Segeltörn
Elba/Korsika

April 2010

 

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Zeitpunkt:

10. - 17. April 2010
 

Übernahme:

Portoferraio, bei Werft Edilnautica
 

Hin-/Rückreise:

Mit Bahn und Fähre:

Zürich - Florenz - Piombino - Elba

Karte:

Route / Etappenorte

Portoferraio - Capraia - Bastia Vieux Port - f Marina di Campo - Porto Azzuro - Portoferraio
(mit f = unter Anker) 

 
Schiff:   Sun Oddysey 39 i, "Naughty Girl"

Länge:

  11.86

Baujahr:

  2007

Breite:

  3.88

Kojen:

  6

Tiefgang:

  2.00

Segelfläche:

  Gr 33, RGe  35 m2

Verdrängung:

  7330 kg

Motor:

  Yanmar 30 kW

Werft:Jeanneau: www.jeanneau.fr   

Vercharterer:

Sun Charter 
 

Vermittlung:

direkt, bzw. mit Rabatt via CCS 
 

Ausschreibung:

Information im Internet auf bx4 und als Flyer
 

Skipper/Crew:

Toni Baur / Elisabeth, Michael, Patrick
 

Spezielles:

weitere Links und Info <hier> 

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Logbuch:

Fr,
9.4.2010

Reise Zürich - Florenz. Mit der Bahn über Milano nach Firenze: Fahrplanpünktlich um 15 Uhr standen wir im Bahnhof, gingen zum nahen Hotel "Duca d'Aosta" und machten dann einen sehr ausführlichen Spaziergang kreuz und quer durch Florenz. Es war angenehm warm, allerdings hatte es tausende von Touristen, die alle auch Florenz anschauen wollten. Erst recht spät kamen wir wieder ins Hotel zurück. Uebrigens: Im Haus unseres Hotels hatte es noch drei andere Hotels, jedes auf einer anderen Etage. Uns fiel auf, dass seit unserem letzten Besuch die Fussgängerzonen vergrössert wurden und auffallend viele Leute mit dem Velo unterwegs waren, sowohl junge wie auch viele ältere einheimische Leute. Und ein neues Tram fuhr vor dem Bahnhof vor, viele Elektrobusse zwängten sich durch die engen Gassen.

Sa,
10.4.2010

Florenz - Piombino - Portoferraio, schönes warmes Wetter.
Die Zugsreise wäre noch kürzer, wenn in Livorno ein besserer Anschluss vorhanden wäre. Doch um 15 Uhr standen wir - nach der Fährenüberfahrt und einem längeren Fussmarsch mit dem Gepäck - auf dem Gelände von Sun Charter. Die Schiffsübernahme war angenehm, wir hatten genügend Zeit zum Einkaufen (mit Abholservice), und auch die wichtigsten Geräte konnte ich bereits etwas kennenlernen (GPS-Kartenplotter, Funk).
Michael und Patrick verspäteten sich wegen eines verpassten Zugsanschlusses in Genua. Aber um 20 Uhr standen sie auch da und erhielten - nach dem Znacht - auch die erste Einführung zum Schiff und zum Verhalten beim Segeln.

So,
11.4.2010

Portoferrraio, bedeckt und windig. Der Wetterbericht lautete auf 7bf mit noch stärkeren Böen - nicht das ideale Wetter für Patrick, unseren Segelbenjamin (das erste Mal auf einem Segelboot). So nahmen wir uns die Zeit, nach dem Frischbroteinkauf das Schiff besser kennenzulernen und vor allem, um Portoferraio gründlich anzuschauen, sonst hat man ja kaum Zeit dazu.
Die Stadt schien ziemlich ausgestorben: einerseits war Sonntag, andererseits gab es fast keine Touristen. Auch der Stadthafen hatte beliebig viele Plätze frei für Boote jeder Grösse. Aber für die Besichtigung der Napoleon-Häuser, des Leuchtturms und der engen Gassen war es sowieso angenehmer ohne Touristen. In der Pizzeria waren wir die einzigen Gäste, aber das Tiramisu war hervorragend.

Mo,
12.4.2010

Portoferraio - Capraia, 28.4 nm, meist NE 5, sonnig. Endlich segeln. Um 10 Uhr, nach einem Reparaturversuch des Windmessers durch Jörg (Sun Charter), fuhren wir endlich los. Gleich nach dem kleinen Inselchen nördlich von Portoferraio hissten wir die Segel (und mussten sie bald auch reffen). Bald sahen wir auch Delphine in den Wellen. Unterwegs machten wir noch eine Demo eines Mann-über-Bord-Manövers, wobei das Beiliegen mit diesem Schiff nicht einfach ist, es läuft zu gut. Alles in Allem: herrliches Segeln bei tüchtig Wind. Allerdings schaffte es Patrick, das Frühstück den Fischen zu opfern.
Bereits um 15 Uhr erreichten wir den Hafen von Capraia und erhielten Hilfe beim Vertäuen; viel hatte der Hafenwart allerdings nicht zu tun, gerade mal 4 Schiffe übernachteten hier.

Di,
13.4.2010

Capraia - Bastia Vieux-Port, 33.9 nm , E 2-3, später N 0-1, sonnig. Michael hat Geburtstag, packt die Geschenke aus und kann alle Kerzen auf einmal ausblasen. Mit schwachem Ostwind segelten wir ganz langsam der Ostküste entlang zur Nordspitze Capraias und nahmen Kurs zum Cap Corse, mit Wind genau von achtern. Nach 2 Stunden beschlossen wir, nicht nach St-Florent, sondern mit Südkurs direkt nach Bastia zu segeln, mit diesem Tempo wären wir erst in der Nacht angekommen (und für den nächsten Tag zum Zurücksegeln war noch weniger Wind angesagt). Der Wind wurde immer schwächer, am Schluss mussten wir noch 20 Meilen mit Motor fahren.
Ein sehr langer Spaziergang durch Bastia und Auswärtsessen in "Frankreich", auch eine Dusche in der Capitaneria, beschlossen den Tag.

Mi,
14.4.2010

Bastia - Marina di Campo (Anker), 39.0 nm, zuerst SE 2, später NE 2, am Schluss NE 0-1, sonnig. Wir fahren zuerst los, unsere beiden Nachbarschiffe (die einzigen im Hafen) starteten erst viel später. Mit leichtem Wind ging es ostwärts zurück nach Elba. Immer wieder mussten wir den Motor zu Hilfe nehmen, wenn der Wind ganz verschwand. Unterwegs bei einer Untiefe (23 m) versuchte Elisabeth mit dem Norweger-Fischergerät zu fischen - und zog einen Rotbarsch an Bord. Der war allerdings zu klein und durfte wieder zurück ins Meer. Vor dem Strand von Marina di Campo warfen wir - nach dem Abfahren des möglichen Schwojkreises - den Anker und verbrachten eine herrliche ruhige Nacht - ganz sanft schaukelnd - fast ganz alleine auf dem Meer.

Do,
15.4.2010

Marina di  Campo - Porto Azzuro, 16.2 nm, zwischendurch SE 2-3, sonst E-SE 1, sonnig. Auch dieser Tag war wie gestern: schön und warm und wenig bis kein Wind. Der Motor kam immer wieder zum Einsatz. Elisabeth versuchte nochmals bei einer Untiefe zu fischen, diesmal aber ganz erfolglos. Sehr langsam segelten wir um die Südspitze von Elba herum und erreichten die Bucht Cale di Mola, wo wir wieder den Anker warfen. Allerdings hatte es tüchtige Fallböen aus allen Richtungen, eigentlich nicht so angenehm zum frei Ankern. So verlegten wir das Boot an den Steg im Hafen von Porto Azzuro und konnten so das hübsche Städtchen erkunden (und eine Pizza essen).

Fr,
16.4.2010

Porto Azzuro - Portoferraio, 20.9 nm, W2 -3, manchmal 0-1, meist bedeckt, etwas Sonne. Die ersten paar Meilen lagen wir im Windschatten von Elba, später gab es dann etwas Wind. Bei der Umrundung der Insel Palmaiola hatten wir sogar 3bf und Schräglage. An der Nordspitze versuchte Elisabeth bei 6 m Tiefe nochmals zu fischen - wieder erfolglos. Etwa 4 Meilen vor Portoferraio verliess uns der Wind definitiv und wir gelangten unter Motor zur Tankstelle beim Stadthafen (1 h warten wegen Siesta) und dann weiter zum Liegeplatz bei der Charterbasis. Die Schiffsübergabe war problemlos, es funktionierte ja alles und eine Grund- oder sonst eine "feindliche" Schiffsberührung hatten wir ja nicht. Am Abend blieben wir auf dem Boot und packten gemütlich ein - die Stadt kannten wir ja bereits.

Sa,
17.4.2010

Heimreise via Piombino - Florenz - Milano - Zürich. Auf Elba schön, später unterwegs Regen und Gewitter. Die Rückreise ging wieder per Fähre und Bahn via Piombino / Florenz und Milano nach Zürich, dank reservierten Sitzplätzen hatten wir kein Problem (andere Leute schon: wegen der Aschenwolke des Islandvulkans waren alle Flüge nach Norden abgesagt). Etwas störend war der lange Aufenthalt in Campiglia, dafür gings um so schneller von Florenz nach Milano mit Hochgeschwindigkeit.

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Zusammenfassung:  

Daten:

138 Meilen waren wir unterwegs, 70 Meilen davon unter Motor. Am ersten Tag waren 7bf Wind angesagt, für unsern Segler-Benjamin Patrick eindeutig zu viel. Nach dem ersten Segeltag mit 5bf hatte es eigenlich keinen Segelwind mehr, deshalb machten wir auch nur kleine Etappen (geplant wäre St-Florent auf Korsika gewesen).

Erlebnisse:

Sehr teure Hafenplätze auf Elba und Korsika; sehr schwachwindig, deshalb nur reduzierte Route gefahren (keine Besuch von St-Florent); meist sonnig, aber noch kühl; noch sehr wenige Schiffe unterwegs, viel Platz in den Häfen und Restaurants; Fischen von Elisabeth nicht erfolgreich; gemütliche Anreise mit Ferientag in Florenz; Wasser noch zu kalt zum Baden (ca. 14 Grad). Zusammengefasst: gemütlicher stressfreier Segeltörn.

Schiff:

Yacht hervorragend ausgerüstet (wirklich überkomplett, inkl. vollständige Dokumentation und Führer), auch sonst in gutem Zustand. Erster Einsatz der Yacht nach Ueberwinterung. Keine nennenswerte Mängel (ausser def. Windanzeige).
Auch seitens Vercharterer (SUN CHARTER) erhielten wir einen sehr guten und zuvorkommenden Service.
Das Schiff selber ist auch ok (aus der aktuellen Serie der Jeanneau), scheint v.a. bei viel Wind sportlich zu segeln, konnten wir leider nicht richtig ausprobieren.

Reise:

Elisabeth und Toni machten es sich gemütlich. Am Vortag reisten sie per Bahn nach Florenz (mit dem Hochgeschwindigkeitszug Eurostar) und konnten dort wieder einmal einen Eindruck vom Kulturerbe einfangen (und von den vielen Massentouristen). Ankunft in Portoferraio am Nachmittag, langer Fussweg zur Charterbasis.
Patrick und Michael kamen wegen verpasstem Anschlusszug in Genua erst sehr spät aufs Schiff.
Die Rückreise ging wieder per Fähre und Bahn via Florenz und Milano, dank reservierten Sitzplätzen hatten wir kein Problem (andere Leute schon: wegen des Islandvulkans waren alle Flüge nach Norden abgesagt).
Elba kann gut per Bahn in einem Tag erreicht werden.

Gesamt:

Gemütlicher stressfreier Segeltörn mit gutem Schiff und gutem Vercharterer und in schöner Umgebung (Inseln und Korsika) mit ebenso angenehmer Crew, allerdings mit wenig Wind, dafür viel Platz im Hafen (ausserhalb Saison).

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weitere Infos
Vercharterer Sun Charter: www.suncharter.de; Vermittlung via CCS www.cruisingclub.ch;
Bahnbillete und Fahrpläne via SBB, Fähreninformation www.faehreonline.com;
Hafenhandbuch "Rod Heikel: Küstenhandbuch Italien" und "Klaus-Jürgen Röhring: Korsika" beides aus Edition Maritim (auch auf dem Schiff vorhanden);
Segeln mit Segelclub USZ; weitere Berichte von Segeltörns mit Baur unter Baur's Segeln.
Spannende Site aus der Gegend: http://www.korsika-toern.de/.

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