im Blickfeld: Segel-Blog Atlantikküste 2016


Logbuch Etappe 13 Lagos und Portimão

von Lagos nach Portimão 

(04.10.2016 - 12.10.2016), Anzahl Tageseinträge: 9


In der Marina von Lagos: der Windgenerator ist nun auch bereit

04.10.2016 Lagos - Lagos, 0 sm.
Wetter: schön und warm, keine einzige Wolke, kaum Wind.

Warten mit guten Aussichten

Alles war für die Abfahrt vorbereitet: das Ruder des Autopiloten im Wasser, aufgeräumt, Regina innen und aussen gereinigt, der Wassertank gefüllt, als Toni nochmals bei Neil vorbeiging und mit der Telefonnummer der Dame von der Vertretung vom Spectra-Wassermacher in Deutschland (Zentrallager für Europa, gehört neu zu Katadyn) zurückkam. Nach 3 Anrufen wussten wir so viel: die Pumpe ist mit DHL unterwegs (abgeschickt wurde sie nachweislich am 29.9.) und sollte heute oder morgen eintreffen!! Na, dann bleiben wir halt und warten nochmals.
Toni baute den Windgenerator des DuoGen zusammen, revidierte den Anschluss des Propellers und surfte auf der Seite des Herstellers herum. Er fand, den Techniker, der sowieso nicht vorbeikommt und noch nie einen DuoGen gesehen hat, brauchen wir nicht, eine allfällige Reparatur könne er auch selber machen (falls das Material vom Hersteller auch rechtzeitig geliefert wird). Aber vorderhand sollte es so, wie der DuoGen jetzt dasteht, eigentlich funktionieren.
Ich ging wie jeden Tag an den Strand zum Schwimmen. Heute war es wieder richtig heiss, das Meer ist herrlich erfrischend. Für Tonis Hände ist die lange Pause ideal, es ist nur noch eine Wunde, die noch zuheilen muss. Langweilig wird es uns nicht.
Morgen ist hier nationaler Feiertag, da wird nichts passieren, wir hoffen, dass übermorgen dann endlich die Pumpe kommt.

 
Links für weitere Informationen:
www.spectrawatermakers.com/us/uswww.duogen.co.uk/


Unterwegs nach Zürich, beim Umsteigen in Lissabon

05.10.2016 Lagos - Zürich, 0 sm.
Wetter: schön.

Einiges zu erledigen

Elisabeth: Kurz entschlossen buchten wir am späten Vormittag einen Flug nach Zürich. Um 14 Uhr sassen wir im Zug, Toni begleitete mich bis Faro. Von dort ins Taxi und schon sass ich im Flieger. Kurz vor Mitternacht daheim, die Nachbarin auf dem Weg getroffen durfte ich noch ihr Internet benutzen. Danke nochmals!
Toni: In Lagos war es ein bisschen einsam, so allein auf dem Schiff. Aber zu tun gibt es ja immer etwas. Endlich einmal konnte ich die Bedienungsanleitung des Handfunkgerätes gründlich durchlesen, testen, ausprobieren und die entsprechenden Einstellungen durchführen.

 
Links für weitere Informationen:
www.algarvebus.info/


in Zürich

06.10.2016 Zürich - Zürich, 0 sm.
Wetter: schön und kalt, Bise.

Zürich

Etwas komisch fühlte ich mich schon, so schnell wieder daheim zu sein in der unwohnlichen Wohnung. Nachdem das Velo aufgepumpt war fuhr ich Richtung Stadt. Kaum war ich losgefahren hörte ich ein Streifen, wie ein im Schutzblech eingeklemmtes Blatt, das mit jedem Meter lauter wurde. Jetzt erinnerte ich mich, das Problem hatte ich schon bei meiner letzten Velofahrt im Mai. Wenn ich losfahre ist alles gut und dann wird das Geräusch mit jedem Meter Fahrt lauter: eine lockere Schraube! Ich fuhr gerade bei einem Velomech vorbei, der aber erst in 15 Minuten öffnete. Also wartete ich vor der Tür. Er musste aber das Hinterrad wegnehmen, um die Schraube anzuziehen, (sonst hätte ich es ja noch selber geschafft), also musste das Velo 2 Stunden hier bleiben, ich ging zu Fuss weiter.
Ich lief nicht im Touristentempo durch Zürich, erledigte alles und konnte dann mein Velo wieder abholen. Am Nachmittag machte ich noch einen Besuch im Pflegeheim bei der Schwiegermutter, die sich sehr freute, und zum Znacht war ich bei der Tochter. Die Temperatur am Abend war sehr frisch, die Bise noch frischer, als ich zurückfuhr.

Toni hatte frei und «nichts» zu tun. So war nach einem Spaziergang um den grossen Hafen vor allem Computerarbeit angesagt: Er hat einen neuen GRIB-Viewer heruntergeladen und installiert und auch gerade weidlich genutzt: PredictWind bietet von 4 verschiedenen Wettermodellen die GRIB-Daten über eine sehr lange Dauer an. So konnte man schön sehen (und vergleichen), wie die Turbulenzen um den aktuellen Wirbelsturm in der Karibik direkt auf die anderen Tiefs im Atlantik einwirken, oder eben auf das Azorenhoch, das uns bis jetzt immer schönen Nordwind beschert hat. Die Route nach Madeira könnte kritisch werden, das Azorenhoch verschwindet vollständig.


Wetterbericht am PC, hier das kommende Tief anstelle des üblichen Azorenhochs

07.10.2016 Zürich - Lagos, 0 sm.
Wetter: schön und warm.

Entscheidungen stehen an

Der Wecker läutete früh, früh war ich am Flughafen. Ich staunte über die vielen Menschen hier. Der Flug verlief problemlos, am späten Mittag war ich wieder in Faro. In Faro erwischte ich den früheren Bus. Die Fahrt ging durch endlose Neubaugebiete, sehr viele schöne neue Siedlungen gibt es hier. Das Land ist extrem trocken, wo nicht bewässert wird, das ist selten, ist alles vertrocknet. Ich sah sogar einen Feigenkaktus der ziemlich welk war, und der braucht ja wohl nicht viel Wasser. Am Abend war ich zurück auf dem Boot.
Wir gingen noch einkaufen, um parat zu sein für die grosse Überfahrt.
Als wir zurückkamen, sah Toni im Internet bei DHL, dass die Wasserpumpe nun in der Nähe von Lissabon sei (7 Tage von D nach P!) und von der portugiesischen Post übernommen wurde. Und er sah auch den aktuellen Wetterbericht: Wenn wir sofort (gerade jetzt) losfahren, reicht es gerade vor dem Tief nach Madeira, allerdings hat es nur sehr wenig Wind und wir müssten viel motoren (und das bei 500 sm). Als Alternative wäre ein Direktschlag zu den Kanaren, ist zwar etwas weiter, aber dort hat es etwa einen Tag länger nördliche Winde, allerdings auch mit Schwachwind-Zonen. Aber wenn die Pumpe schon fast vor der Bootstüre liegt …
Wir werden morgen früh aufstehen und entscheiden.


Am Badestrand in Portimão, gerade hinter der Marina

08.10.2016 Lagos - Portimão, 11 sm.
Wetter: schön, SW2-3.

Kein Madeira

Wir standen vor Sonnenaufgang auf. Ich sass lange vor der Wetterkarte. Madeira können wir vergessen, wir haben zu wenig Zeit vor den Fronten des anbrausenden Tiefs, auch mit durchgehendem Motoren. Im Moment ist der Wind zu den Kanaren gut, aber dann kommt auch dort das grosse Tief, bedeutet für uns zuerst Schwachwind mit Motoren und dann mit Starkwind gegenan, wenn wir etwas zu spät sind. Und die Voraussagen für 5 Tage sind sehr unterschiedlich bei den vier Wettermodellen (eines sagt uns guten Wind, die anderen drei Gegenwind). Was tun??
Weg von Lagos wollen wir so schnell wie möglich (bevor wir hier festwachsen). Portugal ist wunderschön, aber wir wollen weiter. Und ohne unser Ersatzteil, dass jetzt endlich bald da ist, aber nicht. Wir verzichten definitiv auf Madeira. Und die Weiterfahrt überlegen wir uns, sobald die Pumpe da ist – jetzt haben wir so lange gewartet darauf, da wollen wir sie nicht verpassen. Die grosse Überfahrt ist bei dieser unklaren Wetterlage sowieso nicht angebracht.
Und wir wechselten den Hafen und segelten nach Portimão, etwa 11 Meilen von hier. Wir packten die Gelegenheit und verwendeten wieder einmal den Wind-Autopiloten und gewöhnten uns an seine Steuerung. In Portimao haben wir ein Schweizerboot als Nachbarn. Und Elisabeth kam wieder einmal zu ihrem Meerbad.

 
Links für weitere Informationen:
www.marinadeportimao.com.pt


Eines der vielen Storchenneste in Portimão

09.10.2016 Portimão - Portimão, 0 sm.
Wetter: schön.

Sightseeing mit dem Velo

Heute klingelte der Wecker ½ Stunde später als sonst, schliesslich war es ja Sonntag. Wir wollten eine kleine Velotour machen und vor der Mittagshitze zurück sein. Also kamen die Bromies aus der Kiste und los gings.
Zuerst fuhren wir an die Südküste zum Touristenzentrum mit dem langen Strand, den vielen vielstöckigen Hotels und den vielen Verkaufsständen. Es gibt sogar einen Veloweg, aber weil hier so selten ein Velo fährt, spazieren die Fussgänger dort, es ist auch angenehmer zum Laufen als auf den unregelmässigen Pflastersteinen. Wir schauten auf die Felsen mitten im Sandstrand und hinüber nach Lagos. Dann gings per Velo in die Altstadt von Portimão. Dort machten wir in einem Café Pause, in dem nur Einheimische sassen und der Espresso weniger als die Hälfte kostet als bei den Touristen.
Weiter ging es über die Brücke auf die andere Seite des Flusses. Hier ist das Fischerdorf Ferragudo, und es war gerade Flohmarkt. Wir wollten die Festung Forte de São João besuchen, die wir schon gestern vom Boot aus gesehen haben und direkt gegenüber der Marina liegt, aber man kann sie nicht besichtigen, alle Tore und Eingänge sind verriegelt.
Anscheinend überwintern hier die Störche. Auf jeder Strassenlampe, wo es möglich ist, oder auf einem Kamin ist ein Storchennest, bewohnt von einem oder zwei Störchen.
Bis jetzt war es angenehm zum Velofahren, die Luft frisch, an der Sonne war es warm. Wir fuhren wieder zurück und es kam ein kühler Wind auf. Nach der Mittagspause auf dem Boot brauchte ich meinen täglichen Schwumm und diesmal fuhr ich mit dem Velo zum Strand. Ich war ganz alleine im Wasser in der bewachten Badebucht, denn inzwischen blies ein ziemlich starker kühler Wind. Die anderen Badegäste lagen in der Sonne oder streckten nur die Füsse ins Wasser. Aber das Wasser war gleich warm wie gestern. Der Herbst ist spürbar, die Sonne geht früh unter und wir assen im Salon, weil es draussen nur noch 18 Grad hatte und dazu der kühle Nordwind blies.

 
Links für weitere Informationen:
www.f-ferragudo.pt/


Aussicht von der Burg Sta. Catarina (oberhalb der Marina) über das Quartier und den Strand Praia da Rocha von Portimão (ganz im Hintergrund sieht man noch Lagos

10.10.2016 Portimão - Portimão, 0 sm.
Wetter: schön, warm.

Veloausflug zum Nachbardorf Alvor

Nachts hatte es stark abgekühlt: es hatte draussen nur noch 10 Grad. Wir hatten zum ersten Mal das Boot nachts zu gemacht, bisher war immer alles offen. Aber sobald die Sonne wieder wärmte, stieg das Thermometer auf über 20 Grad und an der Sonne ohne Wind empfinden wir es als heiss.
Wir stiegen auf unsere Velos und fuhren entlang des Strandes Praia da Rocha ins Nachbardorf Alvor. Aber wirklich interessant fanden wir es nicht. Das ganze Dorf ist touristisch und wirkliche Sehenswürdigkeiten gibt es nicht. Es sind noch einige sonnen- und wärmehungrige Menschen aus Mittel- oder Nordeuropa hier, die meisten mindestens so alt wie wir, eher noch älter, teilweise brauchen sie einen Stock zum Laufen. Es gibt auch vereinzelt junge Leute und wenige Familien mit kleinen Kindern. Aber der Strand ist ziemlich leer.
Unterwegs sprang ich ins Meer, Toni setze sich ins Café. Den späteren Nachmittag verbrachten wir auf dem Boot.

 
Links für weitere Informationen:
www.alvorportugal.net/


Toni auf dem Velo mit dem neuen Velohelm

11.10.2016 Portimão - Portimão, 0 sm.
Wetter: noch schön und warm, aber windig.

Velotouren quer durch die Stadt

Mit dem Velo fuhren wir quer durch die Stadt zum grossen Sportgeschäft an der Stadtgrenze. Dort deckten wir uns ein mit Velohelm, Velolicht und Flossen/Taucherbrille.
Am Nachmittag besuchten wir die Bluewateralgarve, die Vertretung für den Spectra Wassermacher, und konnten die Pumpe in die Hand nehmen – sie ist tatsächlich gestern hier angekommen. Wir fixierten auch gleich den Termin für den Einbau, morgen kommt jemand vorbei.
Nach einem Kaffee / Dessert an der Hafenpromenade spazierten wir nochmals durch die Innenstadt, fanden sie aber immer noch nicht so interessant, die einzigen touristischen Highlights scheinen der Strand, eine Kirche, ein Museum und eine Burg zu sein.
Mittlerweile kennen wir die schnellste Route in die Stadt und zum Zentrum – zum Glück haben wir unsere Velos, zu Fuss dauert das sicher mehr als ¾ Stunden entlang einer Hauptstrasse, und einen Bus gibt es ab der Marina nicht.

 
Links für weitere Informationen:
de.wikipedia.org/wiki/Portimaode.algarve-portal.com/city.php?p=3&id=20


Das Herz des Wassermachers, die Pumpe.

12.10.2016 Portimão - Portimão, 0 sm.
Wetter: Grau und regnerisch, aber nicht kalt.

Jupeeh, Wasser!!

Heute kam der Techniker, der unsere Pumpe auswechselte. Und sie tut so, wie man es von ihr erwartet und wir können wieder unseren Wassertank mit Trinkwasser selber füllen.
In der Nacht auf heute hatte es geregnet. Den ganzen Tag über war es bewölkt und die Temperatur nicht mehr auf der Höhe für den Badestrand. Wenn ich morgen abreisen müsste, wäre ich heute nochmals schwimmen gegangen. Aber nachdem ich in noch wärmere Regionen komme, ging ich nicht ins Meer, das wärmer war als die Luft.
Wir verbrachten den Tag auf und im Boot und machten erst am späten Nachmittag einen kurzen Spaziergang an der Strandpromenade entlang.
Wann wir zu den Kanaren weitersegeln, ist sehr abhängig vom Tief, das gerade stationär westlich von Madeira liegt und offenbar die nächsten Tage dort bleiben soll. Wir werden morgen entscheiden.

 
Links für weitere Informationen:
www.bluewateralgarve.com/

 

Das ist der Text in der Fusszeile.