im Blickfeld: Segel-Blog Atlantikküste 2016


Logbuch Etappe 1 Vorbereitungen, noch ohne Seemeilen

von Zürich nach Medemblik 

(08.05.2016 - 04.06.2016), Anzahl Tageseinträge: 12


Auf Rigi Hochflue, Blick direkt zum Niederbauen und den Urirotstock.

08.05.2016 Zürich - Zürich, 0 sm.
Wetter: schön und warm.

Alpenschaufenster Rigi Hochflue

In der Höhe hat es zwar noch sehr viel Schnee, aber für den Südhang der Rigi versprach ich mir doch einen weitgehenden aperen Zustieg. Von Brunnen ging es den schmalen Bergweg über Bärenfall zur Alp Zilistock und dann die Felswand mit der blau-weissen Route und Kettensicherung hinauf zum Gipfel der Hochflue mit der imposanten Aussicht auf den Vierwaldstättersee und die umgebenden Berge. Der Abstieg führte dann über den Gätterlipass nach Arth-Goldau.

Auf der bevorstehenden langen Reise dürfte das Bergsteigen etwas zu kurz kommen, deshalb geniesse ich diese Bergtour ganz besonders. Aber sonst gibt es eher keine Ruhe. Die Homepage muss ja noch angepasst werden, damit diese wiederum ohne Probleme unterwegs genutzt werden kann und auch die Blog-Einträge ohne grossen Aufwand bereitgestellt werden können.

 
Links für weitere Informationen:
www.bx4.ch/sail/2016/doku/160508_karte-rigi.pdf


Regina, im Sommer 2015; so wird es künftig sein? Aktuell steht sie allerdings immer noch in der Halle.

10.05.2016 Zürich - Medemblik, 0 sm.
Wetter: schön und warm.

Schlafwagen-Reise

Zweite Transport von Material (eine erste Ladung wurde mit 2 grossen Schachteln bereits per Post versandt). Bis dahin natürlich auch sonst viel Vorbereitungen und Einkäufe.

 
Links für weitere Informationen:
www.bx4.ch


Unsere Regina im Winterlager, bereits mit dem neuen Unterwasser aus Coppercoat.

11.05.2016 Medemblik - Zürich, 0 sm.
Wetter: zuerst warm, nachher Regen.

Besprechung mit Werft

Vor allem die Solarausrüstung wurde besprochen, aber auch noch weitere Informationen zum Schiff konnte ich mit Peter und Douwe austauschen. Neben den Solarpaneln wird auch der Salon mit LED-Lichtern ausgerüstet, und auch die Navigationsleuchten tauschen wir aus gegen LED. Auch mit den Generatoren werden wir nicht zu viel Strom haben. Die Türe des Niedergangs wird ein Schloss erhalten, das nicht einfach zu knacken sein wird, und zusätzlich gibt es eine Verriegelung von Innen (das sei leider in der Karibik angebracht).

 
Links für weitere Informationen:
www.bx4.ch


Blick vom obersten Stock des Prime Towers auf die Stadt, den See und in die Berge.

17.05.2016 Zürich - Zürich, 0 sm.
Wetter: nicht so schön, aber trocken.

Zürich, auf dem Prime Tower

Heute hatten wir Besuch von der Schwester von Elisabeth mit Schwager. Dabei wurde der Prime Tower besucht, das Hochhaus steht gerade in unserer Nachbarschaft und bietet vom Restaurant Clouds im obersten Stock eine hervorragende Aussicht auf Zürich, den See und in die Berge (bei schönem Wetter).
Der Morgen aber war besetzt mit dem letzten Besuch beim Arzt. Nun wird noch die letzte Liste zusammengestellt für die Medikamante der Schiffsapotheke, vielleicht brauchen wir da noch ein ärztliches Rezept.
Aber sonst war es heute eher gemütlich.

 
Links für weitere Informationen:
clouds.ch/


Bei der Tössegg am Rheinufer: Halbzeit. Jetzt geht es wieder hinauf nach Zürich.

22.05.2016 Zürich - Zürich, 0 sm.
Wetter: schön und warm.

Velotour zum Rhein bei Eglisau

Eigentlich sollte man als Pensionierte nicht am Sonntag dem Freizeitvergnügen widmen, das man auch unter der Woche machen könnte. Aber erstens sind wir noch nicht richtig pensioniert, und zweitens ist das schöne Wetter nicht reserviert für Arbeitsame.

Die Velotour führte uns zuerst quer durch die Stadt nach Seebach, dann weiter über den Glattuferradwanderweg bis zum Flusskraftwerk Eglisau, immer schön dem Ufer der Glatt entlang. Und wir waren nicht die einzigen. Weiter gings dem Rhein entlang bis zur Tössegg bei Teufen, dann steil hinauf und durchs Unterland via kleinen Landstrassen über Winterthur-Dättnau und Effretikon wieder zurück nach Zürich, im Ganzen etwa 83 km.

Die Velotour ist das Eine, die weiteren Vorbereitungen das Andere. Die weltweite Krankenversicherung ist noch nicht ganz ok. Dafür haben wir ab 1. September wieder unser Iridium-Telefon in Betrieb, gerade rechtzeitig für die grossen Passagen, um im Notfall kommunizieren zu können und um einen Wetterbericht downloaden zu können. Und als Swisscom-Ersatz mit den hohen Roamingkosten haben wir ab sofort einen neuen weltweit agierenden Telefonprovider: cerafon. Damit können wir günstig telefonieren und SMS verschicken oder gelegentlich auch Daten transferieren. Die Telefonnummer werde ich gelegentlich hier publizieren.

Jetzt gibt es noch eine Woche, um das Restliche zu erledigen, zu packen und zu Hause aufzuräumen und die Wohnung einzumotten.

 
Links für weitere Informationen:
www.veloland.ch/de/routen/route-029.html


Auf dem Gipfel des Neuenalpspitz, Blick zum Speer.

26.05.2016 Zürich - Zürich, 0 sm.
Wetter: schön und warm.

Abschluss-Bergtour Neuenalpspitz

Bei schönstem Wetter konnten wir noch unsere letzte Bergtour vor der Abreise unternehmen: Mitten unter der Woche, leere Züge, wenige Leute unterwegs, bestiegen wir im Toggenburg von Stein aus den weitgehend unbekannten Neuenalpspitz. Der Berg ist für die noch vorhandene Schneemenge optimal (etwas mehr als 1800m), da auch der Zustieg über die südliche Seite führt, und doch auch etwas fordernd, muss man sogar etwas klettern. Und eine herrliche Aussicht auf die noch verschneiten Berge in der Umgebung: die Churfirsten, der Speer, der Säntis, die Glarneralpen mit dem Glärnisch.

Selbstverständlich war das nur eine verdiente Pause in den Vorbereitungsarbeiten. Mittlerweile sind die Zugänge zur Webseite mit https und ftpes abgesichert, es kann ja sein, dass wir nicht immer ein "gutes" Wifi finden, so kann ich die Daten nun verschlüsselt auf der Datenbank eingeben bzw. die Dateien transferieren. Auf die letzte Segler-Info haben sich doch einige Freunde gemeldet, die Mails werden gerne beantwortet. Und leider hat unser erster Gast ab IJmuiden einen Unfall und musste am Rücken operiert werden; so sind wir auf dieser ersten Etappe ab 11.6. nun doch allein (oder es meldet sich noch jemand kurzfristig?).
Auch die allerletzten Einkäufe wurden erledigt, so habe ich nun eine zweite lange Hose, die auch tropentauglich (Lichtschutzfaktor +50) ist. Elisabeth hat ihre letzte Impfung erhalten. Und vieles weitere mehr.


Wir sind endlich beim Zug nach Holland.

30.05.2016 Zürich - Zürich, 0 sm.
Wetter: bedeckt, windig, zwischendurch Regen.

Letzte Abreisehektik

Das war heute aber nochmals ein hektischer Tag:
Das mit der Langtourseglerversicherung (gegen Krankheit/Unfall, international) funktionierte nicht bzw. wir erhielten keinen Bescheid bis heute. So mussten wir schnell eine andere Lösung suchen. Wir beschlossen, bei der aktuellen Krankenkasse zu bleiben (so als Grundversicherung) und zusätzlich eine ganzjährige Reiseversicherung zu beschaffen (geht einfach übers Internet). Dazu brauchte es noch einen Besuch im Stadthaus und sonst einige Mail-Aktivitäten.
Am Nachmittag kommt auch noch der Handwerker (Fensterspezialist) vorbei und flickt unser Fenster im Gästezimmer (gebrochenes Scharnier). Per Mail erhalten wir am Abend noch seine Rechnung, die wir dann auch noch über eBanking bezahlen können.
Ja, und dann noch fertig packen, Backup am PC durchführen, Daten vom PC auf den Bord-Laptop kopieren, alles noch putzen, die letzten Pflanzen entsorgen, Kühlschrank und Tiefkühler reinigen und einmotten, Abschied von den Nachbarn, alle Stromverbraucher abschalten, etc.
Kurz nach 21 Uhr verliessen wir die Wohnung und schleppten unser Gepäck (3 grosse Rolltaschen, 3 Rucksäcke und eine Esswarentasche) zum Bahnhof, mit genügend Zeit zum Umsteigen auf den Schlafwagen nach Amsterdam. Das Gepäck hatte gerade knapp Platz im Abteil, aber jede andere Reiseart wäre mit diesem Gepäck nicht möglich. So schaukelten wir schlafend nach Holland, am ersten Tag der grossen Reise.


Beim Schiff angekommen.

31.05.2016 Zürich - Medemblik, 0 sm.
Wetter: warm und sonnig.

Beim Schiff angekommen

Trotz des vielen Gepäcks schafften wir es problemlos. Wir sind nun auf dem Schiff und räumen ein. Die Techniker müssen auch noch einige Sachen machen (bzw. korrigieren). Auch in den nächsten Tagen werden wir noch genügend zu tun haben, die Segel z.B. müssen auch noch hochgezogen werden. Morgen erhalten wir noch eine Ausbildung, wie wir das Gelcoat bei Schäden am Rumpf selber reparieren können.


Instruktion Gelcoat-Reparatur in der Werkstadt von Klerk

01.06.2016 Medemblik - Medemblik, 0 sm.
Wetter: schön und sehr windig.

Boot einräumen

Alles transportierte Gepäck musste eingeräumt werden, und zwar so, dass man es auch findet, wenn man es braucht. So mussten wir auch etwas umorganisieren. Aber das zusätzliche Büchergestell und die Seekartenablage in der achtern Kabine sind offensichtlich sehr nützlich und helfen zur Selbstorganisation.
Heute morgen erhielten wir eine Kurzeinführung, wie wir Reparaturen am Gelcoat, am Rumpf der Regina, provisorisch selber machen können, damit keine Folgeschäden entstehen. Wir erhielten auch gleich ein Reparatur-Kit mit all den notwendigen Utensilien und Chemikalien, das uns Bas von der Werft zusammenstellte.
Nach dem Mittagessen an Bord und weiteren Aufräumarbeiten machten wir am späteren Nachmittag nochmals einen Besuch in Medemblik.


Unser Wassermacher unter der Bugkoje wird begutachtet.

02.06.2016 Medemblik - Medemblik, 0 sm.
Wetter: grau, regnerisch, kalter Wind.

Wassermacher wird aktiviert

Heute mussten wir wieder früh aufstehen. Einerseits kommen die Handwerker, um die Solargeneratoren bzw. die angepasste Reling zu montieren. Die Relingdrähte zwischen dem Heckkorb und dem Seitendurchgang wurde ersetzt mit einer fixen und soliden Relingstange, an der dann der Generator angeschraubt wurde, scheint eine solide Sache zu sein. Aber für die Relingsbefestigung und auch die Kabeldurchführung mussten einige Löcher gebohrt werden, zudem musste wegen des Solargenerators auch die Gennakerblock-Befestigung etwas noch vorne verschoben werden (nochmals ein Loch, hoffentlich bleibt das Schiff dicht).
Und andererseits waren auch die Spezialisten für den Spectra-Wassermacher heute hier und haben das Gerät in Betrieb genommen. Sie haben alles kontrolliert, die Filter gewechselt und sind nun der Überzeugung, dass diese Maschine weiterhin ohne Probleme arbeiten wird, wir sollen sie nur auch aktiv nutzen und nicht einfach stehen lassen und vor allem kein chloriertes Wasser nachfüllen. Einzig der hohe Druck bei richtigem Salzwasser wird wahrscheinlich die eine oder andere Durchführung zum Tropfen bringen, dann können wir diese aber selber anziehen. Eine Dichtung ist mechanisch etwas beschädigt und das Manometer funktioniert nicht, diese werde ich aber selber auswechseln können.
Und weiter habe ich unsere neue elektronische Wetterstation und das Handfunkgerät in Betrieb genommen. Aber das sind ja gerade die Tätigkeiten, die man bei schlechtem Wetter oder wenn man sowieso warten muss, machen kann. Denn heute war es kalt (um 14°) und es regnete mehrmals, und auch der kalte Nordwind bläst immer noch, wäre eh nicht schön zum Segeln gewesen. Ein Abendspaziergang führte uns dann noch nach Medemblik, unter anderem auch zum Hotspot fürs Internet.


Nun hoffentlich das letzte technische Bild: Anschluss der beiden Solarpanele in der Nähe der Batterie.

03.06.2016 Medemblik - Medemblik, 0 sm.
Wetter: kalte Nacht, später schön und warm.

unter Solarstrom

Die Befestigung der Solarpanele, die Kabelführung und später das Lade- und Steuergerät, alles braucht seine Zeit, auch wenn Profis das durchführen. Aber doch, am Nachmittag erhielten wir "Gratis"-Strom von der Sonne.
Das Deck bzw. der Aufbau wurde noch gereinigt und gewachst, damit es schön lange noch weiss bleibt. Und die beiden Gasflaschen wurden gefüllt zurückgebracht. Die Kuchenbude und das Genua war beim Segelmacher, das ist nun auch da und kann installiert werden. Und auch die Leine des Genuarollers wurde noch ersetzt.
Vor allem aber erhielten wir noch eine Instruktion über Motorprobleme und der Umgang mit dem allenfalls notwendigen Service unterwegs; wir haben nun einen doppelten Diesel-Vorfilter (mit Wasserabscheider) im Motorraum, der bei Bedarf einfach umgeschaltet werden kann. Auch lernten wir, die Dieselleitung zu entlüften, den Impeller auszuwechseln (wir erhielten auch das sinnvolle Werkzeug dazu) und den Weg der Kraftstoffzuführung. Und die vielen Unterlagen, die wir haben, müssen sinnvoll abgelegt werden, damit man das notwendige Handbuch dann auch findet, wenn es nötig ist. Zur Zeit haben wir eine ziemliche Unordnung auf dem Schiff. Aber technisch funktioniert alles, so wie wir es beurteilen können.
Morgen werden wir die Segel setzen, all das Papierzeugs versorgen und einen ersten grossen Einkauf machen und die Kästen und die Bilge füllen. Und für Sonntag rechnen wir mit dem Start der zweiten Etappe, 2 Stunden segeln nach Enkhuizen.
Gerade jetzt sitzen wir gemütlich im Hafen von Medemblik und sind auf dem Internet.

 
Links für weitere Informationen:
www.inmedemblik.nl/


Im vollen Hafen von Medemblik am Wochenende.

04.06.2016 Medemblik - Medemblik, 0 sm.
Wetter: schön und heiss.

Fast segelbereit

Mittlerweile sind die Segel gesetzt und schön eingerollt. Die Backstagen sind auch bereit, die Sorgleine kontrolliert und befestigt. Und Elisabeth hat nochmals eingekauft, bereits jetzt können wir lange überleben. Einzig im Salon ist es noch nicht aufgeräumt, aber das machen wir dann heute abend, wenn es wieder etwas kühler ist. Auch die Aussenreinigung machen wir dann später oder morgen vor der Abreise.
Jetzt sind wir wieder im Städtchen und staunen über den vollen Hafen, Wochenende eben.

 

Das ist der Text in der Fusszeile.