zum berüchtigten Cap Hague am Ende der Halbinsel Cotentin in der Normandie. Hier macht der Tidenstrom eine Kurve um fast 90 Grad nach SW zu den Kanalinseln, und hier befinden sich auch die berüchtigten Aldernay-Falls, die brechenden Wellen wegen des Stroms. Mit dem moderaten Wind und auch zum Zeitpunkt des Kippens des Stroms war es für uns aber kein Problem. Zu klagen ist höchstens der Gegenstrom, der nun einsetzte, allerdings so nahe an der Küste nicht zu stark. Mit einigen Wenden erreichten wir nun den Hafen Diélette.
Der Wind steigerte sich langsam von SSW2 auf SW4 (wie im Wetterbericht angesagt), und am Nachmittag und Abend ging es dann bis 6bf. Wir waren aber rechtzeitig im Hafen (sogar noch etwas vor HW), und konnten das Süll problemlos überfahren und waren so im geschützten Hafenbecken, wenn auch das Boxenmanöver mit der 5er-Böe nicht ganz einfach war.
Diélette ist eigentlich kein Dorf, sondern nur der Hafen, der gerade ausgebaut wird, mit einer kleinen Fähre zu den Kanalinseln. Der Hafenmeister war nicht da. Wenige Leute sassen im Restaurant. Ein kleiner Spaziergang führte uns um die Hafenanlage mit Blicken in die Landschaft der Normandie (jetzt gerade bei Niedrigwasser). Aber von den umgebenden Atom-Anlagen (Wiederaufbereitung La Hague und AKW Flammanville) sahen wir nichts, diese sahen wir beim Vorbeifahren, vor allem La Hague ist von beiden Seiten des Caps sehr gut sichtbar.
Und es begann zu regnen und mit 5-6bf zu blasen.

 
Links für weitere Informationen:
de.wikipedia.org/wiki/Cotentinde.wikipedia.org/wiki/Normandiewww.normandie-tourisme.fr/loi/port-dielette/treauville/fiche-LOINOR050FS0003H-1.html


Unser feiner Znacht: Aprikosenwähe

29.06.2016 Diélette - Diélette, 0 sm.
Wetter: Regen, starker Wind, nie Sonne.

regnerischer Pausetag

Heute regnete und stürmte es fast den ganzen Tag: Barometer und Temperatur sind massiv gesunken, aber im Boot ist es mit über 21 Grad kuschelig warm. Dank dem Backofen. Es gab zum Znacht eine Aprikosenwähe und für morgen einen grossen Nussgipfel und zwei Brötchen.
Die Espressomaschine streikte heute. Sie hatte schon die Tage vorher zwischendurch Probeme, konnte aber noch Kaffee produzieren. Heute mussten wir uns mit Nescafe zufriedengeben, bzw. wir tranken einen Espresso in Hafenrestaurant. Danach schraubte Toni alles auseinander und jetzt funktioniert der Schalter wieder. Wie gut, wenn man einen Skipper hat, der ein Bastler-Ingenieur ist.
Ich verbrachte die Zeit mit Stricken und Ausruhen und Espressokrug suchen (irgendwo sollte noch ein Krug für den Gasherd sein, oder er ist in Zürich), Toni mit Bankbüro, Törnplanung, Fotos aktualisieren und eben mit Reparatur. Morgen früh geht’s bei Hochwasser wieder aus diesem Hafen (vor- oder nachher geht nicht, oder dann erst am späten Nachmittag wieder), Ziel ist Jersey.


Kurz vor dem Hafen trafen wir eine Delphin-Schule mit vielen Tieren

30.06.2016 Diélette - St. Helier, Jersey, 45 sm.
Wetter: regnerisch, grau, SW5.

Grossstadtbetrieb auf der Insel

Wir standen wieder früh auf. Die englischen Stegnachbarn wollten auch früh weg, sie hatten schon Licht. Als wir ablegten, es blies mit bis zu 16 Knoten im Hafen, war es beim Nachbarn wieder dunkel, anscheinend waren sie wieder schlafen gegangen, weil es ihnen zu viel Wind hatte.
Wir konnten im 2. Reff hart am Wind zügig vorankommen. Anfangs mussten wir gegen den Strom segeln. Der Wind frischte auf und blies mit bis zu 20 Knoten. Und es regnete zwischendurch, entsprechend war die Sicht schlecht. Der Menüplan musste kurzfristig geändert werden: wegen der hohen, kurzen Wellen gab es nur noch Quicksuppe. Nicht, dass uns der Appetit vergangen war bei der holprigen Fahrt, sondern weil das Kochen zu unbequem wurde. Später schob uns der Strom Jersey entgegen, entsprechend waren wir auch schneller unterwegs (zumindest mit SOG).
Vor der Einfahrt nach Jersey zeigten sich viele Delphine, viele sehr grosse und zwei kleine.
Wir machten zuerst am Warteponton fest, weil wir nicht sicher waren, ob wir die gelbe Flagge setzten mussten und wie es mit den Besucherplätzen aussah. Einklarieren ist hier aber nicht nötig. Am definitiven Pltz am Visitorponton wurde Regina gespült, es war viel Salzwasser überall. Und mit den Wellen über Deck war auch der Dichtetest bei der wieder festgeschraubten Ankerwinsch bestanden.
Das Wetter hier ist nicht schön: grau in grau, dazu Nieselregen, richtig englisch. Trotzdem spazierten wir durch die hübsche Stadt mit vielen Menschen, Touristen und Einheimischen, suchten den Supermarkt (nicht so super) und kamen spät zum Boot zurück. Hier in Jersey ist allerdings die Uhr eine Stunde zurückgestellt, also war es noch gar nicht so spät.
Der Espressokrug ist definitiv kaputt, obwohl er gestern so tat, als ginge er wieder. Die Enttäuschung unsererseits ist gross……

 
Links für weitere Informationen:
www.ports.jewww.jersey.com


Sehr viel los in der Fussgängerzone von St. Helier

01.07.2016 St. Helier, Jersey - St. Helier, Jersey, 0 sm.
Wetter: Nass und grau, erst gegen Abend etwas Sonne.

Expressokochersuche

Es regnete die ganze Nacht bis zum späteren Nachmittag, am Abend schien etwas Sonne.
Nochmals spazierten wir recht grossräumig durch die Stadt, besuchten den Markt, ein Haushaltgeschäft und zwei grösserer Supermärkte, aber die Suche nach einem Expressokocher war erfolglos, Engländer trinken keinen Espresso. Ein Sightseeing für morgen haben wir gebucht (fast eine ganztägige Inselrundfahrt mit Bus und vielen Stopps), hoffentlich ist das Wetter etwas fotogener.
Wieder auf dem Schiff zurück gab es eine Internetsuche nach dem geeigneten Espressokocher, aber auch amazon.fr kann den gewünschten Kocher nur in 4-6 Wochen liefern. So bestellt Elisabeth einen in Deutschland nach Brest zum Hafenmeister (bis dort gibt es nun halt Nescafe oder auswärts-Expresso).
Endlich gab es wieder einmal eine Skypeverbindung mit den Kindern und Enkeln.


Der Hafen von Gorey an der Ostküste, ganz früher ein wichtiger Handelshafen, heute stehen nur noch trockengefallene Fischerboote herum.

02.07.2016 St. Helier, Jersey - St. Helier, Jersey, 0 sm.
Wetter: schön, windig.

Inselrundfahrt bei Sonne

Heute standen wir dummerweise eine Stunde zu früh auf, weil wir unsere Uhren nicht auf Lokalzeit umgestellt haben (lohnt sich nicht, dachten wir für die paar Tage). Aber so hatten wir gemütlich Zeit.
Wir machten eine Rundfahrt mit dem Bus, denn für Tonis Fuss ist Velofahren noch zu früh. Ausserdem stellten wir fest, dass die Strassen zum Teil so eng sind, dass ein Bus und ein Velo gar keinen Platz haben und zum Ausweichen oft auch keine Möglichkeit da ist. Wir fuhren zuerst der Ostküste entlang. Es war Ebbe, und die Felsen am Strand waren gut sichtbar, die Boote standen im Trockenen und das Meer war bis zu 2 sm weiter draussen. Die Landschaft ist sehr grün, es wachsen hohe Bäume und Büsche. Die Vegetation erinnert ans Tessin oder teilweise ans Mittelmeer: Feigenbäume an windgeschützten Lagen, viele Blumen, teilweise Reben an den Häusern, Kakteen und Palmen.
Es wurden mehrere Stopps gemacht fürs Fotografieren und für Kaffeepausen (aber der englische Kaffee hier kann nicht mal mit unserem Nescafè mithalten). Im Norden der Insel waren dann viele Kartoffelfelder in allen Vegetationsphasen, erntereif und ganz kleine Pflänzchen. Während des Lunchstopps setzten wir uns auf die Klippen der Nordküste und schauten den Schwimmern zu, die beim 14 Grad kalten Wasser in den Wellen hüpften, nur die beiden Bademeisterinnen schwammen und kraulten im Neoprenanzug.
In der Bucht gegen Westen sind noch die Befestigungen und Bunker vom 2. Weltkrieg zu sehen, auch ein Museum, aber dafür war die Zeit zu kurz (und das Interesse eher gering).
Das Wetter war traumhaft, den ganzen Tag über sonnig, aber stark windig. Wir bleiben hier noch eine Nacht und werden erst morgen Ankern. Der Engländer, der neben uns liegt, ist froh, dass es kein Hafenmanöver mehr gibt.

 
Links für weitere Informationen:
www.jersey.com/dewww.jerseybustours.com/www.jerseyheritage.org/explore


Der Sergeant bei seiner Demonstration eines Kanonenschusses mit einem 6-Pfünder

03.07.2016 St. Helier, Jersey - St. Catherine's Bay, 13 sm.
Wetter: am Morgen Regen, am Nachmittag sonnig, am Abend W4-W2.

Elisabeth Castle

Es gibt wieder einmal Ausschlafen, die englische Zeit hinkt der Bord-Zeit eine Stunde hinterher. Und das Elisabeth Castle, das Ziel des heutigen Besuchs, öffnet erst um 10 Uhr (local time). Mit der «Fähre», einem Amphibienfahrzeug, fuhren wir auf Rädern über das fast vollständig trockengefallene Gebiet zum Castle hinüber. Diese Burg ist noch nicht so alt, es wurde erst im 16. Jahrhundert erbaut. Innerhalb der Burg gab es noch einige Museen zum Besichtigen, eines davon über die Geschichte von Kanonen, und eines über die Geschichte dieser Insel / Burg. Noch spannend war aber die Schilderung eines Sergeant aus dem 18. Jahrhundert, der die Geschichte des Castle und Sonstiges aus seiner Zeit erzählte und auch der Schuss aus dem Gewehr und aus einer 6-Pfünder-Kanone demonstrierte, mit all den nötigen Vorbereitungen mit dem Schiesspulver dazu. Dabei bezog er auch die zuschauenden Touristen mit ein (jeweils «well done»). Die Rückkehr zum Festland machten wir zu fuss.
Für die Weiterfahrt mussten wir noch warten, das Gate war immer noch zu, und der Strom war erst ab etwa 18 Uhr für uns günstig. So fuhren wir erst am Abend los, zuerst entlang von trockenfallendem Gelände, später über offene Flächen entlang der Ostküste zu einem geschützten Platz hinter einer Pier, wo es mehrere Bojen auch für Visitors gibt.
Noch gut vor dem Eindunkeln machten wir an einer der Bojen fest, es war allerdings recht schauklig, ein Schwell kam herein, der sich an der Pier reflektierte. Erst später, bei Niedrigwasser, als das Wasser nicht mehr so frei hineinströmen konnte, wurde es etwas gemütlicher.

 
Links für weitere Informationen:
www.jerseyheritage.org/places-to-visit/elizabeth-castle


Ankern bei La Mauvaise in den Iles Chausey, ruhig und gemütlich

04.07.2016 St. Catherine`s Bay - Iles Chausey, Anker, 20 sm.
Wetter: SSW3 bis SSW1 oder weniger, ziemlich schön.

An der Boje, am Anker

An der Boje schaukelte es die ganze Nacht etwas, so zum Angewöhnen für die Atlantiküberquerung…..
Wir machten uns einen gemütlichen Vormittag. Ich versuchte zu fischen, hatte ich doch hier damals bei der Inselrundfahrt einen Fischer mit leckeren Makrelen gesehen. Aber es wollte kein Fisch anbeissen.
Am Nachmittag, als der Strom günstig war, lösten wir die Leine von der Boje. Die ersten 6 sm konnten wir segeln, dann wurde der Wind immer schwächer und wir fuhren unter Motor, immerhin mit günstigem Tidenstrom. Nach 2 Stunden erreichten wir in die Inselwelt von Chausey (bzw. Steinhaufenwelt).
Wegen dem aktuellen Hochwasser waren die trockenfallenden Gebiete und Steine nicht zu sehen, nur auf der Seekarte waren sie eingezeichnet. Toni navigiert gerne durch spannende, enge Passagen, vorbei an (unsichtbaren) Felsen und Seezeichen. Der Strom versetzte das Boot und wir mussten sehr gut aufpassen.
Gegen 18 Uhr war der Anker fest im Sand (auf 18m Tiefe, 5 Stunden später waren es noch 6m). Die Seeschwalben und viele Möwen bevölkerten die felsige Nachbarinsel. Ich versuchte es nochmals mit Fischen, fing aber nur Seegras. Wahrscheinlich mögen die Fische hier keine norwegischen Haken!
Wir assen gemütlich draussen Znacht, es wurde langsam kühler, auch wenn es fast windstill war, und freuten uns auf die ruhige Nacht.


Das Süll hat nun genug Wasser (2.4m), wir können in den Hafen von St-Malo einfahren

05.07.2016 Iles Chausey, Anker - St-Malo, 24 sm.
Wetter: NW6 und grau, später NW4 und sonnig.

Starkwindsegeln und Kaffeekocher

Um 1 Uhr ging der Ankeralarm los: es blies starker Nordwestwind, mit über 25 Knoten. Das Boot war genau auf die andere Seite der «Bucht» getrieben (60m Kette, aber auf der anderen Seite des Ankers). Aber der Anker hielt – selbstverständlich! Der Skipper flüchtete von der Bugkabine in den Salon, weil es dort weniger schaukelte. Regina, rollte, stampfte und schaukelte, aber so schlimm wie damals in Schottland war es noch nicht.
Am Morgen hatten wir wieder Hochwasser und die Wellen kamen ungebremst über die sonst trockengefallenen Klippen zu uns. Wir standen früher auf als geplant, das Frühstück war nur kurz, Toni verzichtete ganz, und dann hoben wir den Anker aus 20m Tiefe und fuhren los. Die Wellen waren hoch und Schaumkronen überall. Wir hatten Nordwestwind mit 5-6 bf und fuhren mit gerefften Segeln ziemlich schnell. Dann gabs (Nes)Kaffee und Frühstück, später noch einen kleinen Znüni und bereits um 14 Uhr machten wir an einer freien Boje ganz aussen im Hafen Dinard fest, weil wir nicht in den Hafen von St. Malo konnten, es hatte nur noch 1.6m Wasser über dem Süll.
Dort warteten wir, inzwischen schien die Sonne, bis wieder genug Wasser da war. Das Bojenfeld, gegenüber der Hafeneinfahrt war dann zur Hälfte trockengefallen, die Segelboote lagen auf der Seite, wenn sie nicht Doppelkieler waren. Aber kurz vor der Einfahrtszeit kam dann der Bojenbesitzer und verscheuchte uns, aber mit 2.4m Wasser über dem Süll war es dann kein Problem mehr, in den Hafen von St-Malo zu gelangen. Das Boxenmanöver war eher anspruchsvoll, fast keine Plätze, und die vorhandenen kurz und schmal. Hier bleiben wir nun bis am Samstag.
Und: Das Päckli mit dem Kaffeekocher, den wir am Samstag übers Internet bestellten, ist bereits angekommen!


Die Stadtmauer von St-Malo, Intra Muros

06.07.2016 St-Malo - St-Malo, 0 sm.
Wetter: schön, wenig Wind, aber nicht warm (ca. 15°).

Stadtbesichtigung Intra-Muros

Mitten in der Nacht gurgelte es der Bordwand entlang: Offenbar war wieder Niedrigwasser gewesen, das Wasser steigt und frisches Wasser strömt in den Hafen hinein. Lange Ausschlafen war trotzdem angesagt. Und die neue Kaffeemaschine ausprobiert, Elisabeth sagt dem Kafi-Chrüegli.
Mit einem längeren Spaziergang erreichten wir nach dem Mittag das Zentrum Intra-Muros hinter den riesigen Stadtmauern. Zuerst besuchten wir aber noch die Touristeninformation wegen einer Verbindung zum Mont-Saint-Michel, den wir morgen besuchen wollen. Die Innenstadt hinter den Mauern ist recht eindrücklich, mehr oder weniger alles neu erstellt nach dem 2. Weltkrieg, sieht aber soweit authentisch aus. Und es wimmelt nur so von Touristen (aber das wird morgen noch schlimmer werden).
Auf dem Rückweg machten wir noch die notwendigen Einkäufe. Und anschliessend gab es wieder einmal eine Dusche. Ein etwas fauler Tag, aber das ist zwischendurch erlaubt.

 
Links für weitere Informationen:
de.wikipedia.org/wiki/Saint-Malode.saint-malo-tourisme.com/


Die Abtei Saint-Michel von etwas weiter weg gesehen.

07.07.2016 St-Malo - St-Malo, 0 sm.
Wetter: schön.

Besuch Mont-Saint-Michel

Heute mussten wir früher als üblich aufstehen, denn der Bus fährt weit weg vom Hafen bereits um 9:15 ab. Mit einem sehr schnellen 'Spaziergang' erreichten wir den Bus rechtzeitig. Die Reise zum Mont-Saint-Michel ist etwa 50km weit und dauerte etwas mehr als eine Stunde. Erstaunlicherweise waren die Parkplätze sehr weit weg (über 3km), dafür um so riesiger, wir kamen uns vor wie in Amerika beim Disney-Park. Ein Gratis-Shuttle führte dann aber die Touristen doch sehr nahe ran.
Die Bauten wurden mehrfach erweitert, mit Beginn im 8. Jh., um 1000 übernahmen Benediktiner die Abtei und bauten aus, und ein Dorf entstand um den Fuss der Abtei. Im Hundertjährigen Krieg war es natürlich eine militärische Befestigung, die Klostergemeinschaft wurde während der Revolution aufgehoben, das Gebäude diente dann als Gefängnis, ab 1874 wurde der Mont als Baudenkmal eingestuft und gepflegt, 1979 wurde es zum einem Welterbe der UNESCO.
Wir waren tatsächlich nicht alleine, hier werden 2.5 Mio Besucher pro Jahr durch die Abtei geschleust, unten im Dorf dürften es sicher nochmals so viele sein. Aber die Besichtigung der Anlage ist gut organisiert und sehr abwechslungsreich. Spannend war insbesondere die mehrstöckige Anlage des Klosters. Zuoberst auf der Spitze (80m ü. M.) war die Abteikirche, daneben der Kreuzgang, und unter dem Kreuzgang ein Rittersaal, und unter dem Esssaal der Mönche war dann der Gästesaal und darunter der Empfangssaal der Pilger, alles jeweils über Treppen und gedeckte bzw. unterirdische Gassen verbunden. Man fühlte sich fast wie in einer Geisterbahn, zwischendurch sah man durch ein Fenster oder Oeffnung die Touristenkolonne in die andere Richtung gehen. Am Schluss waren wir auch drei mal um den pyramidenförmigen Berg gewandert, von einem Raum zum nächsten.
Nach drei oder vier Stunden hatten wir genug gesehen und suchten uns ein Cafe ein bisschen weg vom Touristenstrom.

 
Links für weitere Informationen:
whc.unesco.org/en/list/80/www.abbaye-mont-saint-michel.fr/www.ot-montsaintmichel.com/index.htm?lang=en

 

Das ist der Text in der Fusszeile.