Segel-Törn Norwegen 2005
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Ålesund - Bergen - Kristiansand
(CCS-Törn 134.05)

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Zeitpunkt:

20.8. - 3.9.2005
 

Übersichtskarte

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Route /
Etappenorte:
Ålesund - Fosnavåg (Bergsøy) - Maløy - Kalvåg - Færøy - Fedje - Bergen - Mosterhamn - Stavanger - Lysfjorden - Egersund - Farsund - Kristiansand 


www.ccs-cruising.ch

Dieser Törn wurde vom Cruising-Club der Schweiz (CCS) angeboten.

Hin-/Rückreise:

mit der Bahn (Schlafwagen) und Fähre
Fahrplan Hinreise / Rückreise / Preis

Spezielles:

Vorab-Informationen über Norwegen, touristische Highlights, Reise-Info, etc.

Skipper 1 / 2,
Crew:

Roger / Toni
Noll, Helena, Sylvie, Peter


Schiff: "Sailing Swiss III"
Hallberg-Rassy 39

Länge: 12.22 m
Breite: 3.76 m
Tiefgang: 1.85 m
Verdrängung: 10 t
Kojen: 5-7
Segelfläche: 75 m2
Motor: Volvo D2-55 (42 kW)

 

Werft: Hallberg-Rassy www.hallberg-rassy.com

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alle Bilder (c) Toni Baur

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Die Route
(Auszug aus dem Logbuch)

Do 18.8. -
Sa 20.8.

Reise Zürich - Ålesund via Hamburg - Kopenhagen - Malmö - Oslo - Bergen. Schöne, aber lange Reise, Highlights: Spaziergang in Hamburg, Fähre Puttgarden, Schlafwagen Malmö-Oslo, Bergenbahn bis zum Gletscher, Kreuzfahrt / Inselslalom mit Hurtigruten bis Ålesund. Schön und warm bis zur Ankunft in Bergen (Regen).

Sa 20.8.

Ålesund - Fosnavåg (Bergsøy), 22.7 sm, bedeckt, NW 3-4. Nach Ankunft, Begrüssung, Einkaufen und Bootsübernahme von der Vorcrew um ca. 15 Uhr Ausfahrt und erste Schläge. Vogelinsel Runde umrundet. Alleine im Gästehafen Fosnavåg.

So 21.8.

Fosnavåg - Maløy, 46.9 sm, sonnig, leicht bewölkt, anfangs NW1, später SW-W 5, am Abend W1-2. Schöner Reisetag, zu Beginn und am Schluss unter Motor, problemlos um die gefürchtete Halbinsel Stadlandet (offen gegen den Nordatlantik) herum, am Schluss langer Sund bis Maløy. Grosssegelreparatur mit Bändsel: Befestigung Mastrutscher am Vorliek gebrochen (oberhalb drittem Reff).

Mo 22.8.

Maløy - Kalvåg, 35.5 sm, bedeckt und Regen, zuerst S4, später SW7. Fallböen im Skatestraumen, später harter SW zum Aufkreuzen durch die Fröysjöen. Klampe für Genuaroller ausgerissen. Im Nebel die Einfahrt von Kalvåg gefunden, trotz Diskrepanz GPS und Karte! Wunderschöner Regenbogen am Abend und grosszügige Dusche im Hafenhaus (grosser einsamer Hafen, wir sind das einzige Touristenboot).

Di 23.8.

Kalvåg - Færøyvik, 49.1 sm, zuerst bedeckt und SW1-2, später W4-5 und sonnig, Wetterprognose nächste Nacht S7-9, nächster Tag S9-11! Langer und schöner Segeltag: zuerst immer südwärts, an Florø vorbei über Brufjorden und Granesundet und an Askvoll vorbei auf den Bufjorden und dort von NW durch einen schmalen Sund zum Fischerhafen von Færøy. Erkundung zu Fuss zum neuen Touristenboothafen, aber angesichts des angekündigten Sturms im besser geschützten Fischerhafen geblieben (längs am autopneugepufferten Pier).

Mi 24.8.

Færøy, Hafentag. Das Tief 975 Schottland und Hoch 1025 Russland bescherte uns gem. Wetterbericht SSE 9bf mit Böen 11. Sturmregenwanderung auf der Insel Færøy und ganztägiger Betrieb der Heizung zum Trocknen und Wärmen.

Do 25.8.

Færøyvik - Fedje, 43.5 sm, ganzer Tag SW 3-4, bewölkt, später sonnig. Schönes Segeln hart am Wind bei bestem Wetter ausserhalb der grossen Inseln gegen Südwest durch den Straumfjorden und den äussersten Teil des Sognefjord, am Schluss über den Fedjefjorden, teilweise grösserer Wellengang (Rest vom Vortag?). Prov. Anleger in Fedje am Quai, anschliessend Gästehafen (kurze Schwengel am Schwimmsteg).

Fr 26.8.

Fedje - Bergen, 44.9 sm, SW3 bis SW5, zu Beginn Sonne und Wolken später Regen. Sehr früh losgefahren: über Fedjefjorden und die "Hammerfjell"-Enge in den Herdlafjorden. Spannende Navigation mit Aufkreuzen, später im Regen bis Bergen eher langweilig. Längs am Gästepier vor Bryggen angelegt, dank früher Ankunft Sightseeing in Bergen, Einkaufen und Landgang-Znacht (herziges Restaurant, aber sehr teuer).

Sa 27.8.

Bergen - Mosterhamn, 59.1 sm, zuerst SE2 und NW3, später SW4 und SW5, am Abend SW3, bewölkt, zwischendurch Regenschauer, teils mit heftigem Hagel. Durch den Byfjorden und unter den Brücken durch zum Raunefjorden (Flughafen von Bergen mit Flugshow über uns) und weiter via Hjellestad (enge Durchfahrt) zum Langenuen und Selbjørnsfjorden (hier hat's gehagelt). Durch die Nyleia (sehr enger Sund unter Segel) und Stokksund (östlich der Insel Bømlo) und unter der Brücke durch gelangen wir in den Bømlafjorden und beim Eindunkeln zur Hafeneinfahrt Mosterhamn.

So 28.8.

Mosterhamn - Stavanger, 70.5 sm,  zuerst SW4, nachm. SW2, abends SW6-7, immer stark bewölkt und häufig heftiger Regen. Zuerst gemütliche Ausfahrt durch den Bømlafjorden (fahrende Ölbohrinsel von Leirvik gesichtet), dann etwas heftigerer bei der offenen See "Sletta" und am Nachmittag bei weniger Wind und flacher See entlang der Stadt Haugesund durch den Karmsundet bis etwa Kopervik. Von hier sehr hart am Wind im 3. Reff bei 7bf und Regen aufkreuzen bis nach Stavanger (Nachteinfahrt, Ankunft ca. 2200).

Mo 29.8.

Stavanger - Lysefjorden (Viga), 20.9 sm, SW4-5, trocken, bewölkt. Am Morgen entdeckt, dass Vorliek ca. 1 m unter dem Segelkopf (weit oberhalb des reparierten Mastrutscher) gebrochen war. Bei Segelmacher das Grosssegel reparieren lassen (auch noch andere Blessuren am gesamten Vorliekbereich und Mastrutscher). Erst gegen Abend Abfahrt zum Lysefjorden bis zum berühmten Fels "Prekestolen" und dann angenehme Ankernacht bei Vika.

Di 30.8.

Lysfjorden - Egersund, 70.5 sm, schwacher Wind aus S und W, trocken und meist sonnig. Zuerst unter Motor wieder aus dem Lysefjord hinaus, entlang der Küste von Tananger mit Segel (hoher Seegang und wenig Wind), später wieder mit Motor der langweiligen Küste entlang. Erst kurz vor Egersund wieder genügend Wind, um zu segeln. Anschliessend wunderschöne Fahrt durch den engen Nordresundet bis zum Gästesteg in Egersund. Ein sehr langer Törn mit vielen Motormeilen.

Mi 31.8.

Egersund - Farsund, 74.8 sm, SE 4 und 4 teilw. 7, meist sonnig. Sehr langer Törn unter Segel mit spannender Nachtnavigation bei der Einfahrt Farsund. Wieder genau gegenan aufkreuzen, teilw. im 3. Reff, und mit grösseren Wellen. Umfahren von in der Karte als "gefährliche Wellen" eingezeichnete Flächen. Wir waren froh, endlich das Kap Lista querab zu haben. Einfahrt Farsund im Dunkeln teilw. noch unter Segel, aber sehr gute Lichterführung vorhanden, Ankunft nach 2200 Uhr.

Do 1.9.

Farsund - Kristiansand, 63.7 sm, E7, E5 in den Schären, schön, etwas bewölkt. Nach der (sehr frühen) Ausfahrt wieder Starkwind genau gegenan kreuzen im 3. Reff um Kap Lindesnes (südl. Punkt von Norwegen). Wegen Zeitknappheit hinter den Inseln und durch viele kleine Sunde unter Motor (trotzdem eine schöne Fahrt gewesen, spannende Navigation nach Sicht und Karte im Cockpit) bis nach Kristiansand. 

Fr 2.9.

Kristiansand, Boot aufräumen und reinigen und lüften und trocknen, kompl. Materialcheck. Sightseeing und auswärts Znacht essen. Beim Check herausgefunden, dass Vorliek am Gross wieder gebrochen war (doch ohne weitere Schäden).

Sa/So 3./4.9.

Vor der Abreise noch fertig packen, auswärts Zmorgen und Übergabe des Schiffs an die Folgecrew. Meine Reise: Kristiansand - Göteborg - Kiel - Hamburg - Zürich. Zuerst mit der Fähre bis Göteborg, mit der Nachtfähre bis Kiel, mit dem Regionalzug nach Hamburg und mit dem ICE bis Zürich. Die Reise war einfach sehr lang, aber sehr angenehm. Nur das Umsteigen in Göteborg war etwas stressig, da die Fähren in ganz verschiedenen Häfen waren.

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Zusammenfassung

Daten: Im Gesamten 602 sm, davon unter Segel 432 sm, unter Motor 170 sm (total 34.1 Motorstunden und 130 Liter Diesel). Ca. 30 Std. auf See mit mehr als 5 bf Wind.
Erlebnisse: Fast die ganze Strecke hart am Wind aufkreuzen: die Tiefs zwischen Irland und Nordnorwegen und das permanente Hoch über Russland lagen immer so, dass der Bug immer gegen den Wind zeigte (zuerst W, später SW und S, am Schluss SE und E!). Und kaum einer von uns musste das dritte Reff schon einmal so häufig eingebunden haben. Nicht nur der Wind, auch der Regen war zwischendurch intensiv und teilw. lang. Der abgewetterte Sturm auf Færøy mit der Regenwanderung auf der Insel und dem anschliessend gemütlichen geheizten Schiff war sehr faszinierend (auch die Beobachtung der Wetterberichte und -karten und die Ankunft der Front). Die Einsamkeit in Norwegen um diese Jahreszeit war faszinierend, nirgends mussten wir um einen Hafenplatz kämpfen (meistens waren wir die Einzigen). Und auch die Insellandschaft und die Fjorde sind spannend, kann man doch mit viel Wind, aber wenig Wellen segeln. Im südlichen Teil waren die Schären besonders schön, schade, dass wir hier wegen Zeitknappheit motoren mussten. Als Besonderheit ist hier wohl die Navigation: Die Karte liegt im Cockpit und es wird nach Sicht gesegelt. Die nächtliche Einfahrt in Stavanger und Farsund nach Lichter (und nicht nach Kurs) und die Fahrt hinter der Insel Eigerøy durch den Nordresundet waren speziell spannend und schön. Trotz der "Hetze" hatten wir Zeit, Bergen etwas anzuschauen (die berühmten Bryggen, aber auch die Stadt) und für das Sightseeing in den Lysefjord (Prekestolen).
Schiff: Ist natürlich herrlich, ein solch solides Schiff zu segeln und es ist gefährlich, irgend ein Mittelmeer-Charterschiff damit zu vergleichen (siehe auch mein Mallorca-Törn einige Wochen später). Leider hatten wir trotzdem einige leidige Reparaturen: Einerseits riss sich die Klampe der Rollgenuarollerleine aus dem Teak, andererseits war das Grosssegel ziemlich marod, hatte es doch mehrere Schadstellen am Vorliek, und bei uns riss sich dann ein Mastroller aus dem Segel und das Vorliek brach sogar zweimal, auch nach einer professionellen Reparatur in Stavanger.
Crew: Gutes Team und hart im Nehmen des Regenwetters und des permanenten starken Gegenwind und der langen Segeltage.
Revier: Wunderschön und sehr empfehlenswert. Die Literatur ist vorhanden, man braucht nur ein Schiff und Zeit. Zeit sollte man aber wesentlich mehr einplanen als wir es hatten. Ein grosser Teil der norwegischen Küste kann man hinter Inseln befahren und ist so geschützt vor den grossen Nordsee-Wellen (und auch etwas vom Wind). Aber die Restaurantbesuche und auch die Lebensmittel sind sehr teuer (da ist das Mittelmeer doch etwas ferienfreundlicher).
Reise: Alle sind mit dem Flugzeug bis Ålesund angereist, mit Ausnahme von mir, ich benützte die öffentlichen Verkehrsmittel (Zug, Fähren). Die Planung der Reise ist ja auch schon eine Expedition, bis man alle Möglichkeiten gefunden und durchgerechnet hat. Der Fahrplan  Hinreise / Rückreise / Preis zeigt einerseits die gewählte und gefahrene Variante, aber auch noch einige andere sinnvolle Reisemöglichkeiten. Die Reise kann man auf dem Internet herausfinden (alle Fahrpläne sind vorhanden), das Billet für die Fähren kaufte ich auch übers Internet, für die Bahnreise am Bahnschalter der SBB. Ich schaue die Hin- und Rückreise auch als einen Teil der Ferien an (auch die Vorbereitungen dazu), das Reisesegeln entspricht ja auch dieser Art von Ferien. Und dazu ist diese Reiseart erst noch etwas ökologischer. Aber Ålesund ist doch sehr weit weg von Zürich - das wird einem vielleicht besser mit Zug und Schiff als mit dem Flugzeug bewusst (Palermo und Gibraltar sind näher und mit dem Zug schneller erreichbar).
Gesamt: Ziemlich anstrengender Törn in einer faszinierenden Gegend. Hier werde ich sicher wieder einmal segeln und freue mich schon jetzt darauf.

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weitere Infos (siehe auch bei den  Vorab-Informationen )
alle Bahnbillete/Reservationen via SBB, Fahrpläne via SBB und DB und NSB, Fähren-Info primär via www.ferrycenter.se/Search.htm, Fährenbillete via Internet, Club-Info CCS www.ccs-cruising.ch, Segeln mit Segelclub USZ, weitere Berichte von Segeltörns mit Baur unter Baur's Segeln

Revier-Info und Links: (siehe unter  Vorab-Informationen )
 

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