Segeltörn
Schottland

Juni/Juli 2010

 

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Zeitpunkt:

18.6. - 9.7.2010
 

Übernahme:

Armadale, Isle of Skye
 

Hin-/Rückreise:

Mit Bahn und Fähre und Bus:
Zürich - Paris - London - Glasgow - Mallaig - Armadale, retour ab Armadale mit Bus via Breadford und Fort William nach Glasgow.

Route / Etappenorte

Armadale Bay -  f Loch Bracadale / Loch Barcasaig - Loch Maddy -  f Tarbert, Loch Ceann Dibig - Stornoway - Kinlochbervie - Orkney Island -  f Loch Eriboll -  f Loch A'Chadh-Fi (Loch Laxford) - Kinlochbervie - Lochinver -  f Loch Broom - Kyleakin - Armadale Bay
(mit f = unter Anker) 

 
Schiff:   Dufour 40, "Spirit of May"

Länge:

12.3m

Baujahr:

2003

Breite:

3.9m

Kojen:

6 (Eignervers. 2 Kab.)

Tiefgang:

2.1m

Segelfläche:

 

Verdrängung:

7900kg

Motor:

Volvo 40 PS

Werft: www.dufour-yachts.com/   

Vercharterer:

Isle of Skye Yachts: www.skyeyachts.co.uk/ 
 

Vermittlung:

selber, gefunden via Internet
 

Ausschreibung:

Information im Internet auf bx4 und als Flyer
 

Skipper/Crew:

Toni Baur / Elisabeth
 

   

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Album:

Die Tagesbilder aus dem Bericht
(26 Bilder)

 

   

Logbuch:

 

Mi 16.6.

Reise Zürich - Paris - London - Glasgow.
Um 15 Uhr ging's los, um 22:30 kamen wir pünktlich in London an (nach der Fahrt mit dem Eurostar unter dem Kanal durch), Das Umsteigen in Paris vom Gare de l'Est zum Nord war trotz des Gepäcks angenehm (1/4 h), man wollte sich einfach wieder mal bewegen. Das Einchecken in den Eurostar war etwas befremdlich: wie auf dem Flughafen mit allen Schikanen.
Nach dem Bahnhofwechsel in London (ebenfalls befremdlich: die Velo-, Auto- und Busfahrer fahren auf der falschen Seite) ging's im ältlichen, aber bequemen Schlafwagen (Caledonian Sleeper) bis mitten in die Stadt Glasgow.
www.sbb.ch, www.eurostar.com, www.scotrail.co.uk

Do 17.6.

Glasgow Sightseeing. Sehr warm und sonnig.
Nach der frühen Ankunft brauchten wir zuerst einen Kaffee und ein kleines Frühstück. Über Umwegen gelangten wir zum Hotel und stellten dort das Gepäck ein. Mit dem Sightseeing-Bus fuhren wir kreuz und quer durch die Stadt und sahen so auch Quartiere, die man sonst nicht sieht. Die Stadt macht einen aufgeräumten Eindruck, die Stimmung deutet auf "Aufbruch", es hat viele junge Leute und Kultur im breiteren Sinne steht zur Verfügung. Die Stadt scheint ein Zentrum zu sein, nicht nur eine Anhäufung von Häusern und Industrie. Die Stadt wird gepflegt und nicht nur auf "modern" umgebaut.
www.seeglasgow.com

Fr 18.6

Reise Glasgow - Mallaig - Armadale Bay. Sonnig, starker N.
Vom Bahnhof Queen Street gleich in der Nähe des Hotels fuhren wir mit dem Zug durch die Highlands, eine meist hügelige und sehr grüne Landschaft. Kurz vor Fort William sahen wir auch den höchsten Berg Grossbritanniens Ben Nevis mit noch kleinen Schneeresten. Bis zum Meer fuhren wir über Dampfbahnstrecke Jacobite durch Glenfinnan nach Mallaig, von hier mit der Fähre nach Armadale. Mit dem Schiffstaxi direkt ab Ferry-Pier erreichten wir unser Schiff zur Übernahme und zum Einrichten. Die bestellten Einkäufe wurden gebracht. Wegen des starken N-Winds verbrachten wir eine sehr schaukelige Nacht an der Boje.
www.westcoastrailways.co.uk, www.mallaigheritage.org.uk, www.skyeyachts.co.uk,

Sa 19.6.

Armadale Bay - Loch Bracadale / Loch Barcasaig, 46.8 nm, sonnig, N5 - N7.
Nur mit der Genua und Raumwind bis 7bf brausten wir durch den Sound of Sleat der Südspitze von Skye zu. Dort allerdings wurde es anstrengend: zwischen den Inseln Eigg, Rhum, Canna und Skye kreuzten wir hart am Wind nordwärts. Wir hatten wenigstens schönstes Wetter. Nach rund 40 nm kamen wir zum Eingang der grossen Bucht Bracadale, die wir höchst interessanten geologischen Formationen entlang durchquerten. Ganz im Norden in Loch Barcasaig nahe Orbost waren wir einigermassen geschützt gegen den starken Nordwind und verbrachten eine sehr angenehme Ankernacht mit einem schönen Sonnenuntergang (rote Berge gegenüber).
www.visithighlands.com/skye/

So 20.6.

Loch Bracadale - Loch Maddy, 29.9 nm, bedeckt mit Regenschauern, südl. Winde 1-3.
Nach der ruhigen Ankernacht drehte der Wind: schwache südliche Winde und mehrere Regenschauer begleiteten uns unterwegs. Zuerst segelten wir wieder durch die Bucht Bracadale, um das Kap Idrigill Point mit den Felsnadeln MacLeod's Maidens herum, am Leuchtturm Neist Point vorbei und dann über die Hebridische See zu den Inseln der Äusseren Hebriden. Unterwegs konnten wir auch den Spinnaker ausprobieren. Unterwegs sahen wir mehrere Wale und Seehunde.
Die Einfahrt zum Pier von Loch Maddy (Insel North Uist) und dann den Slalom um die nicht sichtbaren Untiefen bis zur Visitorboje war höchst spannend.
www.visithebrides.com, www.visithebrides.com/sports/sailing/

Mo 21.6.

Loch Maddy - Loch Ceann Dibig (East Loch Tarbert, Harris), 25.8 nm, bedeckt, S2-SW3.
Grau und trüb, so begann der Tag. Durch den Dunst konnten wir die Durchfahrt Sound of Harris ahnen, die wir ursprünglich planten für den Trip zur einsamen Insel St. Kilda im Atlantik, einem Unesco Weltnaturerbe und Weltkulturerbe gleichzeitig. Mit dem Schwachwind von heute und dem angesagten Sturm morgen Nachmittag beschränkten wir uns auf den heutigen Törn. Immerhin: Elisabeth fing einen Seelachs, der Spi stand auch mal kurz. Der Hafen von Scalpay war voll, in einer benachbarten Bucht hielt der Anker nicht, so besuchten wir schliesslich Ceann Dibig, ein wunderschöner Platz mit zwei Seehunden in der Nähe von Tarbert.
www.kilda.org.uk, in Gälisch: www.hiort.org.uk, www.scotland-info.co.uk/harris.htm 

Di 22.6.

Loch Ceann Dibig - Shiant Island - Stornoway, 38.0 nm, zu Beginn sonnig mit SE2, später bedeckt bei SW6.
Nach der ruhigen Nacht ging's ohne Wind - am Leuchtturm von Scalpay vorbei - durch den Kleinen Minch zu den Shiant Inseln, einem Vogelparadies mit hohen Felswänden. Unterwegs kam Wind auf, schon bei den Inseln hatten wir SW4. Nach der Umrundung fuhren wir mit geradem Nordkurs und mit SW6 zum grossen Hafen von Stornoway. Eigentlich wollten wir im Norden der Insel Lewis ankern, aber der Wetterbericht hatte E8 angesagt, nicht das ideale Ankerwetter. Erst im geschützten Vorhafen bargen wir die Segel. Den Platz am Schwimmsteg mussten wir wieder räumen - war bereits reserviert durch eine andere Yacht. Längs einer anderen Yacht, die bereits im Päckli im Fischerhafen lag, konnten wir doch festmachen.
Bei der Anmeldung erhielten wir ein ausführliches Welcome-Package, die Leute hier waren ausgesprochen nett und freundlich. www.shiantisles.net, Info Stornoway, www.stornowaygazette.co.uk, www.cruisescotland.com/stornoway

Mi 23.6.

Stornoway, sehr windig, häufig Regenschauer.
Das Wetter verhielt sich so wie im Wetterbericht. Wir verbrachten den Tag mit Spaziergängen durch das Städtchen und zum Schloss, konnten uns mit den künftigen Segelzielen befassen, und hatten auch einfach Pause, um zu lesen. Am Abend mussten wir das Schiff umparkieren, unser Innenlieger wollte noch weg zu einer Regatta; das gab auch etwas Abwechslung. Zwischendurch sahen wir wieder einen der beiden Seehunde, die offenbar hier im Hafen zu Hause sind. Auch Einkaufen war angesagt, das ging eher länger im Shoppingcenter, bis wir all die fremden Artikel identifiziert hatten. Apfelmus fanden wir nicht.
www.cne-siar.gov.uk/hebrideanweb/, www.virtualhebrides.com/, www.stornowayhistoricalsociety.org.uk/
www.mysteriousbritain.co.uk/county-map/scotland.html

Do 24.6.

Stornoway - Kinlochbervie, 59.1 nm, bedeckt, Regenschauer, SW4 - SW6.
Bei immerwährenden 5-6bf segelten wir meistens mit 8 Knoten, bei Böen über 10 Knoten. Mit dem Raumwind war das ein Vergnügen. Einmal kam uns ein Segelboot, hart am Wind, entgegen, die hatten es sicher anstrengender. So kamen wir sehr schnell über The North Minch, den Meeresarm zwischen Schottland und den Äusseren Hebriden oder den "Western Islands".
Der sehr geschützte Hafen Kinlochbervie war natürlich schon voll besetzt, in der dritten Reihe machten wir unser Boot fest. Dafür: Die erste Dusche seit langem. Der Gästehafen ist klein, aber hier ist der grösste Fischerhafen (bzw. Fischverarbeitung) von NW-Schottland.
Bildergalerie und Info: www.kinlochbervie.info/

Fr 25.6.

Kinlochbervie - Rispond Bay - unterwegs, am Morgen SW3-4, abends NE2-3, meist sonnig.
Um 6 Uhr ablegen -  unsere innenliegende Nachbarn wollen weg. Wir fahren auch gleich los, Frühstück gibt es unterwegs. Gegen 11 Uhr - nach Umrundung der NW-Ecke Schottlands, Cape Wrath - machen wir an einer Boje in der Rispond Bay (beim Loch Eriboll) fest. Gegen Abend fahren mit wenig oder kein Wind Richtung Norden los und erleben einen wunderschönen Sonnenuntergang auf hoher See. Allerdings kalt wird es dennoch auf diesem "Nachttörn", auch wenn es immer hell bleibt. Um Mitternacht machen wir eine Wende und fahren mit einem E-Kurs direkt und gemütlich bei 2-3bf Wind von NE auf die Orkneyinseln zu, mit dem Ziel Stromness.
www.visitorkney.com, www.orkneymarinas.co.uk,

Sa 26.6.

unterwegs - Orkney Island - Loch Eriboll, 143.8 nm, meist bedeckt, zuerst NE3, später SE5-6 mit einzelnen Schauern.
Der Wind nimmt zu und dreht nach E. Am morgen um 7 Uhr stehen wir rechtzeitig mit Beginn des berüchtigten Stroms im Hoy Sound und Scapa Flow (bis 10 kn), allerdings mit Starkwind 6bf genau gegenan. Wir entscheiden, nicht durch die Wirbel und Wellen zu fahren und umzukehren. Bei 6bf segeln wir mit raumem Wind, nun aus SE, wieder zurück, mit Speedspitzen über 10 kn. Am Nachmittag um 15:30 stehen wir wieder vor Loch Eriboll und fahren den spannenden Gesteinsformationen entlang in den Fjord. Wir finden einen schönen Ankerplatz bei Ard Neackie. Hier ist es dann fast windstill und es wird sonnig warm. Nach dem anstrengenden Doppeltag verkriechen wir uns bald in den Kojen.
http://www.durness.org/

So 27.6.

Loch Eriboll - Loch A'Chadh-Fi (Loch Laxford), 45.1 nm, zuerst Sonne (W4-W6), später bedeckt und Regenschauer (S3, später SW6).
Nach der wunderbaren und ruhigen Ankernacht segelten wir bei Sonne aus dem Fjord und dann nach Westen ums Cape Wrath herum. Hier wurden wir überrascht durch die Strömungen und den eigenartigen Wellen beim Gegenwind, wir wurden teilweise wie blockiert in den Wellentälern. Bei einer dieser Wellen wurden wir überflutet und - weil das Lüftungsfenster unter dem Schlauchboot offen war - auch fast geflutet: wir hatten sehr viel Wasser im Salon. Die Fahrt der Küste entlang nach Süden und vor allem die Einfahrt in den Loch Laxford war wunderschön und genussreich und der Slalom um die Inseln herum zum Ankerplatz mit dem Blick auf die Berge äusserst spannend.
www.northwest-highlands-geopark.org.uk/

Mo 28.6.

Loch A'Chadh-Fi  - Kinlochbervie, 10.6 nm, bewölkt, SW6.
Trotz 32 kn Wind war's recht angenehm, der Anker hielt offensichtlich gut, obwohl wir recht stark schwojten; aber es hatte keine Wellen. Aber in der Nacht und am Morgen schüttete es unwahrscheinlich: die Bugkabine konnte definitiv nicht verwendet werden, das Fenster war nicht dicht und der Schlafsack nass. Erst gegen Mittag hörte es auf zu regnen. Nach der Adventure-Schule Ardmore (liegt am Engpass / Zufahrt zu unserer Bucht) setzten wir das Sturmfock für die kurze Strecke gegen Norden nach Kinlochbervie, dem bereits bekannten Hafen. Hier machten wir einen langen Spaziergang und den Einkauf bei Sonne und sehr starkem Wind. Am Gästesteg hatten wir sogar Landstrom (der einzige Ort auf unserer ganzen Reise).
www.capeadventure.co.uk, www.kinlochbervie.info/

Di 29.6.

Kinlochbervie - Lochinver, 39.1 nm, bewölkt, SW2 - SW4.
Mit relativ schwachem Wind segelten wir südwärts. An einem unterseeischem Berg versuchte Elisabeth zu fischen. Hier in der weiten Bucht zwischen der Insel Handa und dem Point Stoer schien aber alles leergefischt zu sein. In der Nähe von Stoerhead hatte es Strom und entsprechend sehr eigenartige Wellen (Overfalls), bei dem schwachen Wind blieben wir richtiggehend in den Wellen stecken. Kurz vor dem langen Fjord nach Lochinver, bei Loch Roe, hatte es nochmals eine typische Fischergelegenheit, diesmal mit Erfolg, gleich 3 Fische gleichzeitig zog Elisabeth raus. In Lochinver hatte es gleich neben der grossen Fischverarbeitung und -Umlad einen Schwimmsteg für Gäste, wo wir festmachten. Im Hafen sahen wir gleich 3 Seehunde rumschwimmen.
www.northhighlandsscotland.com/content/lochinver.asp

Mi 30.6.

Lochinver, zuerst sonnig und warm, später Sturm.
Gemäss Wetterbericht gibt es 2 Pausentage, heute Schwachwind, am Abend Regen und Starkwind, morgen den ganzen Tag Sturm und Regen, siehe auch BBC-Wetter/Pressure. So genossen wir am Morgen die Wärme mit einem Spaziergang ins und ums Städtchen, mit einem Besuch der vorbildlichen und vielfältigen Touristeninformation und mit Einkäufen. Am Nachmittag wanderten wir auf dem Strässchen nach Inverkirkaig, hatten aber nicht genügend Zeit, um die bekannten Wasserfälle zu besuchen. Auf dem Rückweg wanderten wir dafür durch den geschützten Wald Culag südlich von Lochinver. Als Abschluss des Tages gab es eine angenehme Dusche im Sportzentrum. Ziemlich pünktlich um 17 Uhr begann der Sturm und schüttelte das Schiff die ganze Nacht. www.undiscoveredscotland.co.uk/lochinver/inverkirkaig, www.culagwoods.org.uk/, www.walkhighlands.co.uk/ullapool/culag-woods.shtml

Do 1.7.

Lochinver - Loch Salainn - Lochinver, 12.0 nm, zuerst Regen, später sonnig, var. 1-2.
Es regnete den ganzen Tag. Erst am Abend hörte es auf. Der Wetterbericht sagte eine ruhige Nacht und morgen eine angenehme Brise voraus, bevor es später wieder stürmisch werden sollte. So beschlossen wir um 19 Uhr, noch zu einem Ankerplatz südlich von hier zu fahren. Nach etwa 6 nm unter Motor ankerten wir in Loch Salainn, verliessen aber den Platz wieder, da der Anker nicht hielt und die verrottende Fischereiinfrastruktur unsympathisch schien. Nach dem Manöver hatten wir riesige Vibrationen im Schiff, wahrscheinlich vom Propeller, wir konnten ganz langsam zurück nach Lochinver fahren, den wir erst kurz vor Mitternacht erreichten. Ziemlich stressig war's, aber wir erlebten einen wunderschönen Sonnenuntergang.
www.highland.gov.uk/yourenvironment/roadsandtransport/harbours/

Fr 2.7.

Lochinver, zuerst bewölkt, später Sturm.
Der Morgen war geprägt durch die Reparatur. Mit Hilfe des Vercharterers, einem lokalen Schiffshandwerker und einem Berufstaucher konnten wir unser Schiff wieder seetüchtig machen: Fischerleinen hatten sich im Propeller verfangen, welche aber den Prop nicht blockierten, aber wegen der Unwucht und dem herumfliegenden Ende riesige Erschütterungen ins Boot brachten. Der Berufstaucher war unser Stegnachbar, der allein mit seinem kleinen Segelschiff unterwegs ist. So gab es ein gemeinsames Nachtessen bei uns auf dem Schiff. Tagsüber gab's nochmals einen Spaziergang durch Lochinver. Am Abend regnete es wieder und es wurde wieder stürmisch. Und der Wetterbericht meinte, es bleibe so in den nächsten Tagen bzw. es würde sogar noch stürmischer!
www.undiscoveredscotland.co.uk/lochinver/lochinver/

Sa 3.7.

Lochinver - Loch Broom (bei Ullapool), 67.9 nm, zuerst sonnig bei SW6-7, später bedeckt SW7-8.
Wir müssen nach Süden! Trotz des angesagten Starkwindes segeln wir los und kreuzen nach Süden. Das Segeln ist recht anstrengend, teilweise gibt es hohe Wellen und Spritzer über das ganze Schiff bis ins Cockpit, wir segeln im dritten Reff und trotzdem mit über 10kn Speed. Nördlich von Loch Ewe beschliessen wir, nicht weiter hart am Wind nach Gairloch, sondern nach Ullapool zu segeln. Dorthin können wir mit etwas gemütlicherem Halbwind gelangen, und es hat mehrere Visitorbojen. In Ullapool: alle Bojen sind besetzt. Auf das vom Hafenmeister per Funk empfohlene Ankern unweit der Bojen verzichten wir, ist die Bucht doch offen gegen den immerwährenden Starkwind. 1 nm südlich auf der anderen Seite des Fjords, bei Camas a Chonnaidh, ankern wir im Windschutz der hohen Berge. www.ullapool-harbour.co.uk, www.cruisescotland.com/ullapool

So 4.7.

Loch Broom, bewölkt und Regenschauer, zuerst SE5, später W8-9 unter Anker.
Auf dem offenen Minch hat es 8bf, für die Äusseren Hebriden sind 10bf angesagt. So bleiben wir lieber hinter unserem Berg und schwojen vor dem Anker hin und her. Die GPS-Ankerwache unterstützt uns. Wir haben einen relativ gemütlichen Tag, wenn es manchmal auch regnet. Plötzlich umrunden uns 4 Schiffe: Die Sonntagnachmittagsregatta vom Ullapooler Segelclub, und wir sind die Luvboje! Aber um 17 Uhr wechselt der Wind. Der SE wechselt auf NW, und das gleich mit 9bf. Sofort den Anker hoch und den Standort wechseln. Auf der anderen Seite eines nicht sehr ausgeprägten Landvorsprungs werfen wir den Anker, eingraben müssen wir ihn nicht, der Wind drückt genügend. Wir warten im Ölzeug im Salon auf den Ankeralarm, und es ist sehr lärmig und es schüttelt uns laufend, kein Wunder bei 8-9bf Wind. www.ullapool.co.uk

Mo 5.7.

Loch Broom - Kyleakin, 81.6 nm, bedeckt mit Regenschauer, später bewölkt, WSW4 - 6.
Um 0200 Uhr liess der Sturm nach, und wir konnten etwas schlafen. Gemäss aktuellem Wetterbericht gibt's 2 Tage passables Segelwetter, nachher folgt wieder Sturm. So fuhren wir los, immer aufkreuzend hart gegen den Wind bei 6bf bis zum Cape Rubha Reidh mit dem Leuchtfeuer und von hier ohne eine Wende (über 45 nm) bis hinter die Brücke von Kyleakin, eine sehr angenehme Fahrt bei 5bf und ca. 7 kn Speed. Unterwegs trafen wir ein U-Boot am Trainieren, und immer wieder fegten Regenschauer über uns hinweg. Es hat sehr viele Fischerbojen, hier wäre nachts zu fahren eher stressig. Kurz vor der Brücke (Skyebridge) schien die Sonne und spendierte uns einen schönen Doppelregenbogen. Vor dem Dorf lagen die Visitorbojen, und eine davon war noch frei. Um 21:20 lagen wir fest an der Boje und konnten nach dem sehr langen Tag die Abendsonne geniessen. www.kyleakin.com, en.wikipedia.org/wiki/Kyleakin 

Di 6.7.

Kyleakin - Kyle Lochalsh - Armadale Bay, 22.8 nm, bedeckt, später Regen, SW5 - 6.
Sturm ist angesagt, am Abend soll es beginnen und 2-3 Tage dauern. Wir sind froh, liegen wir schon hier, so können wir noch heute die Charterbasis erreichen. Zuerst warteten wir aber bis 16 Uhr, bis der Strom kenterte und wir mit dem Strom durch die Meerenge Kyle Rhea fahren konnten. In der Zwischenzeit besuchten wir - keine Meile entfernt - das Städtchen Kyle Lochalsh, gingen dort einkaufen und hatten eine wunderbare Dusche. Kaum aus der Meerenge raus hatten wir den Starkwind gegen uns. Mit sportlichem Segeln durch den Sound of Sleat (aufkreuzen bei 6bf) bis kurz vor unsere Boje in Armadale mussten wir nun unseren Segeltörn abschliessen. An der Boje  festgemacht schaukelte es wieder wie in der ersten Nacht.
www.visit-sleat.co.uk, de.wikipedia.org/wiki/Skye

Mi 7.7.

Armadale Bay. Besuch Portree, sehr stürmisch und regnerisch.
Trotz des Schaukelns (manchmal schüttelte es auch heftig) konnten wir gut schlafen, mittlerweile sind wir es gewohnt. Im Laufe des früheren Morgens erhielten wir einen Taxi zum Steg (das Dinghy nahmen wir allerdings auch mit für die Rückfahrt), machten einen Spaziergang durch das kleine Dorf Armadale und fuhren dann mit dem Bus nach Portree, dem Hauptort auf Skye. Das Städtchen war sehr touristisch, aber auch malerisch. Beim Touristenbüro sahen wir den Anschlag, dass wegen des Sturms keine der Fähren verkehrt. Auch hier war es stürmisch und es regnete manchmal, aber wir hatten wenigstens stabilen Boden unter den Füssen und waren froh, nicht auf dem Schiff sein zu müssen. Nach der Rückkehr zum Schiff durften wir feststellen, dass der Wind leicht nach S gedreht hatte: weniger Schaukel in der Nacht. www.undiscoveredscotland.co.uk/skye/portree, www.skye.co.uk, www.stagecoachbus.com  

Do 8.7.

Armadale Bay. Besuch Museum, Regenschauer.
Es war nicht mehr so stürmisch, aber regnerisch. Nach dem Ausschlafen auf dem Schiff setzten wir mit dem Dinghy zum Schwimmsteg über und spazierten zum nahen Schloss. Das Schloss war wie üblich eigentlich eine Ruine. Aber es war von einer wunderschönen Gartenlandschaft umgeben, einerseits gepflegt auf englische Art, andererseits mit vielen wildwachsenden einheimischen Pflanzen gestaltet. Nebenan war ein Museum, welches die Geschichte des Clans Donald zum Zentrum hatte, aber gleichzeitig einen sehr schönen Überblick über die schottische Geschichte präsentierte: Von den Kelten, die Wikinger, die gälische Kultur, die Clans in Schottland, dann aber auch die Kriege der Könige und die Auswanderungen der Einheimischen in alle Welt. Die Anlage ist sehr besuchenswert, wenn man mal hier auf Skye ist. www.clandonald.com

Fr 9.7.

Reise Armadale Bay - Breadford - Glasgow. Zu Beginn Regen, später sonnig.
Am Vortag reinigten wir das Boot und übergaben es Mark und Charmian, den Vercharterern, auch die vielen Bilder miteinander angeschaut. Gepackt hatten wir schon. Heute morgen wurden wir früh im Regen mit dem Taxiboot abgeholt und zur Anlegestelle der Fähre gefahren. Allerdings gab's keinen Kurs, das Schiff ist immer noch - vom Sturm - defekt. Aber mit dem Bus gelangten wir so trotzdem nach Glasgow. Meistens regnete es, erst in Glasgow hatten wir Sonne und es wurde wärmer, der Faserpelz war nun eindeutig zu warm. Wir waren wieder im gleichen Hotel wie bei der Hinreise. Wir deponierten das Gepäck im Zimmer, duschten zuerst einmal lange und gründlich und machten dann einen langen Spaziergang durch die Stadt.
www.seeglasgow.com, www.markshotels.com, BilderGoogleGlasgow, www.citylink.co.uk

Sa 10.7.

Reise Glasgow - London - Paris - Zürich. Sehr heiss.
Es war eine gar nicht so lange Zugsreise quer durch Europa: um 8:40 gestartet, um 23:00 pünktlich in Zürich angekommen. Auf der ersten Strecke war Kathrin, unsere Tochter, auch dabei, sie wechselte während ihres minutiös geplanten Grossbritannienaufenthalts von Edinburgh nach Carlisle, so waren wir etwas mehr als 1 Stunde im gleichen Zug. Das Grau in Glasgow wechselte bis nach London zu blau, allerdings auch die Temperatur: Es war heiss hier. Auch in Paris: Beim Aussteigen aus dem Eurostar prallten wir in eine Wand heisser Luft. In Zürich war es etwas angenehmer: Das Gewitter war gerade vorbei und hatte etwas abgekühlt. Es war eine bequeme Reise, und wir hatten immer genügend Zeit zum Umsteigen.
www.sbb.ch, www.eurostar.com, www.scotrail.co.uk

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Zusammenfassung:  

Daten:

624 nm unterwegs, davon 141 nm unter Motor (43.5h Motorstunden inkl. Batterieladen und Manöver, 63 lt Diesel). Erwartungsgemäss recht viele Schauer und Regengüsse, aber das schöne Wetter (trocken) überwog. Sehr viel Wind: bei den rund 130 Stunden unterwegs waren 58 Std. im Bereich 4-5bf, über 20 Std. bei 6-7bf und rund 2 Std bei 8bf. Wegen zu starken Winden (Gale forecast up to F10) hatten wir ungewöhnlich viele Hafentage: an 5 Tagen bewegten wir das Schiff nicht, und an 3 Tagen gab es nur eine sehr kurze Verlegung des Bootes. Um diese Jahreszeit habe es sonst nie so viele Sturmtage, sagte der Vercharterer.

Erlebnisse:

Allgemein wunderschöne und interessante Landschaft mit netten Leuten. Tidengebiet mit bis 4 m Gezeitenunterschied und entsprechend Gezeitenstrom, aber nicht besonders schwierig damit umzugehen (gute Karten und Info stehen zur Verfügung). Viele Seehunde unterwegs und auch im Hafen / Ankerbucht. Sehr viel Starkwindsegeln, teils auch bei schönem Wetter. Schöne Ankerbuchten-Übernachtungen. Bekannte Häfen sind bereits um diese Jahreszeit (noch nicht Sommerferien) überbelegt).
Spezielle Ereignisse: angenehme und stressfreie Hin- und Rückreise per Bahn mit Stopp langem Stopp in Glasgow. Ungewöhnliche Charterbasis: Das Boot liegt an der Boje und nicht am Steg. Spi-Segeln zu zweit auch mit diesem grossen Schiff kein Problem. An der Visitorboje ist das Gezeitenmooring kein Problem (Strom, Schwojkreis) und ein Genuss. Fischen mit der Leine funktioniert wie in Norwegen, Elisabeth war mehrmals erfolgreich. Lange sportliche Überfahrt Stornoway - Kinlochbervie mit raumem Starkwind. 2-tägige Fahrt zu den Orkneyinseln und zurück. Wunderschöne Ankerbuchten in den Bergen (Loch Eriboll und Loch Laxford). Langer Landspaziergang in Kinlochbervie (Blick ins Highlands) und Lochinver (nach Inverkirkaig). Sturm im Hafen. Leine im Propeller und hilfsbereiter Stegnachbar (Berufstaucher). Anstrengende Fahrt hart am Wind bis 8bf nach Ullapool zu den bereits besetzten Visitorbojen. Ankernacht bei 9bf (Anker hält!). Sehr lange Fahrt von Loch Broom nach Kyleakin (über 80 nm) und U-Boot. Spannende Fahrt durch die Meerenge Kyle Rhea. Sehr seltene Duschen. Kaputte Fähre wegen des Sturms. Und noch einige mehr spannende Erlebnisse.

Schiff:

Die Dufour 40 war ein sportliches Schiff (nicht mehr ganz jung mit einigen Dellen und Alterserscheinungen) und gut ausgerüstet, das Schiff war eine Eignerversion und so sehr luxuriös für uns beide. Der Spi war nicht sehr gross (kein Top-Spi) und hatte einen Bergeschlauch, für uns also gerade richtig. Die Ausrüstung war vollständig (inkl. Navtex und Radar). Auch die Küche war gut ausgerüstet. Wir hatten alle BA-Karten aus dieser Gegend zur Verfügung (fast ein Problem des Lagerns, so viele Karten sind es) und auch die Segelführer und die lokalen Hafen-/Ankerführer standen zur Verfügung. Die Übernahme an der Boje war ungewöhnlich, ist aber kein wirkliches Problem. Die Unterstützung des Vercharterers ist gut, auch wenn der Bezahlungsvorgang gewöhnungsbedürftig ist (als Direktbucher).

Reise:

Reise per Bahn ab Zürich bis Glasgow, dort zwei Tage/Nächte für die Akklimatisation und fürs Vergessen der Geschäftsprobleme, mit TGV und Eurostar und dem Schlafwagen Caledonian Sleeper mit Umsteigen in Paris und London eine schöne und abwechslungsreiche Reise. Die abschliessende Zugsfahrt durchs schottische Highlands und die Fährenüberfahrt nach Skye vervollständigten die spannende Hinreise.
Zur Rückreise mussten wir wegen der defekten Fähre eine Umweg mit dem Bus Citylink machen, um nach Glasgow zu kommen. Von hier wieder mit den Hochgeschwindigkeitszügen quer durch Westeuropa.
Der vorgesehen Fahrplan ist <hier> ersichtlich. Alle Fahrpläne sind im Internet ersichtlich, alle Billete wurden im Internet gebucht (ausser die Fährenüberfahrt). In Grossbritannien kann dann das e-Ticket in ein normales Billet umgewandelt werden (am Billetautomaten). Die Eurostar-Einsteigeprocedere sind fast gleich aufwendig wie beim Fliegen, mit Metalldetektoren und Kontrollen und Warten bis zum Boarding.

Gesamt:

Das waren sehr abenteuerliche Segelferien, ziemlich anstrengend und fordernd, aber auch faszinierend und schön.
Der Zeitpunkt war eigentlich richtig (es könnte auch noch 1-2 Wochen früher sein), später kommen dann die übrigen Segler (Ferien auch in Britannien). Die vielen Wettertiefe, die wir miterleben konnten, würden in einem anderen Jahr nicht so auftreten (sagen die Einheimischen). Wir werden sicher wieder hierher kommen, wie haben noch lange nicht alle Highlights gesehen und erlebt: St. Kilda, Orkney- und Shetlandinseln, aber auch noch weitere Lochs und Inseln in und um den Minch warten darauf, entdeckt zu werden. Und auch die Hebridische und Irische See etwas südlicher ist nicht weit.

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weitere Infos
Vercharterer Isle of Skye Yachts: www.skyeyachts.co.uk/
Tourismus: guide.visitscotland.com, www.visithebrides.com, www.rootshebrides.com, www.visithighlands.com, www.visit-sleat.co.uk, www.welcomeanchoragesscotland.com, weitere Links siehe oben im Logbbuchauszug.
Scotland's Heritage: www.nts.org.uk,
Marine Wildlife Watching Code: www.marinecode.org/documents/Guide-web.pdf (7.9 MB)

CCS www.cruisingclub.ch; Segeln mit Segelclub USZ; weitere Berichte von Segeltörns mit Baur unter Baur's Segeln.
 

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